Online-MegazineKolumne

Logbuch-Eintrag 26.01.15 – Durch das karibische Meer zurück nach Florida

70.000 Tons Of Metal

Die „70.000 Tons Of Metal“-Cruise geht in die fünfte Runde, und Leichtmatrosin Conny Schiffbauer berichtet live vom schwimmenden Schwermetalldampfer.

Wieder war es eine lange Nacht, die eingeläutet wurde durch Show-Highlights wie die Auftritte von In Extremo und Arch Enemy. Während In Extremo im Studio B – einer zur Konzert-Location umgebauten Schlittschuhbahn – das Eis unter dem verlegten Boden quasi zum Schmelzen brachten, legten Arch Enemy auf dem Pool-Deck einen ebenso mitreißenden Gig hin. Das neue Line-up, zu dem inzwischen auch Jeff Loomis gehört, harmoniert sehr gut und transportiert eine Menge Energie.

Nach den Konzerten ging es in die Sphynx Lounge, in der es jede Nacht Metal-Karaoke gibt und schließlich in das Schiffs-Kasino, das sich im Verlauf der Reise als beste Location zum Versacken etabliert hat. Hier sind die Getränke billiger und es darf geraucht werden und so trifft man sich hier, um bis in die frühen Morgenstunden zu feiern. Und dabei ist der Sonnenaufgang nicht der Schlusspfiff für die nächtliche Party. Es gibt Feierwütige, die erst gegen 11 Uhr vormittags schlafen gehen.

Der letzte Tag auf hoher See ist angebrochen. Im Vorjahr musste der traditionelle Bauchklatscher-Wettbewerb wegen schlechten Wetters abgesagt werden, doch dieses Jahr findet er zur Mittagszeit statt und offenbart wieder die eine oder andere schicke Metaller-Plautze. Danach sorgen Korpiklaani auf dem Pool-Deck für den richtigen Hintergrund-Soundtrack zum gemütlichen Sonnenbad mit Bierchen in der Hand, wahlweise in einem der Whirlpools. Es ist immer noch ein witziges Bild, Metaller wie Kinder im Wasser rumplantschen zu sehen, während auf der Bühne harte Riffs zu hören sind. Auch Cronos von Venom erzählt lachend, dass es für einen Musiker sehr witzig ist, von der Bühne aus die Fans mit Schirmchen-Drinks im Whirlpool sitzen zu sehen.

Das nächste Highlight des Tages findet allerdings wieder drinnen statt. Annihilator-Boss Jeff Waters lädt zur All-Star-Show „Jamming with Waters in international waters“ ins Platinum Theater ein, wo Metal- und Hardrock-Klassiker von wechselnden Line-ups gespielt werden. So sieht man z.B. Cronos (Venom) mit Nergal (Behemoth), Jeff Waters (Annihilator) und Specki T.D. (In Extremo) 'Ace Of Spades' zocken und Max Cavalera (Soulfly) Panteras „Walk“ singen. Etwas später im Set geben Hansi Kürsch (Blind Guardian), Mat Sinner (Primal Fear) und Dave Padden (Annihilator) Led Zeppelins 'Immigrant Song' zum Besten und Chris Boltendahl (Grave Digger) spielt mit Michael Schenker Jimi Hendrix 'Purple Haze'. Überall im Publikum entdeckt man weitere Musiker, die einfach Spaß haben, sich den Jam ihrer Kollegen anzuschauen. Im Gegensatz zum gut gefüllten All-Star-Jam herrscht bei Corrosion Of Conformity nahezu gähnende Leere. Gerade einmal rund 70 Leute verirren sich zu den Herren, obwohl sie ihr legendäres Album „Blind“ im Line-up mit Sänger Karl Agell spielen. Schließlich endet die Cruise nachts mit den Auftritten von Blind Guardian, Claim The Throne, Alestorm und Destruction, doch im Kasino geht es noch weiter bis die „Liberty Of The Seas“ wieder in Fort Lauderdale anlegt.

 

Pics: Conny Schiffbauer

 

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