Online-MegazineInterview

ABSENT MINDED

Interview mit der Demoband des Monats 11/2013

ABSENT/MINDED

Wer in Schubladen denkt, ist bei ABSENT/MINDED fehl am Platz, denn für die vier Bamberger sind stilistische Grenzen ein Fremdwort. Ihre Scheibe „Earthtone'“ vereint Doom, Death, Sludge und kreiert eine außergewöhnliche Atmosphäre, womit  sich die Jungs in unserer November-Ausgabe den Titel „Demo des Monats“ erspielt haben. Sänger Stevie und Schlagzeuger Jürgen plaudern mit uns über ihren Stilmix, Live-Shows, Songtexte, und ganz wichtig: Pfeffi.

Meine Herren, herzlichen Glückwunsch – eure Scheibe „Earthtone“ wurde in der November-Ausgabe des Rock Hard zum „Demo des Monats“ gekürt. Was ging in euren Köpfen vor, als diese Nachricht bei euch eingeschlagen ist?

»Wir waren total aus dem Häuschen. Überhaupt eine Reaktion vom Rock-Hard-Mag zu bekommen, kam völlig unerwartet. Und dann auch noch Demo des Monats: GEIL!!! Das kommt nicht oft vor, dass eine Band wie wir, die keinen Allerweltsgeschmack bedient, so geehrt wird.«

Gegründet habt ihr ABSENT/MINDED bereits 2009, welche Erfahrungen habt ihr auf dem langen Weg bis zu „Earthtone“ schon sammeln können? Mit welchem Ziel habt ihr die Band ins Leben gerufen?

»Damals wollten Uwe (Gitarre) und Jürgen einfach nur Musik machen, mit dem Ziel auf die Bühne zu gehen und zu rocken. Durch unsere Konzerte haben wir gemerkt, dass es nicht einfach ist, wenn man als Band seinen eigenen Weg geht. Wir machen ja quasi alles selbst und haben damit auch Erfolg. Man muss sagen, dass alle Bandmitglieder schon vor ABSENT/MINDED so einige Erfahrungen mit dem Bandleben machen konnten. Inzwischen kam Live- und Songwriting-Erfahrung hinzu.

Einen großen Schritt jedoch konnten wir mit dem Produzenten der „Earthtone“-Scheibe machen: V. Santura. Mit ihm konnten wir das erste Mal eine richtig amtliche Produktion fahren. Wir legten mit ihm viel Zeit und Aufmerksamkeit auf das Gesamtklangbild. Er hat sich voll auf unsere Vorstellungen eingelassen und selbst mit vielen Ideen mitgewirkt. Wir sind mit seiner Arbeit absolut happy und verdanken ihm viel.«

Neben „Earthtone“ gibt es auch noch euren starken Vorgänger „Pulsar“ (2011). Wie habt ihr euch weiterentwickelt und welche Auswirkungen hatte das auf die Komposition von „Earthtone“?

»Zu „Pulsar“-Zeiten wussten wir noch nicht genau, wo es stilistisch hingehen sollte. Wir haben uns keine Gedanken gemacht wie das Album zu klingen hat, oder was von uns erwartet wird. Es stand nur eins fest: Es sollte fett und unverfälscht klingen. Da wir aber vier Leute in der Band haben, die Songs und Texte schreiben können, war das oft nicht einfach, den gemeinsamen Nenner zu finden. Seit „Pulsar“ haben wir jedoch mehr zu unserem Sound gefunden. Vor allem legen wir mehr und mehr Wert darauf, ob uns ein Song beim Proben einfach flasht oder nicht, ohne groß darüber nachzudenken. Kopf aus, Spaß an!«

Die musikalische Stil-Explosion von ABSENT/MINDED in einem Wort zu beschreiben, ist beinahe unmöglich. Hier trifft epischer Doom auf Postrock, atmosphärische Instrumentalparts und Death-Metal-Gesang. Wie würdet ihr euren Stil beschreiben und welche Bands haben euch am meisten inspiriert?

»Ehrlich gesagt fällt uns das gar nicht so wirklich auf, da wir uns über die Stile keine Gedanken machen. Uns ist nur wichtig, dass ein Song mit all seinen Elementen viel Energie und Dynamik erzeugt, und einen guten Fluss hat. Das mit dem Stil ist so eine Sache, dadurch kommt man schnell in eine Schublade und wird begrenzt, oder man begrenzt sich selbst. Und das mögen wir nicht. Es gibt immer mehr Bands, die sich dieser Grenzen entledigen und Wahnsinns-Scheiben hervorbringen. Da sie in der Lage sind, ihre eigene musikalische Landschaft zu gestalten, fällt die Stilbeschreibung oft schwer und ist auch meist nicht nötig. Genauso ist es mit den Inspirationen. Jeder in der Band hat da so seine eigenen, von Crowbar über Cult of Luna bis Deftones, Mastodon uvm. Viele Bands haben uns inspiriert, kopieren wollen wir jedoch keine!«

Im Review hat unser Redakteur Thomas Kupfer eurer Musik eine morbid-melancholische Atmosphäre zugeschrieben und eure Lyrics verstärken diesen Eindruck. Welche Bedeutung haben die Songtexte für das Gesamtkunstwerk ABSENT/MINDED?

»Die Texte und Songtitel haben für uns einen ebenso hohen Stellenwert wie die Songs an sich und besitzen meist eine tiefgehende Bedeutung. Wir reden auch regelmäßig über die Inhalte und Bedeutung der Lyrics. Es geht um persönliche Erfahrungen, aber auch um Themen wie Sex, Geld und welchen Platz der Mensch im Universum hat. Wir wollen aber niemandem erzählen, was er gut oder schlecht finden soll. Deswegen kann der Hörer sich seine eigene Sicht der Dinge verschaffen. Von politischen, oder religiösen Extremen sind wir zudem auch weit weg. Wir schildern unsere Sicht der Dinge, Punkt. Wenn wir jemanden inspirieren können, freut uns das, es ist aber nicht das oberste Ziel.«

„Earthtone“ ist noch ziemlich frisch, wird es Konzerte oder gar eine Tour geben? Wie kann man sich ABSENT/MINDED live vorstellen? Habt ihr zusätzliches Equipment (Kerzen usw.), das das Atmosphärische in eurer Musik unterstützen soll, oder ist bei euch weniger mehr?

»Wir planen Konzerte im Frühjahr. Bisher werden wir am 02.11.13 in Erlangen spielen. Außerdem dürfen wir, zum wiederholten Mal, im April auf dem Metal Franconia Festival in Dettelbach spielen.

Unsere Live-Shows? Energiegeladen und laut... Live lassen wir so manche Münder offen stehen. Erstens wegen unseres Stilmixes und zweitens haben wir Bock auf der Bühne zu stehen. Das zeigen wir auch ausgelassen. Auf YouTube könnt ihr euch davon überzeugen.

Und zusätzliches Equipment? Wir bevorzugen grünes Licht und viel Nebel auf der Bühne. Und unser Pfeffi (Pfefferminzlikör aus Thüringen) darf nie fehlen. Ansonsten ist weniger mehr.«

Gibt es ein Motto, das ihr im Leben und in der Musik immer im Hinterkopf habt?

»Weniger denken, mehr fühlen! Das macht uns zu dem, was wir sind.
Wir sind, wie wir sind: Wir sind ABSENT/MINDED!«

 

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