Online-MegazineInterview

TURBOWOLF

»Sind die Metal?«

TURBOWOLF

TURBOWOLF haben mit „Two Hands“ endlich den lang erwarteten Nachfolger zu ihrer starken Debütplatte abgeliefert. Wir baten den Gitarristen des Punk/Metal/Psychedelia/Garage-Rock-Quartetts Andy Ghosh zum Gespräch.

Andy, ihr wart kürzlich mir Death From Above 1979 auf Tour.


»Das war die beste Tour, die wir jemals gemacht haben. Sie sind eh meine persönliche Lieblingsband. Sie jeden Abend dabei zu beobachten, wie sie abräumen, war eh schon toll, selbst noch im Vorprogramm zu spielen war da eher ein netter Bonus. Die Band und Crew waren großartig, wir sind gute Freunde geworden und hatten einen netten Urlaub.
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Ich habe eure Show in Dortmund gesehen und war etwas überrascht, dass ihr jetzt mit einer Bassistin unterwegs seid.

»Lianna ist Anfang 2013 zur Band gestoßen. Dass sie eine Frau ist, hat für uns keinerlei Bedeutung. Als wir uns von unserem ehemaligen Bassisten getrennt haben, jammten wir mit einigen Leuten und entschieden und für Lianna, weil es sich bei ihr auf Anhieb so anfühlte, als würde sie zur Band gehören. Ich glaube wir haben zufälligerweise sogar die gleiche Anzahl an männlichen und weiblichen Kandidaten vorspielen lassen. Ich finde es cool, dass immer mehr Mädels in Bands spielen, aber es sind immer noch nicht genug!«

Ihr habt ganz schön lange für die Veröffentlichung von „Two Hands“ gebraucht. War es schwer, ein Album abzuliefern, dass eurem starken Debüt auf Augenhöhe begegnet?

»Wir haben erst mal viel Zeit in einem kleinen Van auf Tour verbracht und fanden nicht viel Gelegenheit, Songs zu schreiben. Als wir dann angefangen haben, hat es sich in die Länge gezogen, weil wir jeden Part so gut wie möglich gestalten wollten. Keine Filler! Aber das war schon immer so bei uns, das erste Album war auch eine Ewigkeit in Arbeit, aber das hat keiner mitbekommen, weil uns noch keiner kannte...
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Euer Video zu 'Nine Lives' treibt mich in den Wahnsinn. Ich kann es mit nicht anschauen, ohne, dass mir schwindelig wird. War das die Intention?

»Das ist die perfekte Reaktion. Ich bin froh, dass wir unser Ziel erreicht haben!«

Du fährst einen ziemlich massiven Gitarrensound. Wer hat dich beim Sound und Stil beeinflusst?

»Danke, ich versuche den Sound so groß wie möglich zu gestalten. Das ist wohl einer Kombination von Elementen meiner liebsten Gitarrensounds geschuldet. Black Sabbath und Jimi Hendrix waren für mich frühe Einflüsse, außerdem mochte ich immer Billy Corgans große Fuzz-Noise-Sounds und Leute mit wilden, außer Kontrolle geratenen Klängen wie Neil Young und Jack White. Alles, was groß und dreckig klingt. Ich höre immer neues Zeug und beziehe daraus meine Einflüsse.«

Du bist kein Freund von modernen Metal-Produktionen. Welche Metal-Alben haben dich beeinflusst? Und ab wann klang Metal in deinen Ohren nicht mehr gut?

»Ich höre heute nicht mehr viel Metal, schon gar nicht die neueren Sachen. Vieles davon klingt mir zu vorhersehbar und steril. Computergestützte Gitarrensounds und falsche Kick-Drum-Samples eignen sich einfach nicht dafür, etwas unheimlich und hart klingen zu lassen. Wenn ich etwas hartes hören will, greife ich zu Lightning Bolt oder Divorce. DAS ist heavy. Von den neueren Bands haben mich nur dreckige Bands wie Black Breath oder Trap Them überzeugt, sie wissen wie man Schrecken verbreitet. Und ich fahre gerade auf Motoid Man ab, sind die Metal?«



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