RH #292Krach von der Basis

BLACK SEPTEMBER

Hinter der Pforte

Besonders presseverwöhnt sind die Bands aus der Gegend um Chicago nicht wirklich. Obwohl Michigan alles andere als Provinz ist, blieben imageträchtige Konjunkturprogramme wie „Florida-Death-Metal“ oder „New York Hardcore“ seitens der Medien bislang aus.

Aus der Not machten Bands der Region eine Tugend. BLACK SEPTEMBER entziehen sich mit ihrem kauzig-staubigen, ja unberechenbaren Sound jeglichen Annäherungsversuchen der Trendsetter. „The Forbidden Gates Beyond“ ist ein bärenstarkes Debüt voller Mystik, die heutzutage so oft schmerzlich vermisst wird.

Keine Bilder, keine Namen, keine Farben: BLACK SEPTEMBER sind wahrlich ein Graus für hippe Promoter. Musik war früher alles und Image fast nichts. Doch heutzutage, wo der Schein das Sein bestimmt? Gitarrist C.M., Chefdenker und Lenker des Quintetts, hat sich darüber auch schon seine Gedanken gemacht:

»Wir würden gern die Musik für sich sprechen lassen, all das Blendwerk drumherum ist unnütz und lenkt nur ab. Es ist gar nicht so radikal geplant, wie es scheint. Wir verweigern uns grundsätzlich nicht bewusst, zielen aber auf eine bestimmte Ästhetik ab. Die Musik steht ganz klar im Zentrum.«

Ketzerisch gefragt scheint es ja eh nicht nötig, tausende Dollar für Fotos auszugeben, die doch niemand drucken wird. Michigan wurde vom Metalgott bislang wie ein Stiefkind behandelt. Dabei gibt´s mit Macabre, Nachtmystium oder den verblichenen Usurper echte Perlen, die einen regionalen Hype rechtfertigen würden.

»Ich mag das Wort „Hype“...

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