Online-MegazineInterview

STONES OF MADNESS

Interview mit der Demoband des Monats 07/14

Was kommt dabei heraus, wenn sich ein Death-Metal-Sänger, der zwischenzeitlich in einer Classic-/Stoner-Rock-Band aktiv war und ein ehemaliger Nu-Metal-Gitarrist zu einem gemeinsamen Projekt treffen? Richtig, ein Alternative-Rock-Highlight, das nicht nur einmal an aktuelle Alice In Chains erinnert, sondern auch Boris Kaiser dermaßen vom Thron riss, dass die Debüt-EP von STONES OF MADNESS umgehend zum Demo des Monats gekürt wurde. Wir unterhielten uns mit den beiden Bandleadern Kelly Shaefer (v.) und Scott Thompson (g.) über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Bandnamen STONES OF MADNESS?

Scott: »Der Name stammt von einem Gemälde von Hieronymus Bosch (niederländischer Renaissance-Maler, ca. 1450-1516, jcd) namens „The Extraction Of The Stones Of Madness“ (Originaltitel: „De keisnijding“, jcd). Das Gemälde zeigt eine Person, die versucht, einen Stein aus dem Kopf einer anderen Person zu entfernen, durch Nutzung der Schädelöffnungsmethode. Der Glaube war verbreitet, dass durch das Entfernen dieses „Steins“ aus dem Kopf eines Menschen dessen Verrücktheit oder Wahnsinn geheilt werden könnte. Also dachte ich, es sei ein cooler Name für das Projekt/die Band. Wir sind die Steine, die die Leute in den Wahnsinn treiben!«

Welche Einflüsse hattet ihr beim Schreiben des Materials? Es erinnert mich stark an aktuelle Alice-In-Chains-Scheiben, aber es wurde auch bereits mit Bands wie Down, C.O.C., Nudswirl etc. verglichen.

Scott: »Puh, Ich habe so viele verschiedene musikalische Einflüsse. Ich denke, man kann sagen, dass einige der genannten Bands definitiv einen Einfluss auf meine Art, Musik zu schreiben, hatten. Obwohl ich nicht wirklich sagen kann, dass ihr Einfluss speziell auf das Schreiben dieser EP abfärbte. Es ist eher so, dass sie schon längere Zeit ein Einfluss für mich sind.«

Kelly: »Also, in Sachen Lyrics reagierte ich auf die Musik, die Scott geschrieben hatte und zwar auf eine Art und Weise, die ich so noch nicht in meinen bisherigen Bands ausprobiert hatte. Gesanglich verursachte es eine andere Reaktion und ich habe die Resultate genossen. Es hat meine Stimme in eine Richtung getrieben, die eine Hommage an meine vielen verschiedenen Einflüsse darstellt.«

Ihr stammt aus Florida. Wie kommt es, dass ihr einen Deal mit einem Berliner Label abgeschlossen habt?

Scott: »Unsere Partnerschaft mit U-Motion-Records hat ihre Wurzeln darin, dass sie eines Tages unsere Songs hörten, als diese noch „Demos“ waren und tatsächlich Interesse an der Vision der Band zeigten. Sie wollten Teil davon sein, aber keinen Einfluss auf unsere Kreativität nehmen, sondern uns absolute Kontrolle und Freiheit in Bezug auf unsere Musik und unser Image garantieren. Außerdem wollten sie uns auf eine Art repräsentieren, mit der wir einverstanden waren. Zusätzlich wollten wir die Möglichkeit haben, unsere Musik in Europa unter die Leute zu bringen und dort Shows zu spielen. Dies war sehr wichtig für uns, da Kelly und ich bereits mit unseren vorherigen Bands in Europa getourt sind und es wirklich lieben, bei euch aufzutreten.«

STONES OF MADNESS startete als Projekt von euch beiden. Wie habt ihr euch gefunden?

Scott: »Ich hatte ein paar Songs geschrieben und wollte sie aufnehmen. Ich fragte bei Scott „Scoob“ Bush (ex-Gitarrist von The Nixons, jcd), der Produzent und ein persönlicher Freund von mir ist, an, mir bei der Produktion und der Aufnahme behilflich zu sein. An diesem Punkt brauchte ich einen Drummer, um mit den Aufnahmen beginnen zu können. Scott stellte mir GJ Gosman, den Drummer seiner damaligen Band vor, der sich bereiterklärte, die Drum-Tracks für das Album einzuspielen. Als die Drum-Tracks und die Songs im Kasten waren, brauchten wir jemanden, der sie singen konnte. Da kam Kelly ins Spiel. Kelly hatte mit GJ in der Band Neurotica gespielt und es war GJ, der Kelly vorschlug. Er fand, dass er gut zu den Songs passen würde. Also habe ich Kelly Versionen der Songs zugesandt, er schickte sie zurück und es war perfekt. An diesem Punkt schlug Kelly vor, seinen ehemaligen NEUROTICA-Bandkollegen Shawn Bowen (g.) anzuheuern und brachte auch Julia Simms (b.) gleich mit, die mit ihm zuvor an einem Akustik-Projekt gearbeitet hatte. Julia ist außerdem GJs Frau und der Rest ist sozusagen Geschichte.«

Ab welchem Punkt habt ihr euch entschieden, eine richtige Band zu sein, sogar mit Live-Aktivitäten?

Scott: »Ich denke, als wir uns gefunden haben und anfingen, im Kollektiv zu jammen, war der Punkt erreicht, an dem wir begriffen, dass wir etwas besonderes am Start hatten, das mehr sein sollte, als nur ein Projekt. Wir wollten eine richtige Band sein und wir wollten live auftreten.«

Kelly: »Nachdem wir einige der EP-Tracks im Kasten hatten, wurde mir und Scott klar, dass diese Musik sich gut in einem Live-Szenario machen würde und es wurde dann auch ein riesiger Spaß.«

Ihr plant den Release eines Full-Length-Albums. Was können wir erwarten, und wann?

Scott: »Also, ihr könnt definitiv mehr groovige, heavy Gitarrenriffs und -Soli erwarten. Außerdem melodische Vocals und mehr Zusammenspiel von der Band als Ganzes. Wir planen, das Album Anfang/Mitte Oktober 2014 rauszubringen. Es wird auch unsere Version des RUSH-Classics 'Working Man' enthalten. Wir sind jetzt schon sehr glücklich damit.«

Kelly: »In der Tat werden wir das Full-Length-Debüt im Oktober rausbringen, und wir haben 'Working Man' von RUSH gecovert, worüber ich super glücklich bin. Es ist monstermäßig heavy und auch beim Rest des neuen Materials könnte ich nicht stolzer sein. Es wird definitiv ein großer Spaß werden mit den STONES OF MADNESS auf Tour zu gehen!«

Plant ihr weitere Live-Aktivitäten, und werden wir euch bald auf europäischem Boden sehen können?

Scott: »Ja. Wir planen definitiv mit Live-Shows in den Staaten weiterzumachen. Wir haben außerdem einige sehr gute Gelegenheiten bald nach Europa rüberzukommen.«

Atheist kamen aus der Technical-Death-Metal-Ecke, während Dry Kill Logic dem Nu-Metal zugeordnet wurden und Neurotica eher einen Classic-/Stoner-Rock-Stil spielten. Wie kam der Umschwung zu einem Alternative-Rock-Projekt zustande?

Scott: »Weißt du, im Grunde mag ich keine Kategorisierung von Musik oder die Zuordnung zu einem bestimmten Genre. Es war keine Idee von mir zu versuchen, so zu klingen, wie irgendeine dieser Bands. Meiner Meinung nach ist STONES OF MADNESS keineswegs wie diese beiden Bands. Ich habe nicht wirklich herumgesessen, um ein „Alternative-Rock-Projekt“ zu schreiben. Ich denke, es ist erst im Nachhinein diesem Stil zugeordnet worden.«

Habt ihr einen Hauptsongwriter, oder schreibt ihr die Songs im Kollektiv?

Scott: »Für die EP haben Kelly und ich das komplette Songwriting übernommen und wir sind auch weiterhin die Hauptsongwriter. Aber ab jetzt bringen alle ihre Ideen ein, also wird es in Zukunft wohl eine eher kollektive Herangehensweise sein, da bin ich sicher.«

Kelly, was sind die Haupteinflüsse für deinen Gesangsstil? In Atheist hattest du einen Death-Metal-typischen Growl-Stil, während du in Neurotica und STONES OF MADNESS wie eine aggressivere Variante des verstorbenen Alice-In-Chains-Fronters Layne Staley klingst.

Kelly: »Das ist wiederum einfach eine Reaktion auf die Musik, die mir vorgesetzt wird. Dankenswerterweise kann ich ein ziemliches Spektrum an verschiedenen Stimmen abdecken. Genauso wie bei Atheist eine „Singstimme“ nicht angebracht gewesen wäre, führt bei den STONES OF MADNESS die Musik zu eben jenem Gesangsstil.«

Was sind die Einflüsse für deine Texte?

Kelly: »Im Gegensatz zur eher abstrakten Herangehensweise in meinen alten Bands, habe ich hier tatsächlich auf persönliche Erfahrungen der letzten zehn oder mehr Jahre zurückgegriffen. Angst, Kummer und Bitterkeit spielen in den Lyrics auf dieser EP definitiv eine große Rolle.«

Gibt es noch etwas, das ihr unseren Lesern mitteilen möchtet?

Scott: »Bitte kauft unsere EP auf U-Motion-Records und haltet nach dem Full-Length-Album Ausschau. Danke für eure Unterstützung!«

Kelly: »Ich kann es nicht erwarten, euch bald in Europa für einige Shows zu sehen!«

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