Online-MegazineInterview

DIVIDE

Interview mit der Demoband des Monats 08/13

DIVIDE

Im Bereich Death Metal tut sich momentan so einiges in unseren Landen. Das beste Beispiel sind die Nordlichter DIVIDE, die sich mit ihrem Langspieler „Messiah Of Mutilation“ nicht nur gehörigen Szenen-Respekt und viele Fans, sondern auch den Titel „Demo des Monats“ in unserer August-Ausgabe erspielt haben. Gitarrist Benjamin Viethen stellt die Newcomer aus Kiel vor und plaudert mit uns über Festivalvorbereitungen, Internet-Inserate und Lovecraft-Zitate.


Benjamin, eure Scheibe „Messiah Of Mutilation“ ist zum Demo des Monats in der August-Ausgabe des Rock Hard gekürt worden. Wie ist diese Nachricht bei euch eingeschlagen? Hättet ihr jemals damit gerechnet, als ihr die CD eingetütet und an unsere Redaktion geschickt habt?

»Zunächst einmal vielen Dank für das Interesse und auch das Reinhören ins Album! Wir haben zahllose Stunden mit Songwriting, Produktion und der äußeren Form von „Messiah Of Mutilation“ zugebracht. Das alles neben Studium und Beruf – da ist es umso schöner, wenn sich die harte Arbeit auszahlt und man auf allerhand positive Resonanz stößt. Über die Stimmen aus eurem Lager haben wir uns natürlich ganz besonders gefreut, zumal man mit vielen hochkarätigen Bands konkurriert. Insofern konnten wir auf keinen Fall damit rechnen, obwohl wir von der Güte unseres Albums überzeugt sind.«
 
„Messiah Of Mutilation“ wurde ja nicht nur von Rock Hard, sondern auch von etlichen anderen einschlägigen Magazinen mit Lob überschüttet. Offenbar trifft eure Mischung aus traditionellem Death Metal und moderneren Göteborg-Einschlägen genau den aktuellen Geschmack. Einflüsse aus Thrash- und Black Metal findet man auf der Platte ebenfalls. Welche Bands haben euch am meisten inspiriert?

»Bei DIVIDE bezieht jeder seine Inspiration aus anderen Bands und Genres, teilweise auch aus der Literatur o.ä.  - das sorgt für die spannende Genre-Mischung. Während der eine seit Jahren Vollblut-Deather ist, haben wiederum andere einen Hang zu Black Metal, bzw. kommen aus der Heavy- und Thrash-Metal-Ecke. Schwer zu sagen, wer die inspirierenden Quellen sind – das ist für jeden sicherlich unterschiedlich. Es lässt sich teilweise auch schwer erfassen, da solche Einflüsse beim Songwriting eher unbewusst einfließen.«
 
War die gerade erwähnte Stilmischung beabsichtigt um möglichst viele verschiedene Geschmäcker zu treffen, oder ist das eher etwas, was sich mit den Jahren ergeben hat?

»Dass neben Death-Metal-Fans auch Anhänger von Black- und Thrash Metal den Zugang zu unserer Musik finden, ist natürlich ein schöner Nebeneffekt, steht bei DIVIDE jedoch nie im Vordergrund. Denn wir betrachten uns nach wie vor als eine traditionelle Death-Metal-Band, deren Songs schlichtweg viele musikalische Einflüsse innewohnen. Zwar sind die kompositorischen Fähigkeiten mit den Jahren gereift, Black- und Thrash-Metal-Passagen finden sich jedoch auch in den ersten Songs von DIVIDE.«

 
Gegründet habt ihr die Band Anfang 2009. Seitdem gab es von euch eine EP, den schon erwähnten Longplayer und etliche Gigs, unter anderem mit Bands wie Malevolent Creation, Myrd und Bodyfarm zu verzeichnen. Ein ziemlich beachtlicher Werdegang. Welche Ziele habt ihr euch als nächste gesteckt und was treibt euch an, dermaßen Vollgas zu geben?

»Bei der Gründung von DIVIDE war für uns eines klar: Wir sind mehr als nur irgendeine weitere Hobby-Garagen-Band. Wir sind eine Band mit professionellem Anspruch und wollen das Publikum für unsere Musik begeistern. Diese Maxime treibt uns an. Das kann manchmal schon recht anstrengend sein, aber es ist hilfreich, dass sämtliche Bandmitglieder in vorherigen Bands Erfahrungen und Fertigkeiten sammeln konnten, die sie bei DIVIDE einbringen können. Denn dann macht es auch unheimlich viel Spaß, sich auf einem hohen Level bewegen zu können. Dennoch haben wir realistische Ziele: Wir suchen nach weiteren Auftrittsmöglichkeiten, auch im Ausland, ein Label will gefunden werden und auch das Songwriting für die nächste Veröffentlichung geht weiter.«
 
Wenn ich mir den Kommentar mal erlauben darf: Ihr seht ja alle noch ziemlich jung aus. Darf man fragen, was ihr abseits der Musik so treibt und wie die Gründung von DIVIDE zustatten kam?

»Alterstechnisch bewegen wir uns zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Zwei von uns studieren, die andere Hälfte arbeitet im Bereich Kommunikationsdesign. Gegründet wurde die Band Anfang 2009 von unserem Drummer Moritz und dem damaligen Sänger. Der Rest der Bandmitglieder kannte sich noch nicht und kam kurze Zeit später über ein Online-Inserat hinzu.«
 
„Messiah Of Mutilation“ besticht durch ein – gerade für ein Demo – beachtliches Cover-Artwork. Kannst du ein paar Worte zum Künstler und zur Bedeutung des Covers sagen?

»Ja, auf das Artwork sind wir mächtig stolz! Für uns war es wichtig, dass die Leute auch von außen erkennen, dass es auf dieser Scheibe hochwertigen, traditionellen Death Metal zu hören gibt – da ist ein gezeichneter „Messiah of Mutilation“ natürlich Pflicht. Wir konnten dafür Roberto Toderico aus Neapel verpflichten. Er ist ein Künstler, der selbst in einer Metal-Band tätig war und versteht, worauf es ankommt. Das Grundkonzept kommt dabei von unserem Gitarristen Mario und beschreibt den Niedergang der Zivilisation aufgrund der sieben Todsünden. Wir haben Roberto allerdings reichlich Freiraum bei der Gestaltung gelassen. Er beschäftigt sich viel mit Okkultismus und hat tolle Details eingearbeitet – ein Cover, das einen Metal-Fan zum Reinhören animiert.«
 
Wo wir gerade beim Thema Cover-Artwork sind: Es fällt natürlich sofort das Zitat „That is not dead which can eternal lie. Yet with strange aeons even death may die“ aus H.P. Lovecrafts „A Nameless City“ auf, das sich auch auf Iron Maidens „Live After Death“-Cover wiederfindet. Reiner Zufall oder pure Absicht?

»Als Maiden-Fan kannte ich das Album, unser Sänger Daniel jedoch nicht. Von daher ist es zwar die Reminiszenz an eine Band, die den Heavy Metal geprägt hat, in diesem Zusammenhang aber als Zufall zu betrachten. Der Song „The Abyssal Malice“ erzählt vom Cthulhu-Mythos und wird von Daniel mit diesem Zitat eingeleitet. In Verbindung mit der düsteren Bedeutung passte es einfach, den Satz auch auf dem Artwork einzubringen.«
 
Am 14. August werden DIVIDE auf der Party Stage des Summer Breeze auftreten – mit Sicherheit nicht gerade euer kleinster Gig bis dato. Habt ihr schon einmal vor einem ähnlich großen Publikum gespielt? Wie geht ihr an diesen respekteinflößenden Auftritt heran?

»Eine Band im Metal-Bereich kann noch so gut sein – heutzutage geht nichts mehr ohne Connections. Von daher blieb uns die Chance, auf einem Festival zu spielen - erst recht auf einem so großen - bislang verwehrt. Dieser Gig ist also tatsächlich der größte, den wir bisher verzeichnen konnten. Wir proben mehrmals die Woche und jetzt, da es erst recht darauf ankommt, feilen wir an Kleinigkeiten, um unsere Show zu optimieren. Wichtig ist trotzdem, dass man den Spaß nicht außer Acht lässt. Das ist zwar eine riesige Hausnummer, aber vor allem freuen wir uns auf den Auftritt.«
 
Laut Frank Albrecht, der das Review zu „Messiah Of Mutilation“ verfasst hat, wäre es keine Überraschung, wenn ihr in absehbarer Zeit einen Plattenvertrag abstauben könntet. Hat sich in dieser Hinsicht schon etwas getan?

»Die letzten anderthalb Jahre über kamen immer wieder Anfragen rein. Von Tour-Managern aus Brasilien bis Independent-Labels aus Kanada war alles dabei. Jedoch hatten wir lange Zeit mit dem Album zu tun, weshalb wir uns nicht wirklich um diese Anfragen kümmern konnten, oder es waren schlichtweg unpassende Angebote dabei. Von daher sind wir für Labels und Booking-Agenturen noch zu haben.«
 
Was können wir in näherer Zukunft von DIVIDE erwarten? Steht zum Beispiel eine Tour ins Haus, auf der man sich von euren Live-Qualitäten überzeugen kann?

»Auftritte absolvieren wir regelmäßig in ganz Norddeutschland, z.B. sieht man uns am 7. September auf dem Meltdown-Festival in Schleswig. Neben weiteren Songs, an denen wir für zukünftige Veröffentlichungen sitzen, planen wir auch gerade Gigs im Ausland. Wir möchten z.B. noch einmal in Holland spielen, würden unsere Musik aber auch gern dem skandinavischen und dem osteuropäischen Publikum präsentieren. Ohne Booking-Agenten dauert das zwar immer etwas, aber es finden sich bestimmt bald ein paar Veranstalter, die DIVIDE und den „Messiah Of Mutilation“ auf ihre Bühne holen – vielleicht ja sogar für weitere Festivals.«
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