Online-MegazineKrach von der Basis

In der Demophase waren ULCERATE ein Quartett, für ihr Debüt „Of Fracture And Failure“ stockten sie sogar kurzfristig um einen zweiten Gitarristen auf. Aber seit „Everything Is Fire“ (2009) funktionieren sie als Trio. Mit ihrem vierten Album „Vermis“ bleiben sie ihrem Zweijahrestakt bei den Veröffentlichungen treu. Drummer Jamie Saint Merat hält den Laden zusammen, wie in der Online-Ergänzung zum Interview aus Rock Hard Vol. 319 deutlich wird.

Entsteht eure Musik Schicht für Schicht am Computer?

»Nein, immer bei den Proben und mit der Intention, dass die Live-Performance dem Song so gerecht wie möglich werden kann.«

Auckland hat viele Partnerstädte weltweit. Gibt es für euch Möglichkeiten, daraus für Touren Zuschüsse zu bekommen?

»Solche Geldtöpfe existieren wohl, aber bislang hat sich davon nichts als praktikabel für uns erwiesen.«

Fühlt ihr euch den überhaupt als Botschafter, die eben nicht das fröhliche Klischee der „Stadt der Segel“ transportiert, sondern das graue, deprimierende, beängstigende eines Molochs?

»Irgendwie schon, weil Neuseeland international musikalisch wenig präsent ist. Aber wir empfinden uns gar nicht so sehr als Vertreter einer urbanen Depression. Das ist nicht unsere Intention, auch wenn ich die Assoziation verstehe und sie nicht wegdiskutieren will. Konzeptionell sind wir breiter aufgestellt und nicht an einen spezifischen Schauplatz gebunden. Alle unsere Texte handeln letztlich von der menschlichen Natur, unserer Arroganz und Kurzsichtigkeit in bestimmten Situationen.«

Du hast einen Abschluss in Mediendesign und die ganze Präsentation von ULCERATE hebt sich von den üblichen Extrem-Metal-Klischees ab. Haben die anderen auch einen akademischen Hintergrund?

»Ja, alle von uns verfügen über einen universitären Hintergrund. Ich habe meinen Bachelor mit 21 Jahren gemacht. Gitarrist Mike wird nächstes Jahr seine Prüfungen in Biomedizin ablegen und unser Basser und Sänger Paul wird demnächst als Ergänzung zu seinem normalen Job seine Prüfungsunterlagen für einen Bachelor in Kunst abgeben. Er hat auch schon immer hier gelebt, während Mike und ich Zugezogene sind.«

Gibt es Überlegungen mit der Band nach Europa oder Amerika zu ziehen, zumindest für einen begrenzten Zeitraum?

»Das Thema kommt immer wieder auf und war vor allem früher sehr präsent, als es für uns nahezu unmöglich erschien, in Übersee zu touren. Aber seit wir uns mit den Alben entwickelt und einen Namen gemacht haben, wird es auch von hier aus immer praktikabler. Außerdem müssen wir auch Lebenspartner und berufliche Karrieren in die Gedankenspiele einbinden, es ist also nicht so einfach, als wenn man nur die Leben von drei Menschen entwurzeln müsste.«

 

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AbfahrplanDie nächsten Konzerte

EMPEROR + MASTER´S HAMMER + ELUVEITIE + ULCERATE + OPETH + ROTTING CHRIST + PRONG + DECAPITATED + DESERTED FEAR + TSJUDER + u.v.m.09.08.2017
bis
12.08.2017
CZ-Festung JosefovBRUTAL ASSAULTTickets