Online-MegazineKolumne

Logbuch-Eintrag 22. Januar 2015 – Miami Beach/Fort Lauderdale

70.000 Tons Of Metal Preparty

Nicko McBrains Fleisch-Eldorado & eine Warm-up-Party mit Polizei-Großeinsatz
 
Bereits zum fünften Mal findet das schwimmende Heavy-Metal-Festival „70.000 Tons Of Metal“ statt. Wieder geht es von Florida in Richtung Karibik, allerdings wurde das bisherige Schiff durch einen größeren Kahn – die „Liberty Of The Seas“ - ersetzt, die 3.000 statt bisher 2.000 Metalheads fasst und auf der 60 statt bisher 40 Bands auftreten. Statt in Miami, legt die Kreuzfahrt nun in Fort Lauderdale ab, was dafür sorgt, dass sich die von Jahr zu Jahr zahlreicher werdenden Warm-up-Events nun auf zwei Städte verteilen, nämlich Miami und Fort Lauderdale.

Zwei Tage bevor das Schiff ablegt, füllt sich South Miami Beach bereits sichtlich mit Metallern. Wo sonst Bonbon-Farben regieren, rennen nun vermehrt Langhaarige mit schwarzen Band- und Festivalshirts rum. Gegen 14 Uhr ist die erste Beach-Warm-up-Party angesagt, zu der sich rund 200 Leute einfinden. Dank der vielen Wiederholungstäter ähnelt das Event einem Familientreffen. Viele kennen sich bereits von vergangenen Kreuzfahrten, begrüßen sich freudig und stoßen gemeinsam auf die anstehende Reise an. Während in Deutschland frostige 0 Grad herrschen, lässt es sich trotz bedeckten Himmels am Strand gut im T-Shirt aushalten. Erst als es dunkel wird, löst sich die Party langsam auf und die Leute ziehen weiter in die Clubs und Burger-Buden der Stadt.
 
Am nächsten Tag steht die offizielle und große Warm-up-Beach-Party in Fort Lauderdale an. Doch vorab geht es in Nicko McBrains „Rock´n´Roll Ribs“-Restaurant, in dem man sich angesichts der gigantischen Fleischladungen auf den Tellern ein wenig wie ein Keulen schwingender Neandertaler vorkommt. Der 2009 eröffnete Laden des Iron-Maiden-Drummers ist eine Art Band-Museum. Überall hängen Maiden-Erinnerungsstücke an der Wand – von der goldenen Kassette über Poster bis hin zu einem McBrain-Drumkit, das an der Seite steht. Auf einem Flatscreen flackern Maiden-Live-Auftritte über den Bildschirm und die Speisekarte besteht nicht aus „Vor-, Haupt- und Nachspeisen“, sondern aus „Load In“, „Headliners“ und „Encores“. Der Laden ist voll von Cruise-Teilnehmern, die sich die Bäuche vollschlagen mit z.B. „Brave New World Potato Salad“, „Fear Of The Dark Chocolate Maximus Supremus“ und „When The Wild Wind Blows Beans“.

Danach geht es zur Riptide Tiki Strand Bar, wo hunderte von Metallern aus aller Welt bereits seit dem frühen Nachmittag zusammen feiern. Die Party ist eine ganze Ecke größer als die am Vortag und nicht wenige vorbeispazierende Rentner und Familien werfen einen irritierten Blick auf den Bier trinkenden und gelegentlich ins warme Meer springenden Pulk, dessen lautstarke Hintergrundbeschallung aus Pantera & Co. besteht. Während sich die Polizei tagsüber zurückgehalten hat, werden den Cops bei Einbruch der Dunkelheit die feiernden Metaller wohl doch ein wenig suspekt. Immer noch feiern einige hundert Metalheads an der kleinen Strandbar – darunter auch Korpiklaani-Sänger Jonne Järvelä, Izegrim-Sängerin Marloes und die Jungs von Heathen.

Irgendwann positionieren sich 14 Streifenwagen, inklusive eine TV-News-Teams um die Meute, doch die Metaller stört das wenig. Sie grölen in die Fernsehkamera und fragen einen Cop nach dem anderen wahlweise nach einem Autogramm oder einem gemeinsamen Foto, was diese wiederum irgendwann davon zu überzeugen scheint, dass dieser schwarze Pulk doch gar nicht so gefährlich ist. Die Zahl der Streifenwagen verringert sich wieder und die Cruise-Teilnehmer feiern noch bis in die Nacht weiter.

 

Pics: Conny Schiffbauer

 

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