Online-MegazineInterview

OBRERO

Interview mit der Demoband des Monats 11/11

Mit ihrem Debüt "Mortui Vivos Docent" haben die Schweden OBRERO gezeigt, dass guter Siebziger-Doom auch heute noch richtig Arsch treten kann. Somit ist die Band nicht umsonst zur Demo-Band des Monats in Rock Hard #294 gekürt worden. Sänger und Wahl-Schwede Martin Missy, bekannt von den früheren deutschen Thrashern PROTECTOR, hat sich bereit erklärt ein paar Fragen zu der herausragenden Scheibe und der Entstehung der Band zu beantworten.

Martin, es ist interessant, dass euer Bandname auf Spanisch und der Album-Titel auf Latein sind. Was bedeutet „Obrero“ und "Mortui Vivos Docent" und warum habt ihr diese Sprachen gewählt?

»"Obrero" bedeutet "Arbeiter" auf Spanisch. Das wussten wir allerdings nicht, als wir uns den Namen ausgesucht haben. Wir haben uns damals für den Namen entschieden, weil das der Name eines wahnsinnigen Arztes in dem Film "Zombie Holocaust / Zombies unter Kannibalen" war. Erst später erfuhren wir, was der Name bedeutet. "Mortui Vivos Docent" ist Latein und bedeutet "Die Toten lehren die Lebenden".«

Du lebst jetzt schon seit einigen Jahren in Schweden. Wie hast du die anderen Bandmember kennengelernt und wie kam es zur Gründung von OBRERO?

»Ich wohne seit 1995 in Schweden, dem Heimatland meiner Mutter. 2001 wurde ich Sänger der Metal-Band Ruins Of Time, in der damals auch Mathias Öjermark spielte, der heute einer der beiden Gitarristen von OBRERO ist. Den anderen Gitarristen, Fredrik Pihlström (ehemals Fredrik Lundquist), habe ich 2003 bei meinem Einstieg in die Thrash-Metal-Band Talion kennengelernt. In der ersten Besetzung von Talion waren damals auch der heutige OBRERO-Drummer Calle Sjöström und -Basser Magnus Karkea mit von der Partie. OBRERO war zunächst ein reines Übungsraum-Projekt. Fredrik und ich haben, wenn wir mit TALION mal eine Pause eingelegt haben, oft ein wenig gejammt, er an der Gitarre, und ich am Schlagzeug. So sind die ersten OBRERO-Riffs entstanden. 2007 wurde dann, durch den Einstieg der anderen Jungs, eine richtige Band daraus.«

Wenn man sich "Mortui Vivos Docent" anhört, findet man sich in einer Mischung aus 70ies Psychedelic-Rock, Stoner-Parts und Doom-Metal wieder. Was sind eure Einflüsse?

»Schwer zu sagen. Wir mögen eigentlich so ziemlich alles im Metal-Bereich, vor allem den klassischen Hardrock & Heavy Metal, sowie Doom-, Stoner-, Thrash- und Death Metal. Unser Gitarrist Fredrik hat es einmal ganz gut in Worte gefasst, was uns bei OBRERO besonders antreibt: "Die Liebe zum RIFF".«

Hattet ihr von Anfang an eine feste musikalische Richtung im Kopf?

»Die Musik von OBRERO ging eigentlich schon von Anfang an in die Doom-Stoner-Richtung, welches auf dem Demo "Volume I: Tales From The Old West And Beyond" zu hören ist. Das ist die Musik, bzw. das sind die Riffs, die wir auch in Zukunft für OBRERO schreiben wollen.«

Warum gibt es deiner Meinung nach heutzutage gerade in Schweden so viele Bands, die sich auf die Siebzieger zurückbesinnen?

»Ich weiß nicht, warum es gerade in Schweden so viele Bands gibt, die von der harten Rockmusik der 70er beeinflusst sind. Ich glaube es ist ganz einfach eine Art "Gegenbewegung" zu den ganzen Black- und Death-Bands, wo die Musik oft immer brutaler und schneller gespielt wird.«

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Nighttripper-Records?

»Wenn ich mich recht erinnere, hat uns der Labelboss von Nighttripper Records im November 2010 auf Myspace geaddet, worauf unser Schlagzeuger Calle mit ihm Kontakt aufgenommen hat. Nachdem wir ihm ein paar Übungsraumaufnahmen gemailt hatten, hat er uns einen Vertrag angeboten, den wir Anfang 2011 unterschrieben haben.«

Spielen Mitglieder von OBRERO in anderen Bands oder Projekten?

»Im Moment sind eigentlich nur Fredrik und ich auch noch außerhalb von OBRERO musikalisch aktiv. Fredrik spielt Gitarre in Talion und Bass in der Death-Metal-Band Phidion sowie der Thrash-Metal-Band Bloodbanner. Ich singe in Talion und Phidion, sowie meiner alten Wolfsburger Band Protector, die ich hier in Schweden neu gegründet habe. Der Labelboss von Nighttripper hat übrigens auch ein weiteres Label, auf dem er demnächst die ersten drei Protector-Alben auf Vinyl wiederveröffentlichen wird.«

Zu guter letzt wollen wir natürlich wissen, ob ihr demnächst auch mal in Deutschland spielt? Gibt es Pläne für eine Tour?

»Im Moment leider noch nicht. Falls das Rock Hard für sein Festival im nächsten Jahr jedoch noch eine Doom Band suchen sollte, sind wir gerne mit von der Partie!«