RH #300Festivals & Live Reviews

OBSCURA, SPAWN OF POSSESSION, GOROD, EXIVIOUS

München, Feierwerk

OBSCURA

Dieses persönlich homogene, musikalisch extrem abwechslungsreiche vierblätterige Prog/Tech/Death-Metal-Kleeblatt sollte überall zur Pflichtexkursion der lokalen Musikhochschulen avancieren. Vor zehn Jahren im nahen Landshut gegründet, ziehen Obscura heuer deutlich mehr Publikum als 2011 an selber Stelle im Vorprogramm von Hate Eternal.

Die Holländer EXIVIOUS werden nicht nur von allen mitreisenden Musikern angehimmelt. Ehemaligen Mitgliedern von Cynic verzeiht man auch, dass sie ihre Instrumente wie Jazz-Nerds halten, ständig auf dieselben starren und bewegungstechnisch garantiert auch ohne Erkältungsviren im Tourbus maximal den Wackeldackel geben. Für den selten heftigen, eher sphärischen und loungigen Fusion-Instrumental-Sound von ´An Elusive Need´ oder ´Asurim´ erhalten sie weit mehr als Höflichkeitsapplaus.

Das kurzhaarige Energiebündel am GOROD-Mikrofon sorgt danach nicht nur mit Hardcore-Stageacting für Alarm, es erfreut zudem mit humorvollen Ansagen in deutschem Kauderwelsch. Absoluter Blickfang ist aber der völlig irre Spaßmacher am Bass, dessen Gesichtsakrobatik auch prima zu Wargasm passen würde. Die Jungs bieten ein technisch exquisites, aber nie zu abstraktes Death-Metal-Brett mit hymnischen Twin-Gitarren in Vital-Remains-Manier. Sehr sarkastisch wirkt dabei das Def-Leppard-Shirt des Drummers: Weder ´Programmers Of Decline´ noch die neuen Tracks ´The Axe Of God´ und ´Carved In The Wind´ lassen sich einarmig runterprügeln.

Entgegen den Erwartungen überstrahlen...

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