RH #295Titelstory

„Hard Rock Hallelujah“ - Heavy Metal und Religion

Black Sabbath, Judas Priest, The Devil´s Blood, Marduk, Thor... Die Liste ist endlos. Wie kaum eine andere Musikszene schöpft der Metal seine Bilder, Texte und Images aus religiös codierten Kontexten. Was hat es mit all den morbiden Engeln, den schwarzen Messen und blutgetränkten „Live-Ritualen“ in der Rockmusik auf sich? Worum geht es wirklich, wenn sich eine Band nach mesopotamischen Gottheiten benennt, wenn Künstler auf Albumcovern und Bandfotos mit Pentagrammen posieren, wenn Musiker aus religiöser Überzeugung Verbrechen begehen?

April 2006 im Backstage-Bereich des „Keep It True“-Festivals. Mir gegenüber sitzt Ross The Boss, der legendäre Mitgründer von Manowar - und scheinbar habe ich ihm eben die falsche Frage gestellt. Er lacht, schüttelt den Kopf und sieht mir einen unangenehmen Moment lang belustigt in die Augen. Ich wollte von Ross wissen, was es eigentlich mit dem Text von ´Bridge Of Death´ auf sich hatte. Mit dieser berüchtigten, so wunderbar überdreht blutrünstigen Stelle: „Cut off my head, release all my evil! Lucifer is King! Praise Satan!“ Hatten Manowar in den 1980ern wie so viele andere Bands der Zeit auch okkulte Literatur gewälzt? Standen DeMaio und Ross - wie King Diamond zum Beispiel - eventuell sogar in Kontakt zu satanistischen Orden wie Anton LaVeys (1930-1997) Church Of Satan? Was hatte es mit diesem unverblümten satanischen Credo auf sich? Ross mustert mich noch einmal grinsend und meint dann nur knapp: „Man, it had to sound cool, you know?“

„It had...

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