Online-MegazineInterview

HELLBRINGER

Thrash 'Till Death

HELLBRINGER

27 Grad in der Sonne, ein kühles Bier in der Hand – Zeit das Thrash-Trio von HELLBRINGER für ein paar Fragen an den Tisch zu bitten. Auf dem Headbangers Open Air standen mir Gitarrist James Lewis und die Zwillinge Josh (Drums) und Luke Bennett (Gesang/Bass) Rede und Antwort.

Prost Jungs, wie geht's euch? Ich glaube, das Headbangers Open Air ist bereits euer drittes Festival innerhalb von drei Wochen, seid ihr gar nicht müde?

Josh: »Uns geht’s super! Wir dachten wirklich, dass wir nach so vielen Shows und Festivals echt müde und erschöpft sein werden, aber im Gegenteil: Es macht so viel Spaß live zu spielen. Außerdem sind wir während der Konzerte einfach voll mit Adrenalin, deswegen genießen wir das hier und machen uns mit ein paar Bierchen eine schöne Zeit.«

Und wie lief euer Gig heute? Hat's euch gefallen?

James: »Oh ja, die Show war verdammt geil. Es kamen viel mehr Leute, als wir erwartet haben. Ich meine, wir haben um zwölf Uhr mittags gespielt, und dass sich so viele Leute so früh aus dem Zelt quälen und headbangen, hätten wir nicht gedacht. Das hat uns total gefreut und auch sonst lief alles rund, es war eines der besten Konzerte dieser Tour.«

Apropos Tour: Wie fühlt es sich an quer durch Europa zu reisen und so viele Konzerte zu spielen? Was bedeutet das für euch?

Luke: »Naja, es ist wirklich nicht einfach für eine Underground-Band, wie wir es sind, so eine große Tour zu organisieren. Wir haben das alles alleine auf die Beine gestellt und damit auch alle Aufgaben der Organisation wie Booking, Promotion und Co. zu dritt übernommen. Es gab so viele Höhen und Tiefen und deswegen sind wir umso glücklicher und stolzer, diese Tour nun zu spielen. Das bedeutet uns wirklich eine Menge, nicht zuletzt, weil wir uns das schon so lange gewünscht haben.«

Habt ihr schon etwas besonders Lustiges während der Tour erlebt?

Luke: »Also auf eine Sache kann ich mich da gar nicht fokussieren, die ganze Tour ist ein einziges Abenteuer. Allerdings kommt mir gerade ein Australier in den Kopf, der bisher auf jedem Festival war, wo wir gespielt haben. Der Typ hat uns jeden Morgen versüßt, weil er aussah, als wäre ein LKW über ihn drüber gefahren, haha.«

Josh (zu Luke): »War das nicht erst letztes Wochenende auf dem Hell's Pleasure, wo er plötzlich mit Unmengen an Kotze im Haar vor uns stand?«

Luke: »Haha, stimmt. Ich glaube man merkt, dass dieser Typ eine gute Quelle für Freude und Spaß ist.«

Das ist aber nicht das Bild eines typischen Australiers oder? Wie stellt ihr euch eigentlich die Deutschen vor?

James: »Also von den Deutschen erwarte ich Bier und Würstchen, haha.«

Luke: »Nein, nein. Wir freuen uns total in Deutschland zu sein, weil die Leute hier richtige Die Hards und Maniacs sind, ganz anders als in Australien. Die Fans hier tragen so viel Leidenschaft für Heavy Metal in sich und gerade für die Musik, die wir spielen bekommt man hier viel mehr Resonanz, als in unserer Heimat.«

Habt ihr euch in eurer Spielweise denn auch von deutschen Bands wie den drei Thrash-Giganten Sodom, Kreator und Destruction beeinflussen lassen, oder spielen die nur eine untergeordnete Rolle?

Luke: »Doch, absolut! Neben Slayer und Possessed sind die drei wohl unsere offensichtlichsten Einflüsse. Oft kommen Leute an und sagen: „Hey, das klingt total nach Sodom, nach Slayer“, oder sonst einer Thrash-Band. Dabei sind wir auch total begeistert von Bands wie Infernal Majesty oder Deströyer 666, aber vor allem machen wir insgesamt einfach unser eigenes Ding. Wir tragen viel zu viel Leidenschaft für Heavy Metal in uns, als dass wir nur irgendwelche Riffs von großen Bands kopieren.«

Josh: »Genau. Man kann schon sagen, dass die Musik von Sodom uns irgendwie dazu veranlasst hat HELLBRINGER zu gründen. Aber eigentlich wollen wir einfach nur dreckigen Thrash spielen und zwar so, wie er uns gefällt.«

Wenn ich mir euren neuen Song 'Horror From The Grave' anhöre, erklingen da aber auch einige neue Speed-Metal-Parts, die auf eurem Debut „Dominion Of Darkness“ noch nicht zu hören waren, oder?

Josh: »Ja, da hast du absolut Recht. Ich denke, der neue Song ist immer noch sehr thrashig, hat aber auch viele schnellere Parts, die auf unserem Album noch nicht zu hören waren.«



Ist das auch eine Tendenz, die sich im zukünftigen Sound von HELLBRINGER wiederfinden wird?

Luke: »Ja, ich denke der Song ist eine Art Symbol für das, was auf unserem nächsten Album unter anderem zu hören sein wird – wann zur Hölle das auch immer erscheinen wird, haha.«

Was ist euch denn wichtig beim Songwriting? Verfolgt ihr eine bestimmte Philosophie, wie Thrash Metal, oder Metal allgemein klingen und was er beim Hörer auslösen muss?

James: »Thrash muss Riffs und Sounds haben, die dein Blut zum kochen bringen und...«

Josh: »Vor allem muss Thrash böse und aggressiv klingen, einfach voller Energie sein. Aber eine echte Philosophie verfolgen wir da nicht, wir spielen und leben das einfach nur.«

Luke: »Ich denke, genau das ist die Philosophie.«

Josh: »Stimmt.«

Ist HELLBRINGER denn etwas für euch, das auch wirklich einen großen Teil eures Lebens ausmacht, oder seht ihr die Band eher als ein spaßiges Projekt an, das nebenher läuft?

Josh: »Auf der einen Seite ist natürlich viel Spaß dabei, denn wir genießen es total quer durch die Welt zu touren, Konzerte zu spielen und Musik zu schreiben. Aber andererseits ist die Band auch eines der größten und bedeutsamsten Dinge, die wir im Leben haben. Deswegen nehmen wir das Projekt auch sehr ernst, um so etwas wie eine Tour auch möglich zu machen.«

Und was sind eure Pläne für die Zukunft?

James: »Wir würden gerne eine Tour in den USA und eine weitere in Europa spielen, aber das sind zunächst nur Wünsche, die noch viel Planung und Arbeit erfordern werden. Erst mal geht es bald zurück nach Australien, ein Stück weit auch zurück in die Realität.«

Josh: Genau und dort werden wir dann anfangen an unserem nächsten Album zu arbeiten. Das wird zwar mit Sicherheit noch eine Weile dauern, aber das wird wohl der nächste Schritt sein. Wir haben auch schon einiges an neuem Material, aber wir wollen uns nicht beeilen oder so. Es wäre schön, wenn wir nächstes Jahr etwas Neues raus bringen können, aber eigentlich wollen wir uns keine Deadline setzen oder irgendwas erzwingen, das zerstört jedes Gefühl und jede Leidenschaft in der Musik.

Luke: »Auf jeden Fall wollen wir wirklich gerne wiederkommen und die Bühnen dieser verdammten Welt rocken!«

Danke, dass ihr euch die Zeit für das Interview genommen habt. Eure letzten Worte an unsere Leser?

Luke: »Das einzige Wort, das ich auf deutsch kenne ist „Dankeschön“, also ist mein letztes Wort: „Dankeschön“, haha.«

James: »Prost an alle Maniacs da draußen, fucking keep thrashing!«

Josh: »Cheers an alle Leute, die uns unterstützen. Thrash 'till death!«

 

 

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