Online-MegazineKolumne

70.000 Tons Of Metal - Logbuch

70.000 Tons Of Metal

Logbuch-Eintrag 30.01.13

70.000 Tons Of MetalGegen kurz vor acht morgens spürt man ein Vibrieren. Wir sind an unserem Ziel für den Landgang angekommen, den Turks And Caicos Islands, die 550 Meilen südöstlich von Miami im Atlantik liegen. Der Blick aus dem Bett der Kabine nach draußen mutet karibisch an. Unser Schiff liegt vor einem Palmen-Strand, davor kleine Boote, dahinter Strandbars. Auf jeder bisherigen „70.000 Tons Of Metal“ war das Ziel für den Landgang ein anderes. Dahinter steckt die Idee, den Metalheads, die „Wiederholungstäter“ sind (und das sind immerhin über 70 Prozent) jedes Jahr etwas Neues zu bieten, damit sich der Trip nicht wiederholt. Im Schiff ist es noch ruhig, die Leute scheinen sich noch von der Nacht zu erholen. Doch im Frühstücksraum ist reger Betrieb. Sami und Jülle von Kreator mischen sich schon unter das frühstückende Volk, ebenso Lacuna-Coil-Fronterin Cristina Scabbia. Dann geht’s raus aus dem Schiff und über einen Steg zum Strand. Das Schiff ist nun – anders als in Miami – unverdeckt zu sehen, und man ist noch einmal beeindruckt wie groß der Dampfer ist.

Am späten Vormittag wird es voll am Strand. Überall sieht man badende und sich sonnende Metaller, dazwischen Kellner, die Drinks bringen. Die Strandbars sind innerhalb kürzester Zeit auf Metal umgestiegen und so donnern einem im karibischen Flair unter Palmen ´Master Of Puppets´, ´Paranoid´ und ´The Final Countdown´ entgegen. 70.000 Tons Of MetalAm Schiffssteg bei den Strandbars und ellenlangen Liegestuhl-Reihen treffen sich die meisten „Majesty“-Passagiere. Die Sonne knallt und man sieht gutgelaunte Metaller im badewannenwarmen Wasser schwimmen.

Wie schon auf Schiff mischen sich auch hier die Musiker ganz selbstverständlich und ohne Backstage- und Pass-Theater unter die Fans. Rage-Gitarrero Victor Smolski begegnet einem am Wasser – ein kurzer Plausch über die gestrige Show und seinen morgendlichen Ausflug über die Insel und dann steht schon die Doro-Band vor einem, die Fotos mit einigen Fans macht. Volkmar von Die Apokalyptischen Reiter genießt noch schnell einen alkoholfreien Drink bevor es ins Wasser geht, wohingegen der Kreator-Trupp beschließt, zu einem etwas einsameren, aber nicht minder geilen Strand am anderen Ende der Insel zu düsen. Ein bisschen abseits vom Hauptstrand trifft man Doro Pesch, die entspannt in der Sonne liegt und Cristina Scabbia, um deren Anblick im Zweiteiler mich vermutlich nicht wenige Männer beneiden. Ein Stück strandaufwärts sieht man schließlich noch die In-Flames-Jungs, die offensichtlich heute und in den letzten Tagen auch schon genug Sonne getankt haben – zumindest lässt das Björn Gelottes roter Nacken erahnen. 70.000 Tons Of MetalJe höher die Sonne steht, desto voller und promillehaltiger geht es in den Strandbars zu und man fragt sich, ob alle pünktlich um halb vier wieder auf dem Schiff sind. Tatsächlich muss niemand zurückbleiben – womöglich auch dank der eifrigen Strand-Crew, die die Besucher an ihren Ship-Call erinnert. Zurück auf der Majesty eröffnen SUBWAY TO SALLY den Konzertabend, einige Stunden später zockt DORO auf dem Pool Deck. METAL CHURCH spielen ihr komplettes Debütalbum runter und sorgen für begeisterte Gesichter. LACUNA COIL spielen ohne ihren Original-Drummer (keine Ahnung warum) und müssen wie schon auf dem Summer Breeze auf die Anwesenheit von Bassist Marco Coti Zelati verzichten, der an einer heftigen Sehnenscheiden-Entzündung laboriert. Bevor es nach Mitternacht zu NILE aufs Pool-Deck (übrigens abends in der Nähe der Bar DER Treffpunkt für Bands und Fans) geht, lohnt sich ein kurzer Abstecher in die Boleros Lounge, wo gerade beim berüchtigten Karaoke herrlich schief ´We're Not Gonna Take It´ gegröl-sungen wird.

 

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Pics: Conny Schiffbauer