Online-MegazineInterview

SPIRALARMS

Vom Thrasher zum Rocker

SPIRALARMS

SPIRALARMS haben mit „Freedom“ ein starkes Classic-Rock-Album abgeliefert, das sie derzeit auf der gemeinsamen Tour mit Scorpion Child in Deutschland live vorstellen. Im Smalltalk aus Rock Hard Vol. 319 wurde das Interview nur angeschnitten, hier nun die komplette Version, in der uns Gitarrist Craig Locicero (Forbidden, ex-Manmade-God) über die Geschichte der Band aufklärt.

Craig, wie kam es zu der Gründung von SPIRALARMS?

»Wir haben uns 2004 gegründet, als Systematic und Manmade God mit Label-Problemen und internen Streitigkeiten zu kämpfen hatten. Mir kam als Ersatz für den Manmade-God-Sänger Pann Reed als erstes Tim in den Sinn. Aber nachdem wir zusammen jammten, war es offensichtlich, dass die Sache in eine andere Richtung gehen würde. Seitdem hat sich das Line-up zwar noch einige Male verändert, aber seit 2011 haben wir eine stabile Besetzung.«

Die Schreibweise eures Bandnamen scheint einige Leute zu verwirren. Warum habt ihr euch für SPIRALARMS statt Spiral Arms entschieden? Stört es euch, wenn euer Name auf Tourpostern falsch geschrieben wird?

»Bandnamen sind halt Bandnamen. Ich könnte unzählige Beispiele von eigenartigen Namen im Rock'n'Roll nennen. SPIRALARMS ist nach den heutigen Maßstäben eigentlich recht harmlos, haha. Wir nennen uns Spiral Arms, aber geschrieben werden wir SPIRALARMS. So haben wir unser eigenes Trademark.«

Es wird häufig behauptet, dass Thrash-Gitarristen nicht das nötige Feeling für Rock und Blues aufbringen können. Bist du eine Ausnahme oder ist die Behauptung eh Unsinn?

»Nicht viele meiner Kollegen haben den gleichen Weg wie ich beschritten, aber es gibt da schon einige, z.B. Michael Amott (Arch-Enemy- und Spiritual-Beggars-Gitarrist - rb). Es war schon 1997 mit der Gründung von Manmade God mein Ziel universellere und gefühlvollere Musik zu machen, ohne dabei das Urteil der Metal-Community fürchten zu müssen.
Ich denke, das Experiment hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben, um meinen musikalischen Horizont zu erweitern. In den ersten Jahren stießen wir noch auf ein wenig Widerstand, aber irgendwas müssen wir wohl richtig gemacht haben, wenn sich selbst Rick Rubin für uns interessiert.
Ich wünschte, mehr Metal-Gitarristen könnten das so wie ich hinkriegen, aber oftmals klingt das Ergebnis doch recht gezwungen. Ohne meine großartigen Mitmusiker wäre das aber auch nicht möglich. Tim ist zum Beispiel ebenfalls ein ausgezeichneter Gitarrist, der auf „Freedom“ ganz eigene Akzente setzt.«

Wo wir gerade bei Gitarren sind: Wie kommt es, dass die Album-Credits gleich drei Gitarristen auflisten?

»Anfangs spielte Tim die Rhythmus- und ich die Leadgitarre. Als die Forbidden-Reunion anstand, wurden die anderen Jungs in der Band etwas nervös, was ich ihnen nicht verübeln kann. Sie dachten darüber nach das Line-up komplett durchzuwürfeln und brachten dabei Tims Bruder Greg ins Spiel. Als ich mit Forbidden unterwegs war, brauchten sie für einige Shows einen Ersatz für mich und so kam Anthony Traslavina zur Band. Greg musste aufgrund der Geburt seines Sohnes letztlich aus der Band aussteigen, das öffnete für Anthony die Tür zum festen Rhythmus-Gitarristen zu werden. Tim hat auf seinen Platten schon immer etwas Gitarre gespielt, auf „Freedom“ sogar etwas mehr. Er schrieb zum Beispiel 'Lover's Leap' als ich mit Forbidden auf Tour war. Der Track war dann schon fast fertig aufgenommen, bevor ich wieder zu Hause war.
Ein großartiger Song mit einer tollen Performance von Tim!«

Mir gefällt eure Version von 'Tomorrow's Dream'. Habt ihr eine spezielle Verbindung zu dem „Vol. 4“-Album oder habt ihr diesen Song ausgewählt, weil alle anderen Black-Sabbath-Klassiker schon zigmal gecovert wurden?

»Haha, großartige Frage und Beobachtung! 'Tomorrow's Dream' ist sehr simpel und melodisch gehalten, besteht nur aus drei Riffs und hat eine exzellente Hookline. Im Wesentlichen spiegelt der Track die Songwriting-Vorgaben für „Freedom“ wider. Tim wollte den Song unbedingt covern.«

Zumindest Thomas Kupfer und ich sind nach dem exzellenten „Freedom“ süchtig nach eurer Band. Wo bekommt man denn heute noch euer Debüt „Highest Society“ her?

»Da bin ich mir selbst nicht so sicher. Ich weiß, dass es auf iTunes erhältlich ist. Apache war ein sehr kleines Laben, das von Mario Mortier, einem Freund aus Belgien, betrieben wurde. Wir wussten es sehr zu schätzen, dass er uns 2010 eine Chance gab. „Highest Society“ hat richtig gutes Zeug an Bord, teilweise Sachen, die die Leute erst jetzt wieder zu schätzen lernen.«

„Freedom wurde bereits 2011 aufgenommen. Habt ihr schon neue Lieder geschrieben?

»Ja, Tim und ich haben schon einige Tracks komponiert und als Demos aufgenommen. Ich werde mich zukünftig auch mehr ins Songwriting einbringen können, da mich Forbidden jetzt nicht mehr ablenken und die Stimmung in der Band unglaublich gut ist. Die neuen Ideen sind sehr aufregend, es gibt von allem mehr.«

 

https://www.facebook.com/spiralarmsband

 

Pic: Dino Degrandis (Promo)