Online-MegazineInterview

THE DAGGER

Wurzelkunde

THE DAGGER

Von Classic Metal zu Death Metal und wieder zurück zum Heavy Metal: THE DAGGER reihen sich nahtlos in die aktuelle „New Wave Of Swedish Heavy Metal“-Welle ein, obwohl drei der vier Mitglieder vorher jahrelang mit Bands wie Dismember und Grave dem Todesblei verschrieben waren. Ergänzend zu unserem Interview in Rock Hard Vol. 327 erklärt Drummer und Produzent Fred Estby die wilde Genre-Fahrt der Skandinavier.

Fred, Ende Juni ist euer Debütalbum „The Dagger“ erschienen. Wart ihr nervös, wie die Leute die Platte aufnehmen würden?

»Ach nein, wirklich nervös waren wir eigentlich nicht. Wir machen ja alle schon seit langer Zeit Musik und sind sehr zufrieden mit dem Album. Natürlich ist uns aber sehr wichtig, dass die Leute das Album mögen. Wenn unsere Scheibe den Hörern gefällt, dann sind wir happy, und den meisten gefällt sie zum Glück.«

Bei der Produktion der Platte bist du gewissermaßen als Doppelagent in Erscheinung getreten: Du hast nicht nur die Drums vermöbelt, sondern „The Dagger“ auch selbst produziert. Bist du extrem selbstkritisch an diese Aufgabe herangegangen?

»Ja, manchmal musst du da sehr hart ins Gericht gehen. Ich war sehr kritisch mit mir selbst und auch mit den anderen Jungs. Das ist schon schwierig, aber so etwas bin ich gewohnt (lacht).«

Momentan schießen die klassischen Heavy-Metal-Bands wie die Pilze aus dem Boden, und nicht wenige davon kommen wie ihr aus Schweden. Glaubst du, diese Bewegung ist reiner Zufall, oder gibt es da deiner Meinung nach eine bestimmte Initialzündung?

»Interessante Frage! Wenn man sich diese Bewegung einmal anschaut, dann besteht sie zu einem gewissen Teil aus alten Säcken wie mir (Estby ist 42 – am). Ich bin mit Bands wie Saxon, Iron Maiden, Deep Purple usw. aufgewachsen, auch wenn ich dann eine ganze Zeit lang viel extremere Musik gemacht habe (mit der Death-Metal-Truppe Dismember – am). Andererseits sind viele dieser „neuen“ klassischen Bands aber auch richtig jung, vielleicht Anfang 20. Die lieben einfach die alten Scheiben von Maiden und Konsorten.«

Einer eurer Songs, '1978', ist eine Hommage an diese alten Scheiben und die Anfangszeiten des Metal. Wieso habt ihr euch als Titel ausgerechnet 1978 ausgesucht? Was ist in diesem Jahr passiert?

»Das war einer der ersten Songs, den wir mit der Band geschrieben haben, und als wir ihn im Proberaum spielten, dachten wir: „Wow, diese Nummer hört sich wirklich an wie von 1978“. Ich dachte beim Schreiben der Lyrics auch an all die Alben, die in diesem Jahr erschienen sind. „Stained Class“ von Judas Priest, „Powerage“ von AC/DC oder „Long Live Rock 'n' Roll“ von Rainbow. Das sind einige meiner Lieblingsalben, und so kamen wir auf dieses Jahr.«

Wie kommt es, dass ihr eine klassische Heavy-Metal-Band gegründet habt, obwohl drei von vier Bandmitgliedern (Estby, David Blomqvist und Tobias Cristiansson – am) ursprünglich aus dem Death-Metal-Bereich kommen?  

»Eigentlich haben wir diese Musik immer schon gehört. Wenn wir im Tourbus unterwegs waren, lief dort hauptsächlich Judas Priest, Iron Maiden und so weiter. Mit dieser Musik, die wir alle mit 16 oder 17 kennenlernten, kamen wir überhaupt erst ins Metal-Genre, auch wenn wir später modernere, aggressivere Musik machten. Aber das sind unsere Wurzeln, zu denen wir nun zurückkehren. Das ist doch eigentlich gar nicht so ungewöhnlich, wie es auf den ersten Blick aussieht – und für uns ist es toll, mal etwas vollkommen anderes auszuprobieren.«

Gegründet habt ihr die Band schon 2009, eure erste Platte kommt nun fünf Jahre später. Gab es Hürden, die ihr in dieser Zeit überwinden musstet?

»Na ja, als wir die Band gründeten, fingen wir erst einmal damit an, gemeinsam zu jammen, erste Songs zu schreiben und zu sehen, wohin uns unsere musikalische Reise überhaupt führen würde. Daneben hatten wir auch noch andere Jobs, das dauerte also seine Zeit. Als wir dann soweit waren, dass wir ein Album aufnehmen wollten, war es gar nicht so einfach, einen guten Sänger zu finden, der zu unseren Songs passt und nicht schon bei zu vielen anderen Bands mitmischt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir unseren Sänger Jani Kataja (Ex-Sideburn) gefunden hatten.«

Ursprünglich hieß eure Band Dagger. Gab es mit dem Namen rechtliche Probleme, so dass ihr euch in THE DAGGER umbenannt habt?

»Unglücklicherweise ja. Unser Label Century Media und unser Manager warnten uns, dass wir nicht die einzige Band mit diesem Namen waren. Ein Anwalt riet uns ebenfalls, etwas bezüglich des Bandnamens zu unternehmen, damit wir nicht im schlimmsten Fall vor Gericht landen. Gott sei Dank sind wir dieses Problem jetzt los!«   


www.facebook.com/daggerofficial

Pic: Nikko Knösch (Promo)