Online-MegazineInterview

SLYDIGS

Per Du mit The Who

SLYDIGS

Seit zwei Jahren ist das Quartett SLYDIGS aus einer Kleinstadt zwischen Liverpool und Manchester mit The Who auf Welt-Tournee. Wie es sich anfühlt, von Rocklegenden unterstützt zu werden und trotzdem nicht abzuheben, weiß Gitarrist Louis Menguy.

Gratulation zur Show in Oberhausen letzte Woche. Ihr hattet 40 Minuten, mehr als in Manchester, wo ich euch 2014 ebenfalls mit The Who gesehen habe. Wart ihr überrascht, dass ihr die Videoleinwände und fast die komplette Lightshow nutzen konntet? Wie kommt es, dass The Who euch so toll behandeln?

»Wir waren auch sehr überrascht. Das ging nach der dritten Show in den Staaten los. Wir kamen zum Soundcheck, bemerkten das geänderte Backdrop und dass wir auf den Leinwänden zu sehen waren. Mit The Who und ihrer Crew kommen wir sehr gut klar. Ich glaube, sie mögen unseren Stil und unser Auftreten, weswegen sie uns der ganzen Arena quasi hautnah zeigen wollten. Warum auch immer, wir sind ihnen dafür sehr dankbar, denn es macht schon einen großen Unterschied.«

Gibt es schon Neuigkeiten zum neuen Album? Wann es herauskommt zum Beispiel?

»Ganz ehrlich, obwohl wir ein Album im Netz veröffentlicht haben und es dort noch immer herumschwirrt, würde ich es nicht unser Debüt nennen. Einige Labels interessieren sich für uns; wir wollen dann erst richtig loslegen, wenn wir alles hintereinander haben. Es gibt eine Unmenge an Material, aus dem wir auswählen können und das wir nächstes Jahr herausbringen wollen.«

Was wird uns auf den beiden kommenden Shows in Köln am 21. und in Berlin am 22. September erwarten?

»Wir freuen uns tierisch auf diese beiden Shows als Headliner. Ein Grund ist unsere Vorliebe für Deutschland, hier bei euch macht es immer totalen Spaß. Egal, wie groß das Venue ist. Wir können es auch kaum erwarten, endlich einmal länger zu spielen und deshalb auch ein paar neue Songs einzubauen. Das ist eine tolle Gelegenheit, die Reaktion des Publikums darauf zu testen. Das Ganze wird sicherlich sehr spannend, also kommt alle vorbei!«

Ihr stammt aus Newport zwischen Liverpool und Manchester, euer Sound ist ein bisschen ein Mischmasch zwischen Alt (Beatles) und Neu (Oasis). Vielleicht auch noch ein bisschen Kinks und The Who? Meinst du, das passt? Oder wie würdest du euren Sound beschreiben?

»Natürlich lieben wir jede Band, die du eben genannt hast. Ich persönlich würde uns als eine Rockband mit einem modernen Sound beschreiben. Man hört natürlich viele unserer Einflüsse heraus, aber das ist normal. Es klingt nicht gekünstelt, es passiert alles aus einem einzigen Grund: unsere Liebe zu Rock'n'Roll und Blues, die wirklich tief in uns steckt. Wir fokussieren uns aber auch auf die Melodien und die Texte, weil es am Ende immer um die Macht der Songs an sich geht. Wenn deine Band nicht in der Lage ist, Leute mit der Musik zu bewegen und zu inspirieren, dann hast du nichts in den Händen und keine Chance.« 

Die beiden Male, die ich euch gesehen habe, machtet ihr einen sehr selbstbewussten Eindruck auf der Bühne. Habt ihr von The Who lernen können?

»Absolut! Wir hatten das Vergnügen, eine Monat lang jeden Abend The Who in Nordamerika sehen zu können, das war ein großartige Gelegenheit, ihre Fähigkeiten genau zu studieren. Die Art, wie Roger und Pete noch immer das Publikum bearbeiten, ist toll anzuschauen und eine große Inspiration für uns. Die Erfahrung dieser Tour war unbezahlbar; statt nervös zu sein, sind wir jetzt selbstbewusst und wissen, dass wir eine gute Show abliefern können. Ich denke, auch die Reaktionen des Publikums haben da einiges im Positiven bewirkt.«

Was bedeutet eigentlich euer Bandname?

»Haha, die Frage bekommen wir ständig gestellt und sie ist gar nicht so einfach zu beantworten. Als wir anfingen, alberten wir dauernd rum und ein 'sly dig' ist ein ziemlich schlauer, aber auch hinterhältiger Kommentar, um jemanden zu einer Reaktion zu provozieren. Wir mögen den Namen aber auch, weil er gut aussieht und toll klingt. Er bleibt sofort hängen und ist ziemlich ungewöhnlich – ein bisschen wie unsere Musik, also passt das.«

Was bleibt eigentlich noch als Ziel? Ihr habt in den USA und Europa die größten Hallen gespielt, ihr arbeitet am zweiten Album – nicht schlecht bis hierhin, oder?

»Das stimmt, es läuft gut! Wir träumen natürlich immer davon, dass die Band größer und besser wird. Der Grund, warum wir gerade mit unseren Helden unterwegs sind, liegt einfach daran, dass wir daran immer geglaubt haben. Wir glauben wirklich daran, eines Tages eine der größten Bands der Welt zu werden. Wenn wir daran nicht glauben würden, warum sollten wir dann überhaupt anfangen? Man muss sich große Ziele setzen und davon träumen, um die harten Zeiten zu überstehen; und glaube mir, heutzutage ist es sehr schwierig, es als Rock'n'Roll-Band zu schaffen. Wir sind extrem stolz auf das bisher Erreichte, aber wir wissen auch, dass das nur der Anfang ist. Hoffentlich sehen das viele Leute da draußen genauso und begleiten uns dabei.«

 

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Slydigs (UK) on Tour:

21.09.16 Köln - MTC
22.09.16 Berlin - Maze
23.09.16 Hamburg - Reeperbahn Festival