Online-MegazineInterview

WOUND

Interview mit der Demoband des Monats 10/12

WOUND

Ihr Demo “Confess To Filth“ brachte die Wiesbadener Truppe WOUND im Juni ganz klassisch auf Tape raus. In sechs Songs zeigen die Jungs, was sie drauf haben. Gitarrist Søren, aus dessen Hand das geniale Coverartwork stammt, stand uns Rede und Antwort im online-exklusiven Interview.

Ihr habt euch 2011 formiert, seid also noch nicht so lange gemeinsam als Band unterwegs. Wie verlief eure musikalische Karriere vor der Gründung von WOUND und was waren bisher eure wichtigsten Stationen in der Zusammenarbeit als Band?

»Jeder von uns war bereits vor WOUND in Bands aktiv. Soweit ich mich richtig entsinne, haben wir uns auch alle mehr oder weniger über die Musik kennengelernt. Mit unserem Drummer hab ich zum Beispiel bereits Anfang bis Mitte der 2000er Jahre zusammen in einer Band gespielt. Letztlich entstand WOUND aus einem Jam heraus und war anfangs eigentlich gar nicht in der jetztigen Form geplant. Nach den ersten zwei bis drei Treffen waren wir allerdings ziemlich angefixt, die Sache ernster anzugehen und eine Band zu formen. Die wichtigste Station waren bisher die Aufnahme des “Confess To Filth“-Demos, die wir in Eigenregie im Proberaum durchgeführt haben, und die Zusammenarbeit mit Weed-Hunter-Records.«

Das Coverartwork erinnert an Lovecraft'sche Tentakelwesen mit einem durchaus sexuellen Moment. Würdest du zustimmen? Inwiefern identifiziert ihr euch in eurer Musik mit diesen oder anderen Mythen? Gibt es ein Konzept hinter WOUND?

»Wahrscheinlich findest du bei jedem von uns im heimischen Bücherregal mindestens ein Buch von und über Lovecraft. „Die großen Alten“ sind auch hin und wieder mal Thema bei unseren Proben, von daher stimmt deine Assoziation zu Lovecraft. Leider habe ich den „sexuellen Moment“ während des Zeichnens irgendwie nicht bemerkt und musste mir im Nachhinein einiges zu dem Thema Intimbehaarung anhören (lacht).

Für die Texte ist allein unser Sänger verantwortlich. Neben typischen Horror-Themen ist auch Gesellschafts- und Religionskritik Teil des Inhalts. Ein Konzept gibt es in textlicher Hinsicht demnach nicht.«

Euer Demo ist ganz altmodisch auf Tape erschienen. Warum habt dieses old-schoolige Format gewählt?

»Wer hat früher nicht gern stundenlang vor der Anlage gesessen und Mixtapes zusammengestellt? Die CD hat für mich einfach nicht den Stellenwert, Musik zu transportieren, wie eine Kassette - oder allem voran Vinyl. Den Retro-Trend finde ich daher sehr begrüßenswert. Neben der analogen Variante haben wir die komplette Demo allerdings auch als freien Download im Internet hochgeladen, schließlich wäre das früher oder später sowieso passiert. Die Praktikabilität digitaler Medien möchte ich natürlich nicht herunter reduzieren. Ein MP3-Player ist selbstverständlich, allein der Größe wegen, viel praktischer als ein klobiger Walkman, aber zu Hause bevorzuge ich jederzeit die analoge Variante, nicht nur allein des Klanges wegen.«

Euer Demo veröffentlicht ihr über Weed-Hunter-Records, ein kleines Label, welches auch noch auf gute alte LPs und MCs setzt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wieso ist gerade Weed-Hunter das richtige Label für eure Musik?

»Hannes (Mr. Weedhunter) war der erste, der aufgrund unserer Rehearsal-Aufnahmen Kontakt mit uns aufnahm und Interesse zeigte, ein Demo zu veröffentlichen. Er war uns von Anfang an sympathisch, zumal uns seine DIY- Einstellung absolut zusagte. Hannes ist genauso ein Musik-Maniac wie wir und lebt für die Sache, ohne finanzielle Interessen im Hinterkopf. Die Vinyl-Version unseres kommenden Albums wird ebenfalls im nächsten Jahr über sein Label erscheinen.«

Eure Musik positioniert sich irgendwo zwischen klassischem Thrash und Death, mit einer hörbaren Begeisterung für die schwedische Schule. Wo würdest du eure Wurzeln verorten? Wie wichtig ist es euch, stiltechnisch variabel zu bleiben?

»Die Einflüsse reichen von GRAVE, AT THE GATES, DESULTORY über WOLFPACK bis hin zu SLAYER. Der schwedische Death Metal war für mich persönlich in Sachen extremer Musik schon immer das große Ding, wobei ich da wahrscheinlich für uns alle sprechen kann. Unser Drummer hat sogar mal vor zig Jahren einen deutschen ENTOMBED-Fanclub aufgezogen.

Generell war es für uns jedoch von Anfang an wichtig, frei von Scheuklappen Songs zu schreiben, und nicht zu klingen wie die Band XY. Wir wurden seit Erscheinen des Demos öfter darauf angesprochen, dass die Songs zum Teil sehr unterschiedlich seien. Gerade 'Moloch' fällt aufgrund der melodischen Gitarren sehr aus dem Rahmen, aber man darf nicht vergessen, dass es sich dabei um eine Demo handelt und sich die Band zu diesem Zeitpunkt noch in einem experimentierenden, sich findenden Stadium befunden hat.«

Ihr seid in diesem Jahr in Mainz und in Idstein aufgetreten. Wie war das für euch? Sind noch weitere Gigs geplant? Wo würdet ihr am liebsten auftreten?

»Beide Konzerte waren gut besucht und die Resonanz war durchweg positiv. Leider mussten wir aus privaten Gründen alle Live-Angebote nach dem Mainz-Gig absagen. Wir hätten dieses Jahr gerne öfter auf der Bühne gestanden, aber manchmal kommt einem das Leben dazwischen. Gegen Ende des Jahres stehen allerdings noch zwei Konzerte auf dem Plan. Nächstes Jahr holen wir die Versäumnisse aus 2012 nach. Geil wäre es natürlich, auf Festivals zu spielen, wo wir selbst jedes Jahr hinfahren. Wenn es zeitlich passt, hätten wir auch nichts gegen eine kleine Tour einzuwenden.«

Die Aufnahmen für euer Demo sind noch nicht lange her. Wie war die Stimmung bei euch im Studio? Hattet ihr ein Highlight oder gibt’s vielleicht auch Dinge, die ihr beim nächsten Mal anders machen würdet?

»Die Aufnahme führten wir, wie bereits gesagt, in unserem Proberaum in Eigenregie durch. Unser Basser hat sich im Laufe der Jahre ein kleines portables Tonstudio eingerichtet und investierte einige Nächte in das Demo. Da alles reibungslos funktionierte, die Bierkiste niemals leer wurde und ein One-Take das nächste jagte, war die Stimmung bestens. Man muss dazu sagen, dass wir alle gute Freunde sind und auch außerhalb der Band viel miteinander unternehmen. Wir haben generell immer eine gute Zeit zusammen. Das kommende Album werden wir ebenfalls selbst aufnehmen, uns allerdings mehr Zeit für den Mix nehmen. Das kam bei der Demo ein bisschen zu kurz, da wir aufgrund der Releaseparty in Mainz etwas unter Zeitdruck standen.«

Auf einem eurer Auftritte habt ihr den DARKTHRONE-Song 'Too Old Too Cold' performt. Habt ihr einen besonderen Bezug zu DARKTHRONE? Sind sie wichtiger für euch, als die anderen Bands, die ihr als Vorbilder angegeben habt?

»Nicht unbedingt wichtiger, aber generell mögen wir DARKTHRONE als Band und schätzen ihre Entwicklung. Ich persönlich stehe sowohl auf die alten als auch die neuen Alben. Mein persönlicher Favorit ist, neben “Blaze In The Norther Sky“, das 1995 erschienene “Panzerfaust“. Da stimmt einfach alles!
In Frage kamen nur Songs, die nicht schon tausendmal gecovert wurden, anders als die eigene Mucke klingen und möglichst einfach zu spielen sind. Songs, die man auch noch mit zehn Pils im Kopp gut fiedeln kann. 'Too Old Too Cold' machte dann das Rennen, nicht nur wegen des kongenialen Textes!«

 

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