Online-MegazineKolumne

70.000 Tons Of Metal - Logbuch

Logbuch-Eintrag 27. Januar 2014 – Miami Beach – Die Majesty Of The Seas legt ab

Bereits zum vierten Mal ist das Kreuzfahrtschiff „Majesty Of The Seas“ für fünf Tage und vier lange Nächte die Heimat des schwimmenden Heavy-Metal-Festivals „70.000 Tons Of Metal“. Wir sind wieder dabei, wenn 2.000 Headbanger aus über 50 Ländern und 40 Bands (u.a. Satyricon, Dark Tranquillity, Fear Factory, Obituary, Overkill, Soilwork, Twilight Of The Gods) an Bord gehen, um von Miami in Richtung Costa Maya/Mexico und wieder zurück zu schippern.



In den frühen Morgenstunden ist die “Majesty Of The Seas” im Hafen von Miami eingefahren und spuckt die letzten “normalen” Kreuzfahrtpassagiere aus, bevor die Teilnehmer der “70.000 Tons Of Metal” das Schiff besteigen. Schon am Check-In mischen sich Musiker wie Bobby „Blitz“ von Overkill und Accept-Gitarrist Herman Frank, der mit Victory auf dem Schiff ist, unters Volk. Auf der „70.000 Tons Of Metal“ gibt es nach wie vor keinen Backstage-Bereich, der die Musiker von den Kreuzfahrtteilnehmern trennt. Alle sitzen wortwörtlich im gleichen Boot. An der Pool-Deck-Bar, von wo aus man den Aufbau der größten schwimmenden Open-Air-Konzertbühne der Welt beobachten kann, trifft man Fear-Factory-Sänger Burton C. Bell, der strahlend schwärmt, wie entspannt und gut gelaunt alle auf dem Schiff sind und wie gerne er zum zweiten Mal auf der „Majesty Of The Seas“ Gast ist. Ein paar Decks tiefer sieht man Primordial-Frontmann Alan Averill, dessen Band Twilight Of The Gods zu den letzten bestätigten Acts gehörte, durch die Gänge laufen. Hier ist es ganz normal, dass Musiker beim Mittagessen am Nebentisch sitzen, bei der obligatorischen Sicherheitsübung ein paar Schritte weiter stehen (wie z.B. die Obituary-Jungs, die vermutlich eine der kürzesten Anreisen aller Bands hatten) und von der Reling aus Fotos der Skyline von Miami Beach schießen. Das Schiff verlässt den Hafen später als geplant, was nicht schlimm ist, denn nun verschwimmen bunte Skyline-Lichter und Abendlicht erst recht zu einem Postkarten-reifen Kitsch-Szenario. Bobby von Overkill, Kobi Farhi von Orphaned Land und Metal-Pianistin Vika, die nach ihrem erfolgreichen Einstand im letzten Jahr erneut an Bord ist, stehen an der Reling, plaudern mit Fans, genießen den spektakulären Ausblick oder schlürfen einfach ein paar Bierchen im warmen Abendlüftchen.

SWASHBUCKLE eröffnen die Konzertnacht in der Spectrum Lounge, der kleinsten aller drei Show-Locations an Bord, gefolgt von SOILWORK, die im großen, eleganten Chorus Line Theater auftreten und für gute Stimmung sorgen. Eines der Highlights des Abends sind OVERKILL, deren Frontmann Bobby „Blitz“ begeistert ins Publikum posaunt, dass er die Cruise einfach nur „total fucking great“ findet. Weiter geht es mit SYMPHONY X, die u.a. Mikael Stanne von Dark Tranquillity und Kobi Farhi als aufmerksame Zuhörer ins Publikum ziehen und deren Frontmann Russell Allen gegen Ende des Sets einen Ausflug in die ersten Konzertreihen unternimmt, um von dort zu singen. Als nächstes donnern OBITUARY ihre Songs runter. „Die sind wie 'ne Bratwurst. Nicht wirklich geil, aber dennoch immer irgendwie lecker“, analysiert ein Death-Metal-Fan neben mir die Qualitäten der Florida-Deather, die zwar deutlich weniger Zuschauer ziehen als Overkill und Symphony X, aber dennoch einen sehr soliden Gig hinlegen. Die Pool-Stage mit FINNTROLL ist zu dem Zeitpunkt noch nicht eröffnet. Alles verzögert sich ein wenig, aber dennoch brummen die Konzerthallen und Bars und überall wird gefeiert.

 

Pics: Conny Schiffbauer

 

Logbuch-Eintrag #1

Logbuch-Eintrag #2

Logbuch-Eintrag #4

Logbuch-Eintrag #5

Logbuch-Eintrag #6