Online-MegazineInterview

Cyril Montavon vom Sonisphere: Dieses Jahr wird alles besser!

Das letztjährige Sonisphere-Festival im schweizerischen Jonschwil ging in die Geschichte ein. Zum einen wegen des legendären Line-ups (die „Big 4“ plus etliche andere, hochattraktive Acts), zum anderen aber auch wegen der katastrophalen Umstände.

Tagelanger, sintflutartiger Regen hatte das Festivalgelände in eine gefährliche Schlammwüste verwandelt; zudem hatte man als Besucher das Gefühl, dass von seiten des Veranstalters nicht übermäßig viel getan wurde, um die Situation zu entschärfen.

Am 23. und 24. Juni findet nun die zweite Auflage des Sonisphere-Festivals statt, diesmal in Basel. Wir unterhielten uns mit Cyril Montavon vom Veranstalter-Team.

Cyril, aufgrund der chaotischen Verhältnisse des letzten Jahres ist der Name des Sonisphere-Festivals zumindest in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich ziemlich negativ belastet. War trotzdem von Anfang an klar, dass es eine zweite Auflage des Festivals geben würde?

»Ja, die Entscheidung fiel relativ schnell. Natürlich lief 2010 einiges falsch, aber wir sind nach wie vor dem Konzept überzeugt; zudem ist Sonisphere ja schon auch eine bekannte Marke. Die Festivals gibt´s inzwischen in mehr als zehn Ländern und wir möchten das gerne in der Schweiz etablieren.«

Ohne jetzt zu sehr auf den Details herumreiten zu wollen: Stand denn jemals zur Debatte, das letztjährige Festival aufgrund der widrigen Umstände abzusagen?

»Ganz genau kann ich das nicht sagen, weil ich selbst nicht auf dem Sonisphere war sondern an jenem Wochenende auf einem anderen Festival gearbeitet habe. Soweit ich weiß, wurde das Thema aber diskutiert. Allerdings lief das Festival zu diesem Zeitpunkt bereits, insofern hätte man die Veranstaltung nur schwer abbrechen können. Man darf nicht vergessen, dass über 50.000 Leute vor Ort waren, und viele hatten trotz allem Spaß an dem Festival, auch wenn sie hinterher total durchgenässt und krank nach Hause gekommen sind.«

Dieses Jahr findet das Festival auf dem Gelände rund um den St.-Jakobs-Park statt. Das hat zumindest schon mal den Vorteil, dass man selbst bei schlechtem Wetter nicht im Schlamm absaufen kann.

»Das war sicher einer, aber nicht der alleinige Grund für den Umzug. Für Basel spricht alleine schon die Tatsache, dass die Stadt sehr zentral im Dreiländereck liegt und nicht zuletzt während der EM 2008 Erfahrungen mit solchen Großveranstaltungen sammeln konnte. Zudem gibt es optimales Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, dass die Leute innerhalb weniger Minuten vom Festivalgelände zum Hauptbahnhof transportieren kann. Von Hauptbahnhof aus werden dann die ganze Nacht durch Züge in alle Richtungen fahren, so dass es wirklich mehr als empfehlenswert ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Mit einer Sonisphere-Eintrittskarte kann man im übrigen von überall in der Schweiz aus gratis mit dem Zug nach Basel und zurück fahren. Wenn jemand z.B. aus Genf anreist, würde er normalerweise alleine für das Zugticket gut 80 Franken hinblättern müssen. Ein Ticket für die Hauptbühne am Freitag kostet 124 Franken, also würde er gerade mal 44 Franken bezahlen, um Iron Maiden, Slipknot, Limp Bizkit und Alter Bridge sehen zu können. Für 178 Franken (umgerechnet ca. 144 Euro - d. Verf.) kriegt man ein Kombiticket für beide Tage und alle Bühnen. Es gibt insgesamt vier Bühnen, von denen drei indoor in den St. Jakobs-Hallen sind.«

Zufälligerweise war ich beim letzten Auftritt von Iron Maiden in der St. Jakobs-Halle in Basel vor Ort. Bruce Dickinson machte damals eine Ansage: „Leute, das war prima heute, aber nächstes Mal möchten wir nebenan im großen Stadion spielen“. Aber daraus wird nun leider nichts, denn die Hauptbühne wurde vom St. Jakobs-Stadion in das nahegelegene Leichtathletikstadion verlegt. Wo liegen die Gründe dafür?

»Da wollen wir ehrlich sein: Der Vorverkauf lief nicht besonders gut, deswegen mussten wir da die „Notbremse“ ziehen, um nicht in ein finanzielles Fiasko zu geraten. Inzwischen hat der Vorverkauf glücklicherweise angezogen und wir sind optimistisch, dass etwa 25.000 Fans kommen werden. Die Show von Maiden und den anderen Acts auf der Hauptbühne wird aber deswegen nicht weniger spektakulär; an der Bühnengröße hat sich rein gar nichts geändert. Die Umgebung ist vielleicht etwas weniger imposant und wir können im Leichtathletikstadion keine Sitzplätze anbieten, aber ansonsten kriegen die Fans genau das gleiche geboten wie im großen Stadion.«

Ein weiterer Kritikpunkt im letzten Jahr waren die Preise für Speisen und Getränke. Ich kenne zwar das Preisniveau auf Festivals in der Schweiz nicht, aber in den diversen Foren haben auch Schweizer Fans diesbezüglich protestiert.

»Das wurde von uns auch zur Kenntnis genommen und die Preise werden in diesem Jahr auch angepasst.«

Seid ihr enttäuscht, dass in etwa nur halb so viele Leute im Vergleich zum letzten Jahr kommen werden oder hattet ihr damit gerechnet?

»Es war klar, dass einige Fans aufgrund der Vorkommnisse im letzten Jahr wegbleiben würden. Andererseits wären 25.000 Besucher ein sehr gutes Ergebnis - vor allem wenn man bedenkt, dass es in keinem Land eine so hohe Festivaldichte gibt wie in der Schweiz. Es gibt Jahr für Jahr an die 300 Festivals in diesem ja relativ kleinem Land. Da gibt es natürlich auch stilistische Überschneidungen, aber wir sind eigentlich das einzige große, reine Metalfestival. Wir haben aus dem letzten Jahr gelenrnt und geben uns allergrößte Mühe, um den Fans dieses Jahr ein in jeder Hinsicht tolles Festival präsentieren zu können.«

Das Line-up mit Bands wie Iron Maiden, In Flames, Kreator, Judas Priest, Whitesnake, Alter Bridge, Mr. Big, In Extremo, Alice Cooper, Monster Magnet, Hammerfall, Gojira und vielen anderen (komplettes Line-up unter sz.sonispherefestivals.com/line-up-2/running-order/) ist zweifelsfrei hochklassig und das Konzept erscheint mir auch schlüssig. Kurze Wege, perfekte Verkehrsanbindung, ein Festival mitten in der Stadt - das könnte wirklich funktionieren. Rock Hard wird für euch vor Ort sein und in der August-Ausgabe über das Sonisphere berichten.

sz.sonispherefestivals.com

 


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Wer sich selbst von dem Konzept des Sonisphere-Festivals überzeugen und in Basel am 24. Juni mit dabei sein möchte: Wir verlosen 4x2 Tagestickets für den Freitag. Hier könnt ihr an der Verlosung teilnehmen.