Online-MegazineInterview

FUNERAL FOR A FRIEND

„Nennt uns, wie ihr wollt!“

FUNERAL FOR A FRIEND

Sieben Studioalben, sechs bestätigte deutsche Tourdates für 2013, fünf Mitglieder und vier Wörter, die eine Band bezeichnen: FUNERAL FOR A FRIEND. Das alleine reicht jedoch nicht, um eine Kombo mit über zehn Jahren Bandgeschichte zu charakterisieren. Im Interview berichtet Gitarrist Kris Combs-Roberts vom neuen Album, neuen Bandstrukturen und jeder Menge frischem Wind.

Kris, euer neues Album nennt sich „Conduit“ (zu Deutsch „Kanal, Leitung“) und ist seit Kurzem in Deutschland erhältlich. Was bedeutet der Titel?

»Ein „Conduit“, eine Leitung also, ist etwas, das Dinge von einem Ort zum anderen transferiert. In unserem Fall ist es eine Metapher für unsere Musik, für die Art und Weise, wie wir sie spielen und die Leute dann damit umgehen, bzw. sie interpretieren und für sich persönlich nutzen.« 

FUNERAL FOR A FRIENDDas Album wurde über Distiller Records veröffentlicht. Was sind die Vorteile eine Platte bei einem Independent Label zu veröffentlichen?

»Ich denke, dass das Team von Distiller Records uns sehr gut versteht, unsere Bedürfnisse erkennt und uns als Band unterstützt. Sie machen uns nicht zu etwas, was wir nicht sind.«

Wie hat Pat Lundy, euer neuer Drummer, der seit Mitte 2012 dabei ist, eure neue Platte beeinflusst?

»Pat hat die Intensität des Albums auf ein ganz neues Level gebracht. Er ist ein wirklich außergewöhnlicher Drummer und hat die Fähigkeit unsere Instrumente auf eine neue Art und Weise miteinander zu verbinden, indem er seine ganz persönliche Auswahl an rhythmischen Elementen wählt. Ich denke, das kommt auf der neuen Platte sehr gut rüber.«

Ist es nur Pat, der den neuen Klang des Albums beeinflusst hat, oder wie würdest du die Entwicklung von „Welcome Home Armageddon“ zu „Conduit“ beschreiben? „Conduit“ ist davon abgesehen das zweite Album, das mit Gavin Burrough (Gitarre) und Richard Boucher (Bass) entstanden ist, was sicherlich auch nochmal für frischen Wind gesorgt hat.

»Definitiv! Es war eine Gemeinschaftsleistung von uns allen; und man hat gemerkt, dass die neue Energie es zu einem Kinderspiel werden ließ, frische Ideen zu entwickeln.«

Und die erneute Zusammenarbeit mit Produzent Romesh Dodongoda? Vertraut ihr auf Produktionsebene lieber auf eine solide, vertraute Basis?

»Er ist ein großartiger Produzent und ein guter Freund. Wir haben eine fantastische Arbeitsbeziehung zu ihm, weshalb es Sinn macht, mit ihm zu arbeiten.«

Blickt man ein wenig weiter auf eure Bandgeschichte zurück, dann kann man sagen, dass es nicht nur innerhalb der Band in bestimmten Abständen immer wieder frischen Wind und neue Einflüsse gab, auch um euch herum ist viel passiert. Zum Beispiel habt ihr 2003 noch Iron Maiden supportet, 2009 hingegen waren es Linkin Park. Inwieweit haben euch diese unterschiedlichen Erfahrungen auf Tour beeinflusst?

»Ich denke Bands wie Iron Maiden oder Linkin Park haben eine sehr starke und hingebungsvolle Fanbase. Das hat uns klar gemacht, was wirklich wichtig ist. Es war beeindruckend zu erleben, wie stark der Zusammenhalt von diesen Bands und ihren Fans ist. Das haben wir uns angenommen. Außerdem haben wir es zu schätzen gelernt, auf Tour mit so viel Respekt behandelt zu werden -  das geben wir jetzt gerne weiter.«

FUNERAL FOR A FRIENDIhr geht jetzt mit Silverstein auf Tour, und es scheint, als würde die Gruppe musikalisch extrem gut zu euch und zur neuen Platte passen.

»Ja, das ist mehr als ein Glücksgriff. Die beiden Bands gibt es ungefähr gleich lang und unser musikalischer Background ist sehr ähnlich. Als sich die Möglichkeit ergab gemeinsam zu touren, sagten beide Seiten sofort zu.«

Das Tourleben hat im Laufe der letzten Jahre für fast alle Bands einen noch wichtigeren Stellenwert bekommen – sinkende CD-Verkäufe müssen durch mehr Konzerte kompensiert werden. Empfindest du das persönlich auch so?

»Es ist so traurig zu sehen, dass die Musikindustrie die letzten Jahre so ins Straucheln gekommen ist, und so einen harten Kampf ausfechten muss. Ich weiß, viele Menschen denken, dass illegale Downloads kein wirkliches Verbrechen sind, aber dem ist nun wirklich nicht so. Bands haben es immer schwerer, schwerer als jemals in der Geschichte würde ich behaupten, einen Weg zu finden, ihre Musik bzw. die Produktion zu finanzieren. Die Verkaufszahlen eines Albums oder einer Single zeigen nicht immer, wie populär eine Band ist! Um das irgendwie zu kompensieren bzw. ein klares Bild zu machen, müssen Musiker zwingend mehr Shows spielen, näher an den Leuten sein. Somit gibt es mittlerweile in einer Stadt viel mehr Shows, womit auch die Konkurrenz extremer geworden ist. Ein Teufelskreis.«

Einen Trend, den die Musikindustrie zu nutzen scheint, um die Horden an Bands für das Publikum interessant zu machen und den Markt übersichtlicher zu gestalten, ist die inflationäre Betitelung mit Genrebezeichnungen. Bei euch reichen die Kategorien von Post-Hardcore über Emo bis hin zu Nu Metal oder Rock. Ist für euch das Genre überhaupt wichtig?

»Ist das so? Die Leute können uns nennen, wie sie wollen. Wirklich. Wenn es ihnen damit besser geht, und so lange es ihnen Spaß macht, unsere Musik zu hören, habe ich damit kein Problem.«

 

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