Online-MegazineKolumne

AC/DC

We salute you!

AC/DC

Unsere neue Titelstory besteht diesen Monat aus zwei Teilen. Zum einen stimmt euch History-Professor Michael Rensen mit der Live-Geschichte der „größten Band der Welt“ auf die kommenden Stadion-Shows von AC/DC in Deutschland ein und erinnert an witzige Bühnenaufbauten, legendäre Setlists und denkwürdige Momente.

Im zweiten Teil greifen wir uns die „Highway To Hell“-Tour von 1979 heraus, die den Durchbruch für AC/DC in Europa bedeutete. Schon richtig, zu diesem Zeitpunkt rannten selbst die älteren Rock-Hard-Redakteure noch mit Schulranzen rum, allerdings nicht um ein paar bekloppte Australier zu begutachten, sondern um mit Stiften und tonnenschwerem Lehrmaterial bewaffnet im strömenden Regen des grauen Ruhrgebiets die ersten Brocken Englisch zu lernen.

Aber es gibt ja zum Glück Pioniere des Musikjournalismus, die das alles in dessen Epizentrum in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren in London „live“ miterlebten. Der Fotograf Robert Ellis hat vor wenigen Wochen – unbemerkt von der Öffentlichkeit – den Bildband „Highway - Inside The Tour“ in Kleinstauflage veröffentlicht. Ein Großteil der Bilder war 35 Jahre unter Verschluss, obwohl einige Aufnahmen nur zwei, drei Wochen vor Bon Scotts Tod entstanden. Warum Robert die Bilder bis vor kurzem nicht veröffentlichen wollte, ist eine der Fragen, die ich klären wollte, als ich einen Flug in die britische Hauptstadt buchte. Außerdem interessierte ich mich für das damalige Innenleben von AC/DC, die kuriosen Umstände der „Highway To Hell“-Tour und die Anfänge der Musikzeitschriften im „Swinging London“, das von den dröhnenden Verstärkern der ersten Hardrock- und Metal-Bands übertönt wurde und letztlich auch Zeitschriften wie Rock Hard inspirierte. Ein Kapitel der Musikgeschichte, über das bisher kaum jemand in Deutschland geschrieben hat.

Robert wohnt in West London, im Stadtteil Chiswick, was, wie er mir gleich mitteilte, „Tschissik“ ausgesprochen wird, das „w“ fällt aus unerklärlichen Gründen weg. Wer sich jetzt fragt, warum ich das überhaupt erwähne, muss sich von Motörhead-Fans aufklären lassen, dass dieser Ortsname, wie viele andere in London, Musikgeschichte geschrieben hat. Motörhead veröffentlichten ihre gleichnamige Debüt-Single 1977 auf Chiswick Records. Und auf dem Weg vom Stadtzentrum fährt man (logo!) am Hammersmith Odeon vorbei... (Für den nächsten Klugscheißer-Herren- bzw. -Damen-Abend: Wie heißt das erste Motörhead-Label? „Tschissik“. Das weiß doch jeder…)

Ich war über vier Stunden bei Robert zu Gast, habe Bilder gesichtet und den quirligen Engländer „ausgequetscht“. Na ja, soweit er das mit sich machen ließ jedenfalls. Wir kennen uns schon ein paar Jahre, und seine deutsche Frau Stella wird schmunzeln, wenn sie das hier liest. Die Zeiten für Musik-Fotografen, Magazine und Bands haben sich mit der Digitalisierung stark gewandelt, niemand sieht das so glasklar wie Robert, der sich von den globalen Händlern für Bildrechte nicht vereinnahmen lässt. Seine Agentur Repfoto hat er deshalb schon vor einigen Jahren quasi geschlossen. Dass Rock Hard jetzt diese AC/DC-Bilder, quasi weltexklusiv, veröffentlichen kann, ist ein schönes Geschenk an die Rock-Hard-Leser und auch eine Respektsbekundung eines Rock-Veteranen an unsere stolze Plattensammler-Community in einer Zeit, in der alles blitzschnell kopiert, konsumiert und anschließend weggeworfen wird. Und in der jeder alles sofort zu Geld machen muss. Oder auch nicht.

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