Online-MegazineInterview

KING CANNONS

Solide und ehrlich

KING CANNONS

Während die Rootsrocker KING CANNONS in Deutschland noch relativ unbekannt sind, können sie in ihrer Heimat Neuseeland schon große Erfolge vorweisen und unterzeichneten im letzten Jahr einen Plattenvertrag beim Majorlabel EMI. Im Interview stand uns Frontmann und Sänger Luke Yeoward Rede und Anwort zur kommenden Album (VÖ Juni 2012) dem Vorurteil nur ein Mix aus Bruce Springsteen und The Clash zu sein und dem australischen Hang zum Old-School-Sound.

Luke, im Jahr 2008 ist ein Teil der Band nach England gezogen, während der Rest in Neuseeland verblieben ist. Wie habt ihr es geschafft eure Band über eine solche Distanz am Leben zu erhalten? Und wie war es für euch im Anschluss nach Melbourne umzuziehen?

»Es war vorsichtig gesagt ziemlich schwer und teuer. Diejenigen von uns, die in Neuseeland geblieben sind, wurden von der Bürokratie aufgehalten, ihre Visa wurden ihnen verweigert. Sie wollten zwar mit uns nach England kommen, aber sie konnten einfach nicht. Glücklicherweise konnten unser Bassist und unser Drummer mit mir nach England kommen, sodass wir immer noch proben und Songs als Trio schreiben konnten. Wir traten auch so oft wie möglich zu dritt auf. Als wir 2009 alle nach Melbourne zogen, fühlte es sich großartig an, alle wieder im selben Raum zu sehen und zusammen Musik zu machen. Dennoch war es eine sehr anstrengende Erfahrung, in einer kurzen Zeit gleich zweimal in einem neuen Land ein neues Leben anzufangen.«

KING CANNONSLetztes Jahr habt ihr mit der Arbeit an eurem Debütalbum begonnen und nun in Deutschland schon mal die „King Cannons“-EP in den Startlöchern (VÖ: 5.4.). Was war die größte Veränderung für die Band, als ihr einen Plattenvertrag bei einem Majorlabel unterzeichnet habt?

»Ich begann im Januar 2011 Songs für das Album zu schreiben, wir nahmen Mitte 2011 in einer dreiwöchige Session den Großteil des Albums auf. Wir legten außerdem noch Anfang 2012 eine finale dreitägige Session mit einigen neuen Songs ein und vollendeten das Album. Ich glaube, die größte Veränderung seit der Vertragsunterzeichnung ist, dass wir ein bisschen mehr Geld auf dem Bandkonto haben und es in etwas mehr Studiozeit und andere Bandaktivitäten investieren können.«

Bruce Springsteen und The Clash sind zwei Künstler, welche ihr zu euren größten Einflüssen zählt. Eure Musik wird oft als ein Mix aus ihnen beschrieben. Was ist das Besondere am Sound und den Songs von KING CANNONS?

»Eine große Persönlichkeit sagte einmal „Es geht nicht darum, woher du etwas nimmst, sondern darum, was du daraus machst“. Ich kann mich auf viele Arten mit dem Boss und Strummer identifizieren, weil sie es sich erlauben, sich von unterschiedlichen Musikstilen beeinflussen zu lassen, genauso wie wir es tun. Roots-Reggae, Pop, Country, Soul, Punk, Rap – was auch immer. Sie sind zwei Beispiele, die es fertig bringen eine große Bandbreite an Genres durch ihren eigenen Musikstil abzudecken und dabei ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Ich finde das sehr inspirierend. Was die KING CANNONS von diesen beiden Künstlern unterscheidet, ist, dass wir unsere eigenen Lebensgeschichten haben. Wir stellen immer sicher, dass unser Songs ehrlich und solide sind und von Herzen kommen.«

Wie war es, mit einem so erfahrenen und erfolgreichen Musiker wie Tom Larkin und einem Techniker wie Steve Schram an eurem Debütalbum zusammenzuarbeiten? Haben sie den typischen KING CANNONS-Sound beeinflusst?

»Es war großartig mit Larkin und Schram zusammen zu arbeiten. Tom hielt unsere Rhythmussektion zusammen und unsere Songs unter Kontrolle. Schram war super, um die Balance zwischen Seele und Sound beizubehalten, er schaffte es, dass alles auf seine eigene und einzigartige Weise richtig klang, was eine gute Sache ist. Um ehrlich zu sein, ich war wahrscheinlich wählerischer als irgendjemand anders, wenn es um die Art und Weise ging, wie wir spielten, haha. Wir waren komplett verantwortlich für den gesamten Verlauf, Tom und Schram waren unsere Antriebsräder, gaben uns Ratschläge, und stellten sicher, dass wir nicht vom Weg abkommen.«

Die meisten australischen Bands klingen sehr traditionell. Nicht nur AC/DC, Rose Tattoo oder Airbourne, sondern auch KING CANNONS oder True-Metal-Bands wie Pegazus. Kannst du dir erklären, woher dieser Hang zum „alten“ Sound herkommt?

»Um eine Zukunft kreieren zu können, musst du die Vergangenheit kennen und verstehen. Ich weiß es nicht, vielleicht mögen Leute in Australien Gitarren einfach mehr als Synthesizer?«

Welche Ziele willst du in Zukunft mit der Band erreichen?

»Kurz und knapp, ich würde es toll finden, wenn wir unsere Jobs aufgeben, und unser Geld als Vollzeit-Musiker verdienen. Ich denke, ihr habt hier nicht genug Platz für die ganze Liste, die ich im Kopf habe!«

King Cannons Tourdaten
15.04.2012: Heidelberg - Halle 02 ( & Broilers)
16.04.2012: Freiburg - Jazzhaus ( & Broilers)
18.04.2012: Braunschweig - Meier Music Hall ( & Broilers)
19.04.2012: Osnabrück - Rosenhof (& Broilers)
20.04.2012: Bremen - Aladin ( & Broilers)
21.04.2012: Rostock - MAU Club ( & Broilers)
22.04.2012: Kiel - Max ( & Broilers)
24.04.2012: Hamburg - Hafenklang
25.04.2012: Berlin - Wild At Heart
26.04.2012: Leipzig - Conne Island
27.04.2012: Köln - Underground
28.04.2012: Münster - Gleis 22