Online-MegazineKolumne

Logbuch-Eintrag 25. Januar 2015 – Jamaika, Baby!

70.000 Tons Of Metal Tag 3

„Jamaika wird versinken!“



Die „70.000 Tons Of Metal“-Cruise geht in die fünfte Runde, und Leichtmatrosin Conny Schiffbauer berichtet live vom schwimmenden Schwermetalldampfer.

Nach einer langen Nacht, deren letztes Konzert erst gegen sechs Uhr in der Früh endete, liegen wir vor Jamaika. In den letzten anderthalb Tagen sind wir um Kuba herum geschifft und befinden uns nun mitten im karibischen Meer. 70.000 Tons Of Metal Tag 3Es ist nochmal eine ganze Ecke tropischer als in Florida, was man auch schon nachts bei den Konzerten auf Deck bemerken konnte, als die Luft auf einmal deutlich wärmer wurde. Obwohl manch einem Cruiser noch die letzten Promille der vergangenen Nacht in der Birne hängen dürften, verlassen die meisten Fans und Bands schon gegen neun bis zehn Uhr das Schiff, um entweder einfach nur an den Pier-Stränden abzuhängen, Cocktails zu trinken und Reggae zu hören oder an einer der zahlreichen angebotenen Touren teilzunehmen, an denen teilweise auch Musiker teilnehmen. So lädt das Programmheft u.a. ein, mit Threshold, Amorphis, Jungle Riot und Therion zu den aus James Bond bekannten Dunn River Falls zu fahren, mit D-A-D und Origin an einer Katamaran-Fahrt teilzunehmen oder mit Grave Digger, Primal Fear, Heathen und Michael Schenker´s Temple Of Rock an einem „einsamen“ Strand abzuhängen.

Ich quetsche mich mit den Jungs von In Extremo, ihrer Crew und Freunden zu 17 Personen in einen kleinen Bus, der gefühlt nur die Hälfte der Personen transportieren darf, was es aber umso kuscheliger und verschwitzter macht. Nach 15 bis 20 Minuten Fahrt landen wir an einer karibischen Bucht, wie man sie von Postkarten kennt. 70.000 Tons Of Metal Tag 3Weißer Strand, Palmen, türkisfarbenes Meer, dunkelheutige Schönheiten, die einem Drinks servieren und Jamaikaner, die zu flotten Karibik- und Reggae-Klängen im Sand rumtanzen. Frontmann Micha Rhein nennt es mit Blick auf den Tourtross eine Ü50-Veranstaltung und wir alle machen uns kurz Gedanken, wie ausgeprägt auf einer Skala von 1 bis 10 der Touri-Fallen-Faktor an diesem Strand ist. Nach ca. einer Sekunde kommen wir zu der Erkenntnis, dass das eigentlich auch egal ist und stürzen uns ins Badewannen-warme Meer. Es wird ein relaxter Tag mit den Mittelalter-Metallern. Es wird in der Sonne rumgehangen, eine Armada von Bieren vernichtet, stundenlang aufs Mittagessen gewartet und regelmäßig im Wasser rumgeblödelt. Irgendwann vollführt der Trupp spontan am Strand ein Tänzchen, bei dem man im Watschel-Gang seitwärts geht und dabei mit den ausgestreckten Armen in der Luft rumgwedelt. Das Ganze sieht aus wie eine Mischung aus Ententanz, Jane-Fonda-Aerobic und maritimem Fruchtbarkeitstanz. Muss man nicht verstehen, aber ist auf jeden Fall amüsant anzusehen. Gegen drei Uhr geht es zurück zum Schiff, wo schon wenig später die ersten Bands wieder spielen und eine rund 14-stündige Konzert-Nacht auf vier verschiedenen Bühnen einläuten.

70.000 Tons Of Metal - Refuge

 

Pics: Conny Schiffbauer

 

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