Online-MegazineKolumne

MEGADETH

Dave Mustaine: der Buhmann der Metalszene?

MEGADETH by Jeremy Saffer

Wir hatten Glück. Weil MEGADETH für unser Festival im Gespräch waren (mittlerweile bestätigt!) und ROCK HARD und Band sich lange kennen, kam ein weltexklusives Interview zustande, in dem Dave Mustaine sich zu einigen Vorwürfen gegen seine Person äußert.

Eine ziemlich spannende Angelegenheit. Ich habe Dave Mustaine schon einige Male interviewt. Der Typ ist, wenn er einen guten Tag hat, eine regelrechte Plaudertasche, der auch plötzlich Privates preisgibt (was in dieser „Größenordnung“ des Bandnamens eher selten ist). Wenn man ihn ausreden lässt, erfährt man am Ende indirekt mehr über ihn, als wenn man den mühsam vorbereiteten Fragenkatalog abarbeitet. Denn auf „berechenbare“ Fragen hat er Standard-Antworten, weil ihm zu oft das Wort im Munde herumgedreht wurde. Und da wären wir schon beim wirklich komplizierten Teil dieser Angelegenheit.

Mustaine gilt als (angeblich) rechtskonservativ, seit er „wiedergeborener Christ“ ist. Es gibt unbedachte Äußerungen von ihm zu allen möglichen Themen, auch ein paar Fettnäpfchen. Der Unterschied zu früher, als man die „Plaudertasche“ noch unterhaltsam fand, ist, dass heute jedes Wort von ihm in Foren und Blogs daraufhin abgeklopft wird, ob es in das Klischee des strammen Rechtskonservativen passt.

Ich begab mich auf Spurensuche im Netz. Wie viel von den Vorwürfen ist wirklich wahr? Gibt es einen roten Faden in seinen Aussagen, der sich mit dem deckt, was in seiner Biografie steht, und vor allem mit dem, was ich persönlich von ihm weiß? Was geben die Alben an Texten her? Und: Ab wann kann man eine Person wirklich beurteilen?

Bildet Euch mit den unten stehenden Links Eure eigene Meinung! Die zwei hochinteressanten Interviews mit Dave Mustaine und David Ellefson findet ihr in der Rock-Hard-Printausgabe 323, die ab 26. März im Handel erhältlich ist.

 

(Alle Videos/Links sind in englischer Sprache)

 

Der letzte „Skandal“. Mustaine macht eine flapsige Ansage auf einem Konzert in Singapur. Unabhängig davon, ob an seinen Vermutungen etwas dran ist oder nicht, finde ich ein wackliges Handy-Video von einem Metal-Konzert als politisch ernstzunehmenden Kommentar völlig ungeeignet. Für eine reißerische Headline in der 'LA Times' scheint es aber zu reichen...

http://articles.latimes.com/2012/aug/17/entertainment/la-et-ms-megadeth-dave-mustaine-obama-20120816

 

Ein perfektes Beispiel, wie Mustaines loses Mundwerk willkommene Schlagzeilen liefert. Er fängt locker an, über das Leben auf Tour und seine Familie zu reden, und endet mit einem Macho-Spruch über Frauen in Afrika. Abgesehen davon, dass er das Thema Geburtenkontrolle als Christ völlig gegensätzlich zur Position des Papstes anbringt, appelliert er an die Verantwortung von Eltern (er selbst hat eine schwierige Kindheit durchgestanden, seine Ehe hat alle Krisen überdauert und zwei Kinder hervorgebracht, die jetzt erwachsen sind). Von der Kernaussage kommt bei den Usern jedoch nichts an. So schreibt der User HoggPen57: 'Ich traf ihn (Mustaine) vor zwei Jahren bei einer Autogrammstunde für sein Buch. Ich bin schwarz und trug ein King's-X-Shirt. Er sagte, dass er King's X liebt und ihre Musik gerne im Studio spielt. Weiß er nicht, dass Dug (Pinnick, Sänger von King's X) schwarz und schwul ist?« Die freundliche persönliche Begegnung ist eigentlich eher dazu geeignet, die Vorwürfe zu entkräften, aber im Herdentrieb des Internets traut sich anscheinend niemand mehr, für Mustaine einzutreten.

http://www.laweekly.com/westcoastsound/2012/02/23/dave-mustaines-advice-for-starving-women-in-africa-put-a-plug-in-it

 

 Nahezu 70 Minuten mit dem umstrittenen Journalisten und Konspirationstheoretiker Alex Jones, der sich mit Musikern wie Mustaine als guten Bekannten aufwertet. Dave darf ausreden, muss sich keiner aggressiven Fragen erwehren und kommt eigentlich gut weg. Der zweifelhafte Ruf von Jones bleibt aber an Mustaine kleben.

 

Schöne Randgeschichte, die zeigt, wie unkompliziert MEGADETH wirklich ticken (können). Ab Minute 1:00 gibt es ein paar Bilder von diesem Orchester aus Paraguay, dessen Mitglieder sich Instrumente von der Müllkippe gebaut haben, an deren Peripherie sie leben.

http://www.fuse.tv/videos/2013/08/megadeth-recycled-orchestra

 

Hilfreich ist auch ein Blick in Daves Twitter-Account. Er erinnert an den Geburtstag des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King.

https://twitter.com/DaveMustaine

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