RH #298Interview

Riffs am Rande Europas

Malta-Special

Sind die Länder an der Peripherie Europas nach wie vor vom Musikmarkt ausgeschlossen, oder eröffnet das Internet neue Chancen im Global Village? Beispielgebend für viele lokale Szenen, begaben wir uns in den Inselstaat Malta, seit 2004 Mitglied in der EU und geografisch zwischen Tunesien und Sizilien gelegen.

Malta hat zwar gerade mal die Fläche und Einwohnerzahl Bremens, verfügt aber trotzdem über eine kleine und feine Metal- und Rockszene. Zählt man eine Handvoll härtere Alternative- und Rockbands dazu, sind mehr als 50 Acts mit Veröffentlichungen aktiv. „Do it yourself“ wird zwangsweise groß geschrieben, Träume von einer Musikerkarriere sind dem Reich der Fantasie zuzuordnen. Metal ist zu hundert Prozent Leidenschaft, sonst nichts. Eine Leidenschaft im Schatten von MTV, Open-Air-Diskotheken und DJ-Events, die wie eine Plage im Sommer über die Sonneninsel herfallen. Um den Discomiezen und -mackern zu entgehen, spielen manche Musiker in bis zu sechs (!) Bands.

Obwohl Malta mit beeindruckenden 6.000 Jahren Kulturgeschichte aufwarten kann, fast alle Hochkulturen des Mittelmeerraums zu Gast hatte und trotzdem eine eigene Identität und Sprache entwickeln konnte, verfügt das Land über wenig pophistorisches Selbstbewusstsein. Die meisten Bands sind damit zufrieden, als Plagiate angloamerikanischer Acts ein lokales Dasein zu fristen. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel: Das Land mit der höchsten Kirchendichte der Welt ist erzkatholisch und damit ein natürlicher...

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