Online-MegazineInterview

HEAVY TIGER

Kurz und knackig

HEAVY TIGER

Was wäre ein Rock-Konzert ohne sexy Mädels vor der Bühne - aber AUF der Bühne? Nach wie vor wird die Szene hauptsächlich von Männern dominiert. HEAVY TIGER ist das allerdings herzlich egal: Mit ihrem frisch gepressten Erstling „Saigon Kiss“ im Gepäck machen sich die drei Mädels aus Schweden daran, der Musikwelt getreu einer ihrer Nummern zu beweisen: 'Girls Got Balls'. Bassistin Sara Frendin räumt in unserem Interview mit den gängigen Klischees auf und stellt klar, dass ihre All-Girl-Band vor allem eines nicht ist: niedlich.

Sara, euer Debüt-Album „Saigon Kiss“ kommt am 28. Februar in die Läden. Worauf können wir uns gefasst machen?

»Es ist purer Rock 'n' Roll mit Killer-Songs!«

Ihr scheint eine Faszination für Asien zu haben: Die Platte heißt „Saigon Kiss“, genau wie der Opener, dann gibt es da auch noch einen Song namens 'Chinatown'.

»„Saigon Kiss“ ist für uns einfach ein Kick-Ass-Name. Das klingt cool und ist auch eines der Dinge, die uns ausmachen: Wir versuchen, alles kurz und knapp zu halten. Der Titel ist wie ein Fausthieb. „Saigon Kiss“ ist wirklich ein toller, prägnanter Name für den Song und das Album.«

Kurz und knackig sind auch eure Tracks. Es gibt auf „Saigon Kiss“ keine einzige Ballade. Wie kommt's?

»Wir hatten gar keine langsamen Songs, die wir auf diese Scheibe packen wollten. Wir haben nicht absichtlich entschieden, nur schnelle Tracks aufzunehmen, das hat sich einfach so ergeben.«

Welcher ist dein Lieblingssong auf dem Album, oder welcher repräsentiert HEAVY TIGER am besten?

»Hm, das ist eine schwierige Frage. Vielleicht 'Saigon Kiss', der ist wie ein Schlag ins Gesicht und einfach toll, finde ich (lacht).«

Seid ihr mit dem Feedback zu „Saigon Kiss“ bisher zufrieden?

»Ja, wir haben ein paar richtig gute Reviews bekommen und freuen uns natürlich sehr darüber. Die Platte scheint den Leuten wirklich zu gefallen, was für uns fantastisch ist, da es sich ja hier um das erste Album handelt, das wir je auf den Markt gebracht haben. Wir können gutes Feedback also prima gebrauchen, und haben zum Glück auch eine Menge davon bekommen.«

Lass uns mal ein wenig über die Anfänge von HEAVY TIGER sprechen. Wie habt ihr Mädels euch kennengelernt? Gab es von Anfang an den Plan, eine All-Girl-Band zu gründen, oder war das eher Zufall?

»Maja, unsere Sängerin und Gitarristin, wollte eine Rock 'n' Roll-Band auf die Beine stellen. Also fing sie an, sich in ihrem Freundeskreis nach Mitstreiterinnen umzuschauen. Durch gemeinsame Freunde stieß sie dann auf mich und unsere Drummerin Astrid. Wir kannten uns also noch gar nicht richtig, bevor wir die Band gründeten. Freundinnen wurden wir erst, nachdem wir angefangen hatten, zusammen zu spielen. Und ja, es sollte von Anfang an eine weibliche Band werden, das war der Plan.«

Gehen euch die ständigen Vergleiche mit Bands wie Crucified Barbara, The Runaways und Girlschool inzwischen nicht langsam auf den Keks?

»Oh ja, das tun sie! Und es ist auch wirklich ein Jammer, denn wir klingen überhaupt nicht wie Crucified Barbara. Diese Vergleiche gibt es nur, weil sie genau wie wir Mädels sind. Manche Leute denken offenbar, dass „Girl-Band“ ein Genre ist, eine ganz bestimmte Musikrichtung. Aber das ist echt bescheuert. Das geht uns wirklich auf die Nerven, denn es passiert sehr oft.«

Was sind dann eure wahren musikalischen Einflüsse?

»Zum Beispiel Thin Lizzy, Kiss, AC/DC, The Rolling Stones, The Who und die klassischen Sechziger- und Siebziger-Rockbands.«

Eurer Song 'Girls Got Balls' ist eigentlich ziemlich selbsterklärend. Würdest du sagen, dass HEAVY TIGER eine feministische Band sind?

»Ja, ich würde sagen, das sind wir. Aber viele Leute haben auch ein vollkommen falsches Verständnis von Feminismus. Meiner Meinung nach bedeutet Feminismus einfach, dass Männer und Frauen gleiche Rechte haben. In diesem Sinne sind wir also absolut eine feministische Band. Wir sind allerdings keine extremen politischen Feministinnen, wir glauben schlicht und ergreifend an gleiches Recht für alle.«

Trefft ihr in der Rock-Szene oft auf Chauvinismus und Vorurteile von männlicher Seite und müsst euch Sachen anhören wie „Frauen sehen auf der Bühne zwar gut aus, aber spielen können sie nicht“?

»Oh ja, mit solchen Dingen haben wir es sehr oft zu tun. Normalerweise passiert so etwas gleich, wenn wir zu einem Gig kommen. Dann will uns der Tontechniker dabei helfen, die Kabel einzustöpseln oder unsere Verstärker für uns anschließen – einfach nur, weil wir Mädchen sind.«

Wie reagiert ihr auf solche Sachen?

»Wir gehen einfach auf die Bühne, machen unser Ding, treten Ärsche und beweisen diesen Leuten, dass sie falsch lagen. Das ist immer das Gleiche. Vor dem Auftritt denken alle, wir seien nur alberne kleine Mädchen, aber nach der Show sagen sie: „Wow, ihr seid echt klasse!“«

Sind eure Fans eher männlich oder weiblich?

»Eigentlich ist es eine gute Mischung, aber vielleicht doch etwas mehr Männer.«

Ihr seid eine noch ziemlich junge Band und könnt vermutlich nicht allein von der Musik leben. Was tut ihr im Alltag?

»Wir versuchen, so viel Zeit wie möglich damit zu verbringen, Musik zu machen. Aber wir haben auch Teilzeit-Jobs. Ich arbeite in einem Kindergarten, Maja arbeiten in einem Bekleidungsgeschäft, und Astrid geht noch zur Schule. Diesen Sommer macht sie ihren Abschluss.«

Haben sich bisher eher die schwedischen Medien und die nationale Musikszene für HEAVY TIGER interessiert, oder klopfen auch viele Pressevertreter aus dem Ausland an?

»Eigentlich beides. In der neusten Ausgabe des „Sweden Rock Magazine“ gibt es sogar eine zweiseitige Story über uns, und das ist das größte Rock-Magazin des Landes. Das ist natürlich klasse!«

Neben vielen Konzerten in Schweden habt ihr ebenfalls einige Shows in Großbritannien und in Finnland gespielt, zum Beispiel als Support von Imperial State Electric. Dürfen wir euch in nächster Zeit auch in Deutschland erwarten?

»Ja, das hoffen wir doch ganz stark! Wir arbeiten gerade daran und werden vermutlich entweder im Frühling oder im Sommer zu euch rüberkommen.«

Was steht darüber hinaus auf eurer To-Do-Liste für die nächste Zeit?

»Wir wollen unser Album unter die Leute bringen und so oft wie möglich die Bühne rocken. Im Sommer werden wir hoffentlich auf jeder Menge Festivals auftreten – sowohl in Schweden als auch in anderen Ländern.«

Die letzten Worte gehören dir!

»Ich hoffe, euch alle bald in Deutschland vor der Bühne zu sehen!«

 

 

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