Online-MegazineInterview

SLOWDIVE

Interview mit der Demoband des Monats 07/11

Die Schweizer sind los. Mit SLOWDRIVE hat es zum zweiten mal nacheinander eine Luzerner Band auf das Treppchen für die Demoband des Monats geschafft. Andris, Emanuel und Michi zocken groovigen, straighten Stoner/Hard Rock, der sich perfekt zum Abgehen oder Autofahren eignet. Im Interview zeigen sich die drei sowohl als vielseitige Musikfans, als auch Filmfreunde.

Ihr seid unsere zweite Demoband des Monats in Folge aus Luzern. Wird die Schweiz etwa zur neuen Rock/Metal-Export-Nation ?

Emanuel: »Allgemein ist die Szene in der Schweiz recht aktiv, es gibt fast schon eine Übersättigung an Bands, weil der Markt nicht so groß ist wie in Deutschland. Wie man zur Zeit vielleicht sieht, läuft aber was bei uns in der Schweiz.«

Michi: »Zirrus sind übrigens Kumpels von uns, ich bin mit dem Sänger in die Schule gegangen.«

Zirrus berichteten, dass es bei euch eher eine Old-School-orientierte Rock/Metal-Szene gibt. Wie seht ihr das und wie wirkt sich das auf eure Konzerte aus ?

Michi: »Grundsätzlich können wir mit vielen Bands zusammenspielen, das ist kein Problem. Wir haben schon mit sehr harten und auch weniger harten Bands gespielt – ob Metal, Rock oder was auch immer. Es kommen nicht nur Old-Schooler, sondern inzwischen auch sehr viel junge und New-Schooler auf unsere Konzerte.«

Andris: »Es ist immer wieder schön zu sehen, wie auch Old-School-Metaller in ihren Kutten bei unseren Konzerten Party machen und die Haare kreisen lassen. Wir freuen uns, dass unser Sound die ganze Sparte mitreißt.«

Viele Releases im derzeiten Stoner/Hard Rock-Bereich gehen in Richtung Doom Metal oder erinnern retromäßig an die 60er und 70er. Eure Songs sind meist straight und geben mehr Gas. Sind eure Einflüsse Bands wie Kyuss, QOTSA oder Fu Manchu? Wer ist noch wichtig für euch?

Andris: »Die spielen natürlich schon eine Rolle. Und dann gibt es noch mehr, wie Down, The Answer, aber auch Monster Magnet, Madball uvm. Unsere Wurzeln haben wir sowohl im Hardcore, Metalcore und im Rock. Da gibt es bei uns keine Scheuklappen und wir wollen Songs so schreiben, wie wir sie fühlen und uns nicht in eine Schublade pressen lassen. Wir spielen einfach drauf los. Das ist die Musik von slowDrive. Trotzdem ist es so, dass sich bei slowDrive eine gewisse Richtung ergeben hat und wir uns in dieser Hinsicht treu bleiben.«

Sowohl durch den Bandnamen, als auch auch durch Texte wie z.B. in 'Swallow My Own Load', fühlt man sich direkt hinters Lenkrad versetzt. Was möchtet ihr euren „Passengern“ bieten?

Andris: »Ja, das hat man uns auch schon gesagt. Man sollte auch immer aufpassen, wenn unsere CD im Player ist, dass man nicht zu schnell fährt, haha. Und was wir unseren „Passengern bieten wollen“: Wir nehmen dich eine halbe Stunde lang mit. Rock'n'Roll in your face. Wir haben auch Texte, die nicht immer ganz ernst zu nehmen sind. Einfach mal eine halbe Stunden abschalten und rocken.«

Auch Filme scheinen eine Rolle für euch zu spielen. 2010 habt ihr auf eurer Homepage ein Ratespiel veranstaltet, wer die fünf Filmzitate auf eurer letzten Scheibe erkennt. Wie spiegelt sich dieser Einfluss in der Musik von Slowdrive wieder?

Emanuel: »Wir hatten Spaß daran, die CD ein bisschen aufzulockern und die Zitate passten auch immer gut zur Thematik der Songs. Uns selbst hat es auch sehr viel Spaß gemacht, wenn wir jemandem die CD gaben und sagten, „Hey, findest du raus, was da alles drauf ist?“. Bei der neuen Scheibe haben wir es dann wieder auf die Musik reduziert, weil wir es auch nicht mit Schnickschnack übersättigen wollten.«

Welche Filme waren da so dabei?

Michi: »Da waren zum Beispiel „The Boondock Saints“ oder „Dirty Harry“ dabei. Hört euch aber lieber die CD an und findet es selber heraus.«

Ihr wart schon vorher in anderen Bands und Projekten aktiv. In welche Richtung ging das stilistisch und existieren Veröffentlichungen?

Emanuel: »Also vieles davon wird man nicht mehr hören können. Abgesehen von einem Projekt aus dem Hardcore-Bereich, wo unser Sänger Andris tätig war. Das ist das einzige, was momentan wahrscheinlich noch zu finden wäre. Mowdown hieß das Teil. Er und ich machen schon seit etwa zehn Jahren zusammen Musik. Unser Schlagzeuger Michi kann am besten selbst sagen, was er vorher gemacht hat.«

Michi: »Ich habe früher in einer Thrash-Metal-Band gespielt [combate]. Wir waren alle noch sehr jung, etwa 16 Jahre alt. Als das dann in die Brüche ging, habe ich mit Andris bei Mowdown gespielt und dann ging es weiter zu slowDrive. Es ist auf jeden Fall alles noch von früher verknüpft.«

Hattet ihr schon mal mehr Leute in der Band, oder hat euch die klassische Rock-Konstellation zu dritt immer am besten gefallen?

Andris: »Wir hatten schon mal einen zweiten Gitarristen und einen anderen Sänger, wo ich mich dann nur auf die Gitarre konzentriert habe. Schlussendlich dachten wir aber, es ist Rock'n'Roll zu dritt auf den Brettern zu stehen und loszurotzen. Das macht uns Spaß, denn wir drei sind eine gute Truppe, wir brauchen auch live keine zweite Gitarre. Außerdem muss man sich zu dritt nicht so sehr um die Groupies streiten, haha.«

Wie verlief eurer bisheriger Kontakt mit Labels?

Michi:»Wir sind gerade dabei, einen Vertrieb zu finden, damit der Silberling auch hinaus in die Welt kann, es wäre aber toll diesen Weg mit einem Label zu gehen.«

Stichwort Konzerte: Seht ihr eine Möglichkeit, Auftritte in Deutschland zu spielen?

Emanuel: »Unseren geplanten Auftritt in München müssen wir leider auf Januar verschieben, wegen dem Oktoberfest. Wir haben kein Hotel gefunden
und unser Bandbus ist zu klein, haha. Wir kommen mit zwei anderen Schweizer Bands und darum hat das nicht gepasst. Wir waren auch schon in Deutschland und das hat uns sehr viel Spaß gemacht. Also werden wir auch dranbleiben, dass wir weiterhin bei euch einmarschieren können.«

 

www.slowdrive.ch
www.myspace.com/slowdriverock