Online-MegazineInterview

BLESSED BY A BROKEN HEART

Neues Label, neues Glück?

BLESSED BY A BROKEN HEART

Im Interviewteil von Ausgabe 299 unterhielten wir uns mit BLESSED BY A BROKEN HEART-Bassist Tyler Hoare über Tattoos, die Probleme, die ständige Besetzungswechsel mit sich bringen und leckeres Brot aus Deutschland. Neben Teilen ihres Line-ups kehrte die Band auch ihrem langjährigen Label den Rücken.

Tyler, ihr habt von Century Media zu Tooth & Nail gewechselt. War es sehr wichtig für euch, mit einem christlichen Label zusammenzuarbeiten?

»Nein, das war nicht wirklich ein wichtiger Faktor für uns. Sie haben uns einfach ein gutes Angebot gemacht. Als ich aufwuchs, habe ich viele Bands gehört, die bei Tooth & Nail sind. Das gleiche trifft auf Century Media zu. Als wir damals bei Century unterschrieben haben, war das klasse für uns. Auf Dauer hat die Zusammenarbeit leider nicht funktioniert. Wir haben einfach nicht in deren Programm gepasst. Century Media Deutschland hat sich mit uns viel Mühe gegeben, aber in den Staaten lief es nicht so gut. Viele Bands bei Century Media machen Death Metal - und wir haben als Hardcore-Band angefangen, die sich immer mehr in Richtung neoklassischer Metal mit Pop-Einflüssen veränderte. Wir haben da einfach nicht gut reingepasst. Tooth & Nail hat eine größere Vielfalt von Künstlern: Rock, Metal und Hardcore. Wir denken, dass die Zusammenarbeit mit ihnen für uns besser funktioniert.«

Wenn es nach euren Fans ginge, wie müsste der ultimative BLESSED BY A BROKEN HEART-Song aussehen?

»Das ist eine schwierige Frage. Wir haben immer noch Fans, die unseren alten Kram am liebsten mögen und auch welche, die das neue Material bevorzugen. So sehr man seine Fans auch zufrieden stellen möchte, man wird es nie jedem Recht machen können. Einigen wird zum Beispiel 'Love Nightmare' mit seinen Breakdowns am besten gefallen, andere werden vermutlich wegen des Refrains 'Forever' den Vorrang geben. Viele Bands würden an dieser Stelle sagen, dass man Musik in erster Linie für sich selber machen sollte. Ich denke aber, dass es auch darum geht, die Fans zufrieden zu stellen. Wir schreiben also Songs in einer Bandbreite, mit der wir möglichst viele Leute zufrieden stellen können. Ich kann die Frage nur schwer beantworten, weil ich nicht weiß, was jedem einzelnen Fan genau an unserer Musik gefällt.«

Eine große Bandbreite von Fans eröffnet euch natürlich auch viele Möglichkeiten. Die Texte auf „Feel The Power“ sind persönlicher und reifer als auf eurer letzten Scheibe. Seid ihr erwachsen geworden?

»Definitiv! Wir haben einige der Songs für das letzte Album schon 2004 oder 2005 geschrieben. Es ist ein natürlicher Prozess, dass man Dinge aus seinem eigenen Leben in Texten verarbeitet.«

Geht es beispielsweise im Song 'Deathwish' um eine reale Person?

»Ja, unser erster Drummer hat vor einiger Zeit meine Schwester geheiratet. Seine Mutter hat sich an ihrem eigenen Geburtstag eine Überdosis Kokain verpasst.«

Sind deine Eltern eigentlich stolz auf dich, oder hätten sie es lieber gesehen, wenn du einen „normalen“ Beruf erlernt hättest?

»Meine Eltern unterstützen mich sehr in dem, was ich tue. Im Grunde genommen verdiene ich auch viel mehr Geld mit dem Tätowieren, als mit der Musik. Die beiden wissen aber, dass meine Leidenschaft in der Musik und den Touren liegt. Ich erzähle ihnen viele Geschichten über unser Tourleben und darüber, wie es sich anfühlt, weit entfernte Teile der Welt zu bereisen und Leute Songs mitsingen zu hören, die ich vor ein paar Jahren in meiner Küche geschrieben habe. Das ist ziemlich abgefahren, und für mich gibt es kein besseres Gefühl. Meine Eltern wissen das und unterstützen mich in dem, was ich tue. Sie leiten ein Jugendzentrum und spielen sogar da meine Musik.«

Besuchen sie denn auch deine Konzerte, wenn du in der Nähe bist?

»Ja, das machen sie. Ich rufe dann von der Bühne aus „Ich liebe euch!“, und die beiden sind ganz gerührt.«

Neben der Musik von damals stehst du auch auf alte Streifen aus den Achtzigern, oder?

»Ich liebe die alten Filme von damals, die gefallen mir besser als die von heute. Heute ist alles mit so vielen Computereffekten überladen, dass es einfach nicht mehr real aussieht. Obwohl viele der alten Streifen ziemlich cheesy sind, waren sie für damalige Verhältnisse sehr gut gemacht. Ich hab mir damals „Thriller“ angeschaut und war total begeistert, wie großartig der Film aussah.«

Du bist 1981 geboren, oder?

»Genau. Ich habe noch zwei ältere Schwestern und musste mir damals alles anhören, was sie gehört haben. Die beiden sind in den 70ern geboren worden und waren damals schon Teenager, also haben sie mir eine Menge mitgegeben.«

Abseits von euren Tourplänen habt ihr bisher noch keine Sommerfestivals bestätigt.

»Nein. Unser Manager verhandelt grade mit dem Download in Großbritannien, aber über Kontinentaleuropa weiß ich leider noch nichts. Ich freue mich aber schon darauf, wieder nach Europa zu kommen.«

Wenn du die freie Wahl hättest, mit welcher Band würdest du gerne auf Tour gehen?

»Am liebsten mit Michael Jackson, aber das geht ja leider nicht. Michael Jackson ist zumindest für mich der beste Entertainer überhaupt, und ich hätte mich sehr gefreut, ihn auftreten sehen zu können. Ich bin mit seiner Musik aufgewachsen, und alles, was er gemacht hat, war einfach wundervoll. Journey wären meine zweite Wahl.«

 

Zum Interviewteil von Ausgabe 299 geht es hier entlang!

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