Online-MegazineKolumne

70.000 Tons Of Metal - Logbuch

Logbuch-Eintrag 25. Januar 2014 – Miami Beach – die erste Warm-up-Beach-Party

Bereits zum vierten Mal ist das Kreuzfahrtschiff „Majesty Of The Seas“ für fünf Tage und vier lange Nächte die Heimat des schwimmenden Heavy-Metal-Festivals „70.000 Tons Of Metal“. Wir sind wieder dabei, wenn 2.000 Headbanger aus über 50 Ländern und 40 Bands (u.a. Satyricon, Dark Tranquillity, Fear Factory, Obituary, Overkill, Soilwork, Twilight Of The Gods) an Bord gehen, um von Miami in Richtung Costa Maya/Mexico und wieder zurück zu schippern.
 
Samstagmittag, 14 Uhr, ein Strandabschnitt in South Miami Beach, nur wenige Meter vom berühmten Ocean Drive des bonbonfarbenen Art-Deco-Viertels entfernt. Das Thermometer zeigt rund 24 Grad und die warme Sonne versteckt sich nur gelegentlich hinter ein paar weißen Wölkchen. Der deutsche Winter mit Minus-Temperaturen und grauem Himmel ist tausende von Kilometern entfernt und schnell vergessen. Ein Pulk Schwarzgekleideter setzt sich optisch auffällig vom blitzweißen Sand ab. 100 bis 150 Metaller treffen sich zur ersten inoffiziellen Warm-up-Beach-Party, trinken, lachen und plaudern in einem bunten Sprachen-Mix. Schon Wochen vorher haben sich bis dato Fremde per Facebook verabredet und gemeinsam auf den Start der „70.000 Tons Of Metal“-Woche gefreut.

„Hey, kannst du mir sagen, was da los ist?“ fragt ein Einheimischer in Badeshorts, der das schwarze Treiben eine ganze Weile neugierig beobachtet hat, mit freundlichem, aber forschem Wissensdurst. Der Pulk setzt sich deutlich vom Rest der Strandbesucher ab – Männer mit Käppi, Badeshorts und Coke in der Hand und Frauen mit (häufig) operierten Oberweiten, knappen, glänzenden Bikinis und Smartphone in der Hand – und wird mal mehr mal weniger neugierig von den „normalen“ Beach-Besuchern beäugt. Cops und Strand-Wache lassen die Metaller gewähren, obwohl schon das eine oder andere Bier lautstark die Kehlen runter läuft. Auch Rum, Whiskey und andere Promille-Mitbringsel scheppern in mitgebrachten Rucksäcken und Tüten vom Liquor-Store. Metal-Fans aus u.a. Australien, Honduras, Schweden, Slowenien und Deutschland stoßen miteinander an, erzählen sich welche Bands, sie auf dem Schiff sehen wollen und schmieden erste Pläne für den Landgang in Mexico. Mittendrin im feiernden Pulk sieht man Mitglieder von Cripper. Frontfrau Britta stürzt sich mutig in die erfrischenden Fluten während der Rest der Metal-Meute lieber im trockenen Sand bleibt.

Gegen sechs Uhr wird es dunkel, aber die Party geht immer noch weiter und löst sich erst einige Stunden später auf. Die Kreuzfahrtteilnehmer verteilen sich auf die Bars und Restaurants am Ocean Drive. Alle paar Meter sieht man Leute mit „70.000 Tons Of Metal“-, Carcass-, Wacken-, Motörhead-, Chimaira- und Suffocation-Shirts. Man erkennt sich, grinst sich an und setzt sich manchmal einfach spontan dazu, um den weiteren Abend gemeinsam zu verbringen. Ein wichtiges Gesprächs-Thema ist die Amon-Amarth-Show am nächsten Abend im rund 25 Auto-Minuten entfernten Fort Lauderdale. Sechs Busse sind organisiert, um Cruise-Teilnehmer von Miami zum Konzert zu befördern. Und auch als der Abend gegen Mitternacht im Rockclub „Kill Your Idol“ endet, sind Amon Amarth noch ein Gesprächs-Thema. Man freut sich auf das Konzert und trinkt als Absacker schon einmal ein Bierchen auf die Schweden.

 

Pics: Conny Schiffbauer

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