Online-MegazineInterview

ROYAL REPUBLIC

„Tiefe? - Nein, wir wollen Rock 'n' Roll!“

ROYAL REPUBLIC

Selten gab es in den letzten Jahren einen vergleichbar knackigen Ohrwurmgaranten wie die Schweden ROYAL REPUBLIC. 'Tommy Gun' oder 'Underwear', mit ihrem eingängigen Dauerschleifencharakter, lyrisch sicherlich recht simpel und nicht dazu bestimmt in die Tiefen der menschlichen Seele einzudringen, haben auch diesen Sommer wieder auf diversen Festivals für die extra Prise Abspack-Spaß und Hüft-Gehopse gesorgt. Seit dem 24.8.2012 ist nun endlich das zweite Album „Save The Nation“ am Start und bietet einen ehrwürdigen, genau so tanzbaren und mitsingbaren Nachfolger zum Debüt „We Are The Royal“.

Gitarrist Hannes Irengård hat sich per Telefon die Zeit genommen, über die neue Produktion, das Songwriting und die Zukunftspläne der jungen Schweden zu plaudern.

Herzlichen Glückwunsch Hannes, euer neues Album steht frisch in den Plattenläden.

(Lacht laut und klatscht in die Hände.) »Jaaaa, es ist da! Endlich!«

Wann und wo habt ihr die Platte aufgenommen?

»Wir haben das Album zusammen mit Michael Ilbert in Berlin aufgenommen. Er ist ein super Produzent, den wir glücklicherweise durch unser Management kennengelernt haben. Wir hatten auch überlegt nach L.A. zu gehen, oder nach Stockholm. Aber Berlin erschien uns als sicheres Pflaster, und wir wollten auf jeden Fall mit Michael arbeiten.«

Wie lang wart ihr insgesamt in Deutschland, und hattet ihr ab und an auch Zeit ein paar Touren durch die Hauptstadt zu unternehmen?

»Das waren ein bisschen mehr als drei Wochen. Wir haben uns erst zwei Wochen zum Einspielen der Instrumente genommen, dann noch mal eine komplette Woche für die Vocals. Und in all dieser Zeit haben wir es leider nicht geschafft uns irgendetwas anzusehen. Eine Schande! Wir sind morgens zu unserer Stamm-Bäckerei gewandert und haben uns dann im Studio eingeschlossen. Das ist generell so, wenn wir auf Tour sind oder irgendwie mit der Band unterwegs sind. Wenn wir dann nach Hause kommen, fragen uns all unsere Freunde und Familien, was wir gesehen haben und beneiden uns dafür, dass wir so viel rum kommen. Nur leider müssen wir dann immer alle enttäuschen und sagen, dass es außer Bus, Venue und Hotel nicht viel zu erkunden gab. Aber ich glaube das geht allen Musikern so. Nächstes mal, wenn wir nach Deutschland kommen, werden wir hoffentlich mehr Zeit haben uns umzusehen! Ihr habt hier einne Menge zu bieten, oder?«

Klar, nicht nur in Berlin, obwohl das natürlich eine super Stadt ist. Aber eure kommende Tour geht ja auch quer durch Deutschland, ihr solltet euch wirklich den ein oder anderen Day Off erlauben. Besonders da jetzt schon einige der Shows ausverkauft sind! Da habt ihr euch zwischendurch auch mal eine kleine Auszeit verdient.

(Einsetzen von besorgniserregender Schnappatmung) »Was?? Nein?! Echt? Du verarschst mich! Das ist doch erst gegen Ende des Jahres! Das hat mir noch keiner erzählt, aber danke für die Info!!« (Hannes schreit lauf »Adam, Adam! Ey Junge, wo bist du?!«)

Ömmm, Hannes?

»Ach ja, sorry. Ok, da bin ich wieder. Das sind so super Neuigkeiten! Ich meine wir haben uns echt den Arsch aufgerissen und Tag und Nacht gearbeitet, um hier hin zu kommen. Vor knapp vier Jahren hätte das noch keiner für möglich gehalten. Ich erinnere mich, vor zweieinhalb Jahren, da waren wir das erste Mal auf Tour und haben in den großen Venues als Opener gespielt. Da haben wir davon geträumt eines Tages selbst als Headliner auf der Bühne zu stehen und die Läden auszuverkaufen.«

Ihr habt diesen Sommer ja auch schon ordentlich für Wirbel gesorgt und eine Menge Gigs und Festivals gespielt. Einige der neuen Songs habt ihr auch schon performt, wie kamen die bei den Fans an?

»Es waren bis jetzt nur drei Songs vom neuen Album. Am Anfang ist man immer meganervös, weil man nicht weiß, wie die Leute reagieren. Aber zum Glück sind alle sofort mitgegangen, haben sich drauf eingelassen. Das freut einen als Musiker natürlich, denn man steckt sein Herzblut in jeden Song und hofft, dass man die Fans nicht enttäuscht.«

Ich habe mir die Lyrics auf „Save The Nation“ ein bisschen genauer angehört und hatte irgendwie das Gefühl, dass es zwar immer noch grundsätzlich um Spaß, Party, Tanzen, und Mädels geht, aber im Vergleich zu „We Are The Royal“ kommt da ein wenig mehr Ironie rüber. Ist der Eindruck korrekt?

»Dank dir – das ist doch ein Lob, oder? (lacht) ich würde nicht sagen, dass wir das absichtlich gemacht haben, bzw. dass wir mit der Einstellung an das Album gegangen sind, irgendwie tiefgründiger, erwachsener oder so zu klingen. Eigentlich machen wir die selbe Musik, wie immer. Ein wenig ironischer sind die Texte bestimmt, aber wir sind immer noch die gleichen Jungs und wollen einfach Rock 'n' Roll machen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vielleicht kann man das, was du meinst, so erklären: wir haben im Laufe der letzten Jahre einige... nennen wir es „Beobachtungen“ gemacht, und versucht diese auf der Platte zu verarbeiten. Aber natürlich immer mit einem Augenzwinkern und ein bisschen Übertreibung. Hauptsache ist aber, dass die Fans Spaß an der Musik haben und dazu feiern können. Wir sind nicht U2 oder Radiohead, wir wollen nicht so tiefgründig in unserer Musik sein. Tiefe? - Nein, wir wollen Rock 'n' Roll!«

Wie muss ich mit denn dann euer Songwriting vorstellen? Im Moment stelle ich mit einen Haufen aufgedrehter Jungs im Proberaum vor, die sich Geschichten von letzter Nacht erzählen, jammen und daraus Songs machen.

»Verdammt! Ich wünschte mir, es wäre so! Wirklich! Aber leider klappt das bei uns nicht so. Wir haben es eine Zeit lang mal auf eine ähnliche Art und Weise versucht, aber das endete immer in stundenlangen Jam-Sessions, ohne dass dabei ein einziger Song entstanden ist. Darum ist es mittlerweile so, dass sich jeder von uns zu Hause hinsetzt und an Ideen bastelt. Wir schicken uns gegenseitig unsere Song-Stückchen und nach einigem Hin und Her entstehen so langsam komplette Lieder. Klingt ein wenig mühselig, ist es manchmal auch, aber für uns der beste Weg, um zu Ergebnissen zu kommen.«

Habt ihr als Band auch schon mal überlegt andere Musik zu machen, oder war für euch eure Stilrichtung immer klar?

»Gute Frage. Ich glaube wir als Gruppe haben uns da noch nie Gedanken drüber gemacht. Ich meine ab und zu machen wir aus Spaß unterschiedliche Versionen aus unseren Songs, so was wie ne Heavy-Metal-Version, eine Boygroup-Version oder eine Country-Version. Aber alles nur zum Spaß. Ich selbst hätte ehrlich gesagt echt Lust eine Blues-Truppe ins Leben zu rufen. Drei Leute, Drums, Bass, Gitarre. Und dann würde ich die Hölle loslassen und einfach nur drauf los spielen! Das wäre ein Traum. Aber ich denke die kommenden Jahre wird dafür absolut keine Zeit sein. Wir haben mit ROYAL REPUBLIC noch eine Menge vor. Klar, auf der einen Seite macht mich das ein bisschen traurig, weil so viele andere Dinge hinten anstehen. Aber auf der anderen Seite geht aktuell ein Lebenstraum für uns alle in Erfüllung. Also will ich mich nicht beklagen! Ich will auf die Straße, ich will vor Leuten spiele und die Welt sehen!«

Wenn ihr auf Tour seid, was ist dann abseits der Bühne das Wichtigste für dich?

»Lustig, dass du gerade das fragst, denn genau über das Thema habe ich mich gestern noch mit Adam unterhalten. Wir haben uns gefragt, warum wir die ganze Zeit auf Facebook und Twitter rumhängen, von einer Location in die nächste ziehen und in der freien Zeit nicht mal etwas „Sinnvolles“ tun. Ich meine wir wissen ja, dass Facebook und solche Dinge heutzutage wichtig sind, und wir kommunizieren gern mit unseren Fans. Aber Adam und ich haben uns überlegt, dass wir die Zeit doch auch mal nutzen könnten um einfach ein Buch zu lesen, oder eine Fremdsprache zu lernen! Immer nur Facebook geht mir ehrlich gesagt so richtig auf den Keks!«

Das sehe ich ähnlich, irgendwann geht der Social-Media-Zauber verloren und man hat doch eher das Bedürfnis, die Menschen im realen Leben zu sehen.

»Genau! Ich habe die Leute auch lieber vor der Bühne, als dass sie mir bei Twitter folgen. Ich will nicht sagen, dass das nicht irgendwie auch wichtig ist, also das ganze Internet-Zeug. Aber lieber spüre ich, wie die Fans vor der Bühne zu unseren Songs abgehen und höre sie mitsingen. Mal ehrlich, dafür leben wir doch!«

Da werde ihr im kommenden Herbst eine Menge Gelegenheit zu haben! Ich bin gespannt auf eure Tour – hoffe man sieht sich!

»Gern! Wir freuen uns auch schon total! Ich kann nur sagen: Leute, kommt zu unseren Shows uns reißt mit uns die Hütten ein!«

 

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