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ROCK OF AGES: Interview mit Veranstalter Horst E. Franz

Rock Of Ages

Gratulation! Ebenso wie sein großer Bruder das BANG YOUR HEAD!!! feiert das ROCK OF AGES dieses Jahr ein Jubiläum. Schon das zehnte Mal hat Veranstalter Horst E. Franz im beschaulichen Seebronn ein hochkarätiges Billing für Classic-Rock-Pop-Freunde mit zahlreichen Rock-Hard-kompartiblen Bands beisammen. Starttermin des dreitägigen Festivals ist der 31. Juli. Wir sprachen mit Horst über die Anfänge, Gegenwart und Zukunft des Festivals.

Horst, Du hast ja zwei Festivals am Laufen. Erkläre uns bitte den Unterschied zwischen dem, was in Balingen und Seebronn passiert.


»Der größte Unterschied ist, dass wir beim ROA auch Bands buchen, die nicht zum BYH!!! passen. Hintergrund des ROA ist meine eigene musikalische Entwicklung. Aufgrund meines Alters bin ich nicht nur mit Heavy Metal aufgewachsen, sondern mit dem, was damals unter Rock oder Hardrock lief, also auch mit Saga, Manfred Mann's Earth Band und BAP. Ob es nun Heavy Metal ist oder nicht, für mich ist gute Musik, gute Musik! Und die gibt es auch abseits der Heavy-Metal-Bands, denen wir eine Bühne geben wollen. Das ROA ist für mich sozusagen ein Festival für „Nicht-Engstirn-Metaller“. Es gibt zwar Überschneidungen von Bands, die auf beiden Festivals spielen. Unsere harte Grenze sind dabei Saxon oder Twisted Sister. Und Bands, die beim BYH!!! nicht passieren, wie beispielsweise In Extremo, haben wir dann hier im Programm.«

Welches der Festivals ist denn mehr organisatorischer Aufwand für Dich?


»Im Gegensatz zum BYH!!! ist das ROA eigentlich Urlaub für mich. Klar, gibt es hier auch organisatorische Herausforderungen. Alleine durch die ländliche Lage und die Sprache, die sogar mir als Schwabe teilweise unverständlich ist, gibt es hier andere Schwerpunkte und Schwierigkeiten. Eine Besonderheit ist zum Beispiel die Kuhle auf dem Gelände und die große Entfernung vom Backstagebereich zur Bühne. So werden die Bands zur Bühne geshuttelt. Wir haben die Gegend rund um das Gelände teilweise erst erschlossen durch Zugangsstraßen und Infrastrukturmaßnahmen wie Strom, Wasser, Abfluss, Sickergrube und Zugänge. Das sind enorme Kosten, aber notwendige Maßnahmen, die das Festival in dieser Form erst möglich machen. Wir bauen das komplette Gelände jedes Jahr auf, da dort eigentlich nur eine große Wiese und das Sportlerheim vorhanden sind. Aber mit dem Booking ist es eigentlich leichter, da es weniger Bands sind. Das ganze Festival ist letztlich auch relaxter und ruhiger, mit längeren Umbaupausen, einem teilweise anderen Publikum, welches etwas älter ist, und während den Pausen gerne auf dem Rasen liegt.«

Wie sieht es dieses Jahr mit der Aufteilung der drei Tage aus?


»Es ist eine Art Best-Of-Programm mit unterschiedlichen Schwerpunkten an den Tagen. Letztlich konnten wir das ursprüngliche Konzept nicht umsetzen, da Boss Hoss als Headliner für den ersten Abend am Freitag aus Kostengründen nicht mehr dabei sind. Das wäre eine geniale Kombination mit den Leningrad Cowboys und den Tubes gewesen. Trotzdem ist der Freitag der Party-Tag mit D-A-D und den Tubes, die auf dem Termin bleiben. Da ist nun auch der Rock-Meets-Classic-Auftritt, der ursprünglich für Samstag geplant war. So gab es für den Rock-Tag am Samstag eine Headlinerlücke. Die ist immer noch nicht geschlossen, aber wir arbeiten dran. Wir hatten einige Bands an der Hand, aber alles wollte nicht klappen. Zum Beispiel waren Foreigner geplant, die sind aber zu dem Zeitpunkt in Amerika unterwegs. Es spielen aber mit Magnum und Nazareth renommierte Bands, die immer überzeugen.
Der Sonntag ist der Legendentag. Da hatten wir ursprünglich mit BAP und Bob Geldorf geplant. Mit beiden sollte es aber auch wegen Managementwechsel bei BAP nicht klappen. Und da mir die Kombination wichtig war, haben wir auch die Idee mit Geldorf gestrichen. Es spielen aber mit den Headlinern Manfred Mann's Earth Band, Uriah Heep, den Hooters und The Orchestra (die ja alle mit ELO zu tun hatten) tolle Bands. ELO hatten übrigens mehr Nummer-1-Hits in England als die Beatles. Beim letzten Mal fingen sie wenig überzeugend an, legten dann aber einen Hit nach dem anderen nach, so dass es ein ganz großer Auftritt wurde. Der Sonntag soll aber auch ein kostenloser Familientag mit großem Rahmenprogramm, insbesondere für Kinder sein, bevor das Festivalprogramm um 16 Uhr startet.«

Wie sieht es mit dem Vorverkauf aus?

»Der Sonntag sieht sehr gut aus. Auch der Freitag läuft gut. Der Samstag schwächelt noch etwas, weil ja noch der Headliner fehlt. Für den Samstag ist allerdings noch Mike Tramp reingerutscht. Noch lieber wären mir White Lion gewesen, aber das ging einfach nicht ohne ihren Gitarristen Vito Bratta. White-Lion-Nummern spielt Mike eigentlich nur noch solo und dann akustisch. Wir haben ihn allerdings mit Band, aber ich bin zuversichtlich, dass er auch alte Nummern bringt. Zumindest habe ich die Hoffnung, dass er am Freitag noch beim „Rock Meets Classic“-Programm kurz auf die Bühne kommt.«

Apropos „Rock Meets Classic“: Was kann man da erwarten?


»Schon vor Jahren habe ich mit Mat Sinner über einen Auftritt bei uns als Open-Air-Veranstaltung gesprochen. Orchester-Auftritte sind bei uns ja nichts Neues, da bereits Doro und Rage hier in großer Runde aufgetreten sind. Dass Mat zuerst für Wacken gebucht wurde, hatte mich dann überrascht. Später gab es noch Terminprobleme, weil Wacken sie erst Freitag und dann Samstag eingeplant hatte. Letztlich spielt das Orchester aber bei uns am Freitag, was ganz gut passt, da die Musiker vorher hier in der Ecke in Crailsheim proben und dann erst nach Norden fahren. So sind sie bei uns unerwartet am Freitag gelandet und werten den ersten Festivaltag auf. Als Gastsänger sind es Dee Snider mit Twisted-Sister-Nummern, Joe Lynn Tuner, der Rainbow und Deep Purple abdeckt, Michael Kiske von Unisonic, der sich um Helloween-Nummer kümmert, Mark Storace der Krokus interpretiert und Jennifer Haben von Beyond The Black.«

Dann hoffen wir, auf gutes Wetter und vielleicht gibt es ja nächstes Jahr ein Kombiticket für das Bang Your Head!!! und das Rock Of Ages, denn die Festivals haben definitiv eine Schnittmenge.

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