Online-MegazineInterview

VAE VICTIS

Interview mit der Demoband des Monats 11/12

VAE VICTIS

Die Schweriner VAE VICTIS haben mit „My Place In Hell“ bereits 2010 ein selbstproduziertes und -veröffentlichtes Album losgelassen, dass etwas verspätet in Rock Hard 306 "Demo des Monats" geworden ist. Ihr räudiger Black-Thrash macht sie zu idealem Hörfutter für Schmutzfinken aller Art. Wie in ihren Songs zeigen sie sich auch im Interview kurz und prägnant. Das die Band dabei auch um ein politisches Statement nicht herumkommt, ist traurig, aber leider nicht zu ändern.

Bitte beschreibt kurz die wichtigsten Stationen eurer Bandgeschichte!

»VAE VICTIS wurden Anfang 2001 von Raven (voc), Der Rote (g), Mondragor (d) und Svenson (b,voc) gegründet. Sänger, Gitarrist und Drummer waren vorher schon unter dem Namen Gleaming Empire unterwegs und spielten Black Metal. Svenson kam von den kurz zuvor aufgelösten Punk-Thrashern Grind Machine hinzu. Unser Demo entstand dann im Jahr 2003, „Black Fucking Thrash Metal“ 2008 und „My Place In Hell“ 2010.«

Welche Bands haben euch am meisten beeinflusst?

»Das ist schwer zu sagen, da waren sicherlich einige Achtziger-Speed und -Thrash-Bands beteiligt. Wir hören alles Mögliche an gutem Metal.«

Was steckt hinter eurem Bandnamen „Wehe den Besiegten“? Ist das einfach nur ein cooler Titel, oder hat er eine Bedeutung?

»VAE VICTIS ist einfach nur ein Titel, der aber auch den musikalischen Aspekt untermalen soll. Nach einem Gig oder CD-Durchlauf sollen keine Gefangenen zurückbleiben, hehe.«

Ihr vertreibt „My Place In Hell“ in Eigenregie. Steht dahinter eine Überzeugung, oder habt ihr kein Label gefunden?

»Sowohl als auch! Wir suchen übrigens noch ein Label für unsere dritte Langrille, die für 2014 geplant ist.«

Der Vorgänger „Black Fucking Thrash Metal“ wurde von Galgenstrang Productions vertrieben, die auch die einschlägige NSBM-Band 5:45 vertreiben. Wie steht ihr allgemein zu NSBM und was haltet ihr von Labels, die Nazibands vertreiben?

»Das war uns im Vorfeld auch nicht bewusst, und als wir den Bandnamen (…wird zurück geschissen) sahen, dachten wir auch eher an eine Parodie als an Ernst. Wir sind Metalheads, und als solche bringen wir auch unsere Musik zum Ausdruck. Wir machen Metal und sind sozialkritisch, positionieren uns aber weder links noch rechts der Gesellschaft. Das war auch der Antrieb für den Song 'Fuck Your Political Waste'! Der Song sagt doch alles: FUCK OFF AND DIE!!!«

Was unterscheidet „My Place In Hell“ vom Vorgänger „Black Fucking Thrash Metal“?

»Der deutlichste Unterschied ist, dass wir bei „My Place In Hell“ einfach besser vorbereitet waren und das Zusammenspiel in der Band und im Studio einfacher vonstatten ging, obwohl beide Scheiben in drei Tagen eingespielt wurden.«

Wie läuft bei euch das Songwriting ab? Seid ihr eine Jam-Band oder schreibt einer die Songs alleine?

»Wir sind definitiv eine Proberaumband, die Ihre Ideen im Proberaum zu Songs zusammenfügt.«

Der Vorgänger hat ja schon in seinem Titel ein klares Genrebekenntnis. Wie wichtig sind euch Genrebegriffe wie Black Metal oder Thrash Metal?

»Der Songtitel kam im Proberaum nach ein paar Bier zustande, und wir fanden einfach, dass er perfekt zu dem Song passte. Wichtig sind uns Genrebegriffe aber nicht, sondern der Spaß an der Sache.«

Götz hat euch in seinem Review in einem Satz mit Desaster, Ketzer und Nocturnal genannt. Was haltet ihr von diesen Bands? Gibt es eine Verbindung zu einer oder mehreren dieser Bands?
 
»Danke für das Kompliment, Götz! Mit Ketzer haben wir 2010 mal im Blackland/Berlin gespielt. Verbindungen zu den genannten Bands gibt es aber bisher keine.«

Wovon handeln eure Texte?
 
»Sozialkritik, Geschichte, Philosophie, Religion, Metal, Saufen, Sex – das Leben halt!«

Einer eurer Songtitel lautet 'Greetings From The Enola Gay'. Was fasziniert euch am ersten Atombombenabwurf so stark, dass ihr ihm einen Text widmet? Lasst ihr euch bei euren Texten allgemein gerne von historischen Ereignissen inspirieren?
 
»Mit solchen Mitteln führt man keine Kriege! Die wollten das Ding doch nur ausprobieren, und damit wurde die Tür zur ultimativen Vernichtung aufgeschlossen. Was konnten Frauen und Kinder für diesen Scheiß-Krieg?! Historie ist ein Spiegel der Menschheit, und wir alle täten gut daran, daraus zu lernen.«

Was ist die Antwort aus eurem Song 'The Answer'?
 
»Lasst Euch nicht belügen und wehrt Euch!«

Gerade in Ostdeutschland gibt es inzwischen einige Metalbands, die deutsche Texte schreiben (etwa Die Apokalyptischen Reiter, Macbeth oder Varg). Wäre das für euch ebenfalls eine Option?
 
»Nein!«

Gibt es für dieses und/oder nächstes Jahr Livepläne?

»Wir planen im Juni/Juli 2013 eine Minitour fünf bis sieben Tage) mit Warfield aus Mexiko und wollen 2013 mehr live unterwegs sein. Wer also noch freie Termine hat, kann sich gerne bei uns melden.«
 
Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

»Thrash Till Death!!!«

http://www.vae-victis.de/