Online-MegazineInterview

FIRESCENT

Interview mit der Demoband des Monats 09/12

FIRESCENT

Mit ihrem starken ersten Album „Passengers“ wurden FIRESCENT im aktuellen Rock Hars zur „Demoband des Monats“ gekürt. Grund genug um uns mit Drummer Tobi und Bassist Mario über die Ziele und ihre musikalische Ausrichtung als „Melancholic Metal“-Band zu unterhalten. Warum sich FIRESCENT aber gegen Kategorisierungen sträuben und wie man sich als Musiker selbst vermarktet, erzählen euch die Bandmitglieder gleich selbst.

Was hat euch fünf als Band zusammengebracht und was waren eure bedeutendsten Ereignisse bisher im Musiksektor?

»Zusammengebracht hat uns die Absicht, gemeinsam die Weltherrschaft zu übernehmen und zugleich die Assimilierung aller Ungläubigen dieser Erde, damit unsere Band Einzug in die globalen Märkte des neuen und zugleich polytraumatisierenden FIRESCENT-Metals erhält – Aber Spaß beiseite.
FIRESCENT, und somit alle in unserer kleinen, gemütlichen Runde, verfolgen das gleiche Ziel: Songs in einem sehr vielfältigen, leider auch meist kurzlebigen, musikalischen Zeitsektor zu kreieren, deren Charakter es eben nicht zulässt, sich musikalisch-lethargischer Langeweile zu ergeben. Oder einfacher gesagt: Eine Gewürzmischung ins Leben zu rufen, die ihren eigenen Charme entwickelt und sich still und heimlich in die Gehörgänge derer schleicht, die offen für Neues sind, um sich uns anschließen zu können, um dann die Weltherrschaft usw. Du kennst das ja schon.«

Euer erstes Album „Passengers“ ist erst dieses Jahr erschienen. Seit eurer EP „Suicidewalk“ aus dem Jahre 2009 entstanden aber bereits Musikvideos und es gibt diverses Merchandise von FIRESCENT. Wie wichtig bzw. wie schwierig ist es für eine junge Band aus Siegen sich selbst zu vermarkten? Was für Erfahrungen habt ihr in diesem Bereich bereits gesammelt?

»Die Selbstvermarktung ist mit Sicherheit Fluch und Segen zugleich. Wir versuchen unser Möglichstes, um auf die Band aufmerksam zu machen, jedoch hat dies natürlich seine Grenzen. Man limitiert sich ohne Frage selbst, wenn die Promotion komplett an einem selbst hängen bleibt, jedoch geht man auch dem Risiko aus dem Weg, unter dem zeitlichen und kreativen Druck zu stehen, das eine Abhängigkeit von Labels mit sich bringen kann. Davon abgesehen ist es nicht gerade leicht, unsere „Nischen-Musik“ an den Mann/die Frau zu bringen, da eine eindeutige Kategorisierung bislang immer gescheitert ist.«

Das Rough-Mix-Video zu 'Ascension Theory' beweist, dass ihr als Band durchaus Sinn für Humor habt. Wie ernst nehmt ihr eure Musik? Hofft ihr eines Tages davon leben zu können oder seht ihr es eher als Freizeitbeschäftigung an?

»Wir nehmen unsere Musik sehr ernst, gerade was die musikalische, textliche und visuelle Umsetzung angeht. Die Stimmung dieser Komponenten sollte Hand in Hand gehen. Aber davon abgesehen sind wir ziemlich humorvolle Zeitgenossen, die nicht alles todernst nehmen und sehr gerne Spaß haben.
Von einer solchen Art Musik leben zu wollen, ist eine Illusion, der wir uns gar nicht erst hingeben. Die Prioritätensetzung liegt eindeutig auf unseren regulären Berufen und dem Familienleben. Somit ist und bleibt FIRESCENT eine Freizeitbeschäftigung, der wir uns aber dennoch mit vollster Überzeugung und jeder Menge Herzblut widmen.«

Ihr beschreibt euren Stil als „Melancholic Metal“. Könnt ihr diesen Begriff noch näher erklären? Was kann man darunter verstehen?

»Wir haben uns längere Zeit mit einer Kategorisierung unseres Sounds beschäftigt, der sich aber keinem exakten Etikett zuordnen lassen wollte. Die Stilbezeichnung sollte griffig, kurz und prägnant sein, damit nicht ein dreizeiliger Stil-Mischmasch dabei herauskommt. Die Grundbasis des FIRESCENT-Sounds ist eindeutig Metal, jedoch mit einem deutlich melancholisch geprägten Anstrich, der mittlerweile zu einem Trademark geworden ist. Somit macht die Beschreibung „Melancholic Metal“ durchaus Sinn, auch wenn wir mittlerweile zum Terminus „FIRESCENT-Metal“ tendieren, da einfach zu viele Elemente von Modern-Thrash über Doom bis hin zu Akustikpassagen darin enthalten sind.«

Die CD-Titel „Passengers“ und „Suicidewalk“ als auch Songs wie 'Ascension Theory', 'Moving Skywards' oder 'Transmission Lane' etc.
scheinen sich eingehend mit einer Thematik der Wanderschaft auseinanderzusetzen. Wie wichtig ist dieses Bild für eure Musik und wo seht ihr euch momentan auf eurer Reise als Band?

»„Passengers“ beschreibt die vielen Situationen im Leben des Individuums, die einen dazu zwingen, eine Wanderschaft anzutreten. Und dies kann die verschiedensten Formen annehmen. Für manche ist es der gesuchte Lebensmittelpunkt, ein anderer muss arbeitsbedingt wandern.
Jeder sucht nach etwas Bestimmtem – und findet es meist nur durch eine „Reise“.
Gerade nicht zu wissen, wohin die Reise mit FIRESCENT geht, ist das Schöne an dieser Band. Es ist wie eine Überraschungstüte – man weiß nie, was als nächstes passiert und wohin wir uns bewegen.
Jeder Mensch hat sicherlich verschiedene Definitionen von Erfolg, uns ist es primär wichtig, uns als Songwriter, Persönlichkeiten und Performer stetig zu verbessern und sukzessive mehr Leute von unserem Schaffen zu überzeugen.«

Was sind eure Ziele und Pläne für die nähere Zukunft?

»Zunächst sollen wieder verstärkt Live-Aktivitäten Einzug halten, wir haben uns im letzten Jahr auf den Bühnen etwas rar gemacht. Des Weiteren schreiben wir stetig an neuem Material, das hoffentlich „Passengers“ nochmals an Vielfalt, Kreativität und Optik überbieten wird. Womit wir auch schon bei den Zielen wären: Songwriting, Aufnahmen, Shows und das Hinzugewinnen neuer Hörer. Und natürlich das mit der Weltherrschaft, aber das hatten wir schon mal…«

 

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