Online-MegazineInterview

ASOMVEL

Knock with your cock out

ASOMVEL

Ihr steht auf den räudigen Motörhead-Sound? Viel Spaß mit ASOMVEL! Falls ihr dazu noch eine solvente alte Dame beerben wollt und als Ausgleich dafür den Sex auf Youporn-Sessions verlagert, könnt ihr direkt zu dem spaßigen Trio nach Harrogate ziehen. Im Smalltalk aus Rock Hard Vol. 319 hat Gitarrist Lenny noch kundgetan, dass er nicht so auf Metal stehe - was der Rest der Jungs in der Online-Ergänzung nicht für sich gelten lassen will.

Seid ihr alle keine großen Metal-Fans?

Conan: »Ach, wo soll ich anfangen? Tank, Quartz, Storm Queen, Angel Witch, Bashful Alley, Sweet Savage.... es gibt so viele geniale NWOBHM-Bands. Eine Schande, dass die meisten nur ein paar Singles und Samplertracks hinterlassen haben.«

Jason: »Wenn es nur um die NWOBHM geht, dann machen mich Tank, Saxon, Venom, Atomkraft und Witchfynde glücklich. Punk hat mir nie den richtigen Arschtritt gegeben. Die einzige Ausnahme ist das selbstbetitelte Album von Lars Frederiksen And The Bastards. Würde mir also jemand eine Knarre an den Kopf halten, könnte ich mich dazu bekennen.«

Die Phase mit Fast Eddie dürfte eure liebste Motörhead-Ära sein. Akzeptiert ihr den Rest notgedrungen, oder ignoriert ihr alles nach „Iron Fist“? Seid ihr bereit, ihren Platz zu übernehmen?

Lenny: »Fast Eddie hat eingängige Riffs geschrieben und bessere Soli als jeder andere, aber ich bin Motörhead-Fan und immer interessiert, was sie gerade machen. Sie sind eine Legende, die den Respekt von allen verdient.«

Conan: »Fast Eddie ist der Beste. Ich kann mir keinen cooleren Gitarristen vorstellen. Da gehen die Mundwinkel runter, er hat die Attitüde, den Stil. Nichts reicht an das klassische Motörhead-Line-Up heran. Ihren Rang einnehmen? Ich dachte, sie sterben nie...«

Jason: »Wir werden nie an sie rankommen, die klassische Ära ist unschlagbar. Für immer. Wir wären blöd, es auch nur zu versuchen. Wir sind aber alle drei massive Motörhead-Fans und sie haben unsere Spielweise sehr beeinflusst. Aber das gilt ach für eine verfluchte Menge weiterer Bands.«

Zwei Alben und zwei höllisch limitierte Vinyls in vier Jahren – ihr seid plötzlich im Kreativrausch. Bereut ihr, dass die ersten 16 Jahre eher wenig passierte?

Lenny: »Wir waren oft besoffen, aber nie faul. Es gab Probleme mit Drummern, es dürften 15 gewesen sein, die wir hatten. Niemand traute uns irgendwas zu, man dachte, dass wir die Hallen im Nu leer spielen, weil unsere Musik nicht angesagt war.«

Wie seid ihr auf Carlsberg Special Brew als Lieblingsbier gekommen? Wegen der 9% Alkohol, oder weil es 1950 für Churchills Kopenhagenbesuch kreiert wurde und angeblich eine Cognac-Note hat?

Lenny: »Wenn du es einmal probiert hast, schmecken andere Biere nur noch nach wässriger Pisse. Jay-Jay und ich liebten es, weil uns das Zeug auf Partys nie geklaut wurde, hargh, hargh. Trinkt vernünftig, Kids! Ein oder zwei Drinks ein- oder zweimal die Woche – warum etwas Gutes ruinieren?«
Conan: »Ach ja, diese goldenen Büchsen…das wohlschmeckendste Lager überhaupt. Der Fakt, dass es für Churchill gebraut wurde, ist köstlich, weil man es in Großbritannien mit Obdachlosen assoziiert. Großartiges Bier, dass dich zuverlässig und sehr schnell volltrunken macht!«

Schlagringe, also „Knuckle Duster“ sind was für Straßengangs, Hooligans oder Biker. Ist Harrogate so ein hartes Pflaster?

Lenny: »Jay-Jay liebte Motorräder und kannte viele Biker und andere unerwünschte Personen. Aber er war eher der Typ für pure Fäuste, ich hab es ein paar mal bei Auseinandersetzungen in Parkhäusern gesehen. Wenn du eine wohlhabende Lady in ihren 80ern suchst, komm nach Harrogate.«

Für welches Team steht ihr - Harrogate Town oder Harrogate Railway Athletic? Seid ihr selbst aktive Fußballspieler?

Lenny: »Sehen wir aus, als ob wir mehr als zehn Meter laufen können, ohne zu kollabieren?«

Festlandeuropäer sind immer noch über die NSA-Spionage und auch eure Geheimdienste erbost. Habt ihr irgendeine Beziehung zur Basis Menwith Hill nahe Harrogate?

Lenny: »Mein Onkel Arthur war ein Red Barret, das ist meine engste Verbindung zur Armee.«

Harrogate ist offenbar auch Englands Hauptstadt in Sachen Online-Pornographiekonsum. Statt den 'Whorehouse Blues' singt ihr übers Wichsen?

Conan: »Glücklicherweise wohne ich in Leeds, du musst also Lenny fragen, was er in seiner Freizeit macht.«

Lenny: »Das ist eine Sache zwischen einem Mann und seinem Gewissen.«

In eurem Merchandise-Programm habt ihr nur lahme Schlüsselringe – weder Cock-, noch Schlagringe mit Bandgravur.

Conan: »Wir planen gerade eine „2 in 1“-Lösung, dann kannst du andere mit deinem Schwanz ausknocken.«

Habt ihr eure Kleinstadt auch schon mal verlassen, um die Band in London voranzubringen?

Lenny: »Ich kenne viele Bands, die großmäulig mit dem Ziel abgezogen sind und ganz kleinlaut wieder zurückkehrten. Lass den Berg zum Propheten kommen. Harrogate ist schon teuer, London unbezahlbar. Aber für Gigs gehe ich gerne hin.«

Handelt 'Wrecking Ball' (dt. Abrissbirne) von schleimigen Spekulanten, die alte Bausubstanz platt machen und bezahlbaren Wohnraum damit zerstört?

Lenny: »Interessante Idee, aber nein. Der Song schildert das ewige Problem, für einen Boss zu arbeiten und den Missbrauch von Macht, den alle von uns irgendwann erleben.«

'Cash Whore' erinnert an Ravens 'Don't Need Your Money'. Braucht ihr keine Ladies, die euch armen Musikern Übernachtungsmöglichkeiten stellen?

Lenny: »Der Song richtet sich an alle Bands, die nicht an das glauben,  was sie tun, sondern ihr Fähnchen nach dem Wind richten und hoffen als Trendreiter ein paar Bucks zu verdienen.«

Conan: »Haha, wir sind alle mit unserem Frauen und Freundinnen zufrieden. Sie arrangieren sich alle mit der Band und unterstützen uns sehr.«

Seid ihr alte Freunde von Will Palmer, oder warum hat der Angel-Witch-Basser auch als erste für sein Label Bad Omen gesignt?

Lenny: »Er rief mich an und fragte, ob wir einen Plattenvertrag haben wollten. Das war unsere erste Begegnung. Er ist ein guter Kerl, der versteht, wie wir ticken.«

Conan: Ich traf ihn in London bei einem Angel-Witch-Gig. Da war ich total besoffen und hab die ganze Nacht nur Scheiße gelabert. Seither sind wir beste Freunde.«

Ihr habt einige Veröffentlichungen auf Miskatonic Foundation, dem Label von Rich Walker. Warum warst du nur kurzzeitig Aushilfsbasser bei Solstice, Lenny?

Lenny: »Ich war sehr engagiert und hätte die Band nie verlassen. Aber wer Rich kennt, weiß, dass er ein sehr unglückliches Verhalten an den Tag legen kann. Paul und die beiden neuen Jungs trifft keine Schuld, ich verbringe viel Zeit mit ihnen. Es wurde schon eine Menge Scheiße verbreitet und ASOMVEL werden sich nicht daran beteiligen. Ich respektiere die Fans zu sehr, also bleiben solche Themen privat, damit sie die Musik, die sie lieben, weiter unbeschwert genießen können.«

'Sheep In Wolves Clothing' passt zu Black-Metallern, die sich als die größten Misanthropen schlechthin darstellen, ihre Vinylsammlung aber vom Weihnachtsgeld ihrer Eltern kaufen.

Conan: »Da geht es um Fakes ganz allgemein. Egal wo du hingehst: Du triffst Menschen, die vorgeben, jemand anderes zu sein.«

Wie tough sind ASOMVEL auf der Skala von eins bis zehn?

Lenny: »Ich bin ein Liebhaber, kein Kämpfer.«

Conan: »Ich habe einen 100%-Rekord dafür, anderen die Zähen auszuschlagen. Ich habe auch eine große Narbe auf einer Hand und dazu drei Schrauben im Knochen, den ich mir brach, als ich einen Freund beschützte, der mit einer zerbrochenen Flasche angegriffen wurde.«

Wir hart ist es für dich, immer an Jay-Jay gemessen zu werden, Conan?

Lenny: »Er zieht sein eigenes Ding durch und es ist Glücks- und Zufall zugleich, dass es zu ASOMVEL passt. Wie Jay-Jay ist auch er einfach ein totales Original.«

Conan: »Jay-Jay war meine Inspiration dafür, wie ein Frontmann zu sein hat. Bevor ich ihn und ASOMVEL gesehen habe, war ich nur Basser. Von ihm angespornt gründete ich mit Deathwing meine eigene Band und wurde Sänger. Die Leidenschaft und Wildheit, die Jay mir gab, lebt dadurch in der Band weiter.«

Habt ihr in 'Thrash Talker' und anderen finsteren Titeln spezielle Arschlöcher auf dem Kieker?

Lenny: »Der Text ist eine Generalisierung, aber eigentlich jemanden gewidmet, dem wir vertrauten und der sich entschied, uns zu verraten. ASOMVEL basieren auf Integrität und Ehrlichkeit.«

Conan: »Wir kennen alle Arschlöcher und Fotzen in unserem Leben, die alles kaputtmachen, was wir ihnen heimzahlen wollen.«

Lenny: »'Hangman`s’ Rope' ist für uns etwas Besonderes. Da hört man sogar eine rückwärts aufgenommene Gitarre.«

Conan: »'Shooty Ya Down' ist einfach ein Kriegssong. Wahrscheinlich hab ich zu der Zeit zu viel Tank gehört. In 'Waster' geht es um Leute, die vorgeben, immer für dich da zu sein, wenn du sie brauchst. Aber sie verschwenden ihr Leben daran, nur noch high oder voll zu sein und bekommen nichts mehr auf die Reihe.«

Ist die Band am Ende, wenn ihr nicht mehr angepisst seid? Oder kommen dann auch Balladen – ob mit oder ohne Cello?

Lenny: »Es wird immer Anlässe geben, die einen wütend machen. Ich kann eins garantieren: ASOMVEL werden sich nicht verändern. Das hier kommt raus, wenn wir unsere Instrumente einstöpseln.«

Conan: »So lange wir angepisste grummelige Bastarde bleiben, gibt es keine Chance für eine Ballade. Sollte sich das je ändern hast du die Erlaubnis, mir eine runterzuhauen.«

Was würdet ihr in eurer 'Final Hour' tun?

Lenny: »Der Tod ist unausweichlich, also halte seinem Blick stand und spucke noch mal aus, oder stirb wie ein Stück Scheiße. Ich hatte eine gute Zeit, habe nie gelogen oder andere mies behandelt. Sollte ich jetzt sterben wäre ich angepisst, könnte mich aber nicht beschweren.«

Conan: »Wenn deine Zeit um ist, dass ist es eben so. Ich bereue nichts und würde gerne mit Glanz und Gloria abtreten, wie beim Ende von Butch Cassidy und dem Sun Dance Kid.«

Jason: »Schnapp dir den Whiskey und randaliere noch etwas rum, es ist nach Ablauf der Stunde nicht mehr dein Problem. Niemand ist je bereit zu sterben. Es gibt immer noch etwas, das man gerne tun würde. Mache das Beste aus deinem Leben, so lange es geht!«

 

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