Online-MegazineKolumne

70.000 Tons Of Metal - Logbuch

Logbuch-Eintrag 26. Januar 2014 – Miami Beach/Fort Lauderdale – Mehr Strand und ein Abend mit Amon Amarth

Bereits zum vierten Mal ist das Kreuzfahrtschiff „Majesty Of The Seas“ für fünf Tage und vier lange Nächte die Heimat des schwimmenden Heavy-Metal-Festivals „70.000 Tons Of Metal“. Wir sind wieder dabei, wenn 2.000 Headbanger aus über 50 Ländern und 40 Bands (u.a. Satyricon, Dark Tranquillity, Fear Factory, Obituary, Overkill, Soilwork, Twilight Of The Gods) an Bord gehen, um von Miami in Richtung Costa Maya/Mexico und wieder zurück zu schippern.
 
Auch am Sonntag ist der Strand von Miami Beach wieder der erste Treffpunkt der „70.000 Tons Of Metal“-Meute. Ab 14 Uhr füllt sich ein Plätzchen hinter einem der Baywatch-Häuschen, und aus anfänglich fünf bis sechs Metallern werden im Laufe des Nachmittags rund 400 feiernde Headbanger.
Nach der Beach-Party zieht es eine Menge Kreuzfahrt-Teilnehmer gegen Abend ins nördlich von Miami gelegene Fort Lauderdale. Sechs gecharterte Busse sowie diverse Mini-Vans und Taxen machen sich auf den Weg, um einige Hundert Cruiser zur dort stattfindenden Show von Amon Amarth, Enslaved und Skeletonwitch zu bringen. Der Clou: In einigen der gecharterten Busse sorgen Stripperinnen dafür, dass die rund halbstündige Fahrt wie im Flug vergeht.

Die Konzerte finden im 1400 Mann fassenden Club „Revolution Live“ statt. Die ausverkaufte Bude platzt aus allen Nähten und es müssen sogar 200 enttäuschte Fans, die keine Tickets mehr ergattern konnten, wieder nach Hause fahren. Drinnen herrschen schon beim ersten Warm-up-Act SKELETONWITCH Saunatemperaturen. An der Bar, von deren Decke zahlreiche Slips, BHs und Krawatten baumeln, gibt es kaltes Bier, das aber von diversen Deutschen als „dünne Plörre“ gedisst wird. Die Stimmung im „Revolution Live“ ist von der ersten Support-Band an sehr gut. Man sieht viele Besucher in Shirts der „70.000 Tons Of Metal“ und „Barge To Hell“, weswegen sich die Musiker in ihren Ansagen regelmäßig auf die anstehende Kreuzfahrt beziehen und so die Stimmung noch mehr anheizen. Als ENSLAVED fertig sind und am Merchandise-Stand mit ihren Fans plaudern, machen sich AMON AMARTH langsam für ihren 90-Minuten-Auftritt fertig. Inzwischen haben die Schweden in den USA fast so ein fettes Standing wie in Europa. Natürlich mischen sich durch die Cruise auch eine Menge Europäer unters Publikum, aber dennoch ist bemerkenswert wie enthusiastisch die Amis die Band um Frontmann Johan Hegg abfeiern.

Gegen Mitternacht setzen sich die Busse wieder gen Miami Beach in Bewegung. Eine Stripperin tanzt zwar nicht durch meinen Bus, aber dafür dröhnen laut Manowar, Powerwolf und Eluveitie aus den Musikboxen. Fäuste werden in die Luft gereckt, die vom promillereichen Abend schon schläfrig wirkenden Bus-Nachbarn noch einmal motivierend in die Seite geknufft und die letzten Weinpullen und Bierdosen geleert. In einigen Stunden wird die Majesty Of The Seas im Morgenlicht in den Hafen von Miami einlaufen. Neben mir erörtert ein Kreuzfahrt-Teilnehmer seine weitere Abendplanung: „Ich geh jetzt besser mal schlafen, denn Morgen werde ich wohl kaum ein Auge zumachen, wenn die erste Cruise-Nacht ansteht. Die ist immer der Wahnsinn.“

 

Pics: Conny Schiffbauer

 

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