Online-MegazineKolumne

70.000 Tons Of Metal - Logbuch

Logbuch-Eintrag 29. Januar 2014 - Costa Maya, Mexiko - Landgang

Bereits zum vierten Mal ist das Kreuzfahrtschiff „Majesty Of The Seas“ für fünf Tage und vier lange Nächte die Heimat des schwimmenden Heavy-Metal-Festivals „70.000 Tons Of Metal“. Wir sind wieder dabei, wenn 2.000 Headbanger aus über 50 Ländern und 40 Bands (u.a. Satyricon, Dark Tranquillity, Fear Factory, Obituary, Overkill, Soilwork, Twilight Of The Gods) an Bord gehen, um von Miami in Richtung Costa Maya/Mexico und wieder zurück zu schippern.

Logbuch-Eintrag 29. Januar 2014 – Costa Maya, Mexico
 
Am dritten Tag der Cruise steht der Landgang an. Gegen Mittag legt die „Majesty Of The Seas“ bei karibischen 30 Grad an der sonnigen Costa Maya in Mexiko an. Durch mehrere Etagen windet sich die Schlange der Leute, die das Schiff verlassen wollen, um ein der vielen angebotenen Touren zu machen oder auf eigene Faust den Landstrich zu erkunden. Konzerte stehen heute wegen des Landgangs erst wieder ab späten Nachmittag an.

Direkt gegenüber parkt ein anderer, riesiger Kreuzfahrt-Kutter gegen den die  „Majesty Of The Seas“ geradezu klein wirkt. Das Publikum beider Schiffe lässt sich allerdings leicht unterscheiden. Auf der einen Seite steigen Schwarzgekleidete aus, auf der anderen Seite steigen Rentner ein. Am Pier geht es in einen der wartenden Busse und weiter zu den eine Autostunde entfernten Chacchoben-Maya-Ruinen. Schnell ist das Maya-Gelände von Metallern bevölkert.

 

Während sich die einen artig von ihren Reiseleitern die Geschichte der Stätte erklären lassen, posen andere vor den Ruinen oder spazieren durch die exotische Vegetation (u.a. gibt’s hier Killer-Bäume). Zwischen ein paar Ruinen findet man irgendwann die abgeworfene Haut einer Schlange, die so lang ist, dass man dem Tier, das die Haut einst getragen hat, lieber nicht persönlich begegnen will. Nach dem Ende der Führung geht es zurück in die Busse. Auf der Rückfahrt erzählt der äußerst kommunikationsstarke Reiseleiter irgendwelche Fruchtbarkeits-Geschichten von Baby-reichen Familien, Penissen und Patriarchat, aber eigentlich kann man sich gedanklich auch schon auf den anstehenden Konzert-Abend vorbereiten.


Von diesem trennt einen „nur noch“ die endlos lange Schlange der zurückkehrenden Metaller am Pier, die dafür sorgt, dass die Majesty erst mit Verspätung ablegen kann und OBITUARY schon ohne mich und einige hundert andere Passagiere auf dem Pool Deck losbolzen. Dafür lernt man in der Schlange andere Kreuzfahrer kennen. Einige haben bereits die goldene Schiffskarte, die man bekommt, wenn man schon einige Fahrten mitgemacht hat, andere sind zum ersten Mal dabei. Super finden es auf jeden Fall alle – egal, ob das Herkunftsland Australien, Schottland, Kolumbien oder Deutschland ist.

Heute feiert das Festival quasi Bergfest, denn ab nun wiederholen sich die Konzerte (oft allerdings mit anderen Setlisten und Auftrittsorten- und Zeiten). Wieder zocken u.a. Orphaned Land, Hatesphere und Unearth (die am Vorabend noch gegen 2 Uhr nachts einen sehr fetten Auftritt hingelegt haben). BONFIRE spielen in der kuscheligen Spectrum Lounge vor einigen hundert Leuten während nur eine Treppe nach unten entfernt Trevor & Co. von UNEARTH das Chorus Line Theater halb zerlegen.
Den ersten Preis für das bizarrste Merchandise des Tages bekommen übrigens Carcass, die Barbie-Rosa-farbene Girlie-Tops anbieten.

Pics: Conny Schiffbauer

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