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JOHNBOY

Interview mit der Demoband des Monats 04/13

JOHNBOY

"Pure Heavy Sound since 2005". Mit „Custom" gibt es hausgemachten, grundehrlichen Power-Rock des Dreigestirns von JOHNBOY. Da die Stücke dabei auch durchaus Qualität besitzen, würdigten wir in ROCK HARD Vol. 311 mit dem Titel "Demoband des Monats". Darum ließen wir es uns auch nicht nehmen, JOHNBOY ein wenig auf den Zahn zu fühlen und dabei mehr über „Custom", die Band an sich und ihre Geschichte herauszufinden.

Johnboy - CustomJungs, herzlichen Glückwunsch zum Titel „Demoband des Monats“. „Custom“ ist nicht euer erster Zapfenstreich. Was sind die wichtigsten Stationen eurer bisherigen Karriere?

»Zuerst einmal vielen Dank. Wir fühlen uns geehrt! "Custom" ist tatsächlich schon unser fünftes Album. Das liegt wohl daran, dass wir von Anfang an recht fleißig waren und immer einen riesigen Spaß, nicht nur am Songwriting und am Live-Spielen, sondern auch am Aufnehmen hatten. Der erste Meilenstein in der Geschichte JOHNBOYs war wohl das gesamte Jahr 2005: JOHNBOY wurde mit dem Ziel gegründet , ganz simple, aber kraftvolle Rockmusik zu machen, bei der der Spielspaß absolut im Vordergrund stehen sollte. Wir wollten das Rad nicht neu erfinden, wir wollten damit fahren! Innerhalb kurzer Zeit entstanden zehn einfache Songs und wir machten unsere ersten Gehversuche im Homerecording mit einem PC, ein paar Mikros und jeder Menge Tipps aus Recording-Magazinen. Das Ergebnis war dann das Album "Tigers, Dragons And Tanks", auf das wir immer noch verdammt stolz sind. Nachdem wir ein paar Gigs gespielt hatten und merkten, dass es nicht nur uns, sondern auch dem Publikum gefällt, war klar: "Ok, das ziehen wir durch!". Die wichtigsten Stationen der Bandgeschichte kann man tatsächlich an den fünf Alben festmachen. Denn jedes für sich stellt ein Entwicklungsstadium der Band dar, sowohl was das Songwriting, als auch die Erfahrung im Aufnehmen und Produzieren unserer Alben angeht. Auch „Custom“ stammt aus eigener Hand, wurde sogar in den gleichen Räumlichkeiten wie alle Vorgänger aufgenommen. Natürlich ist „Custom“ für uns zurzeit der Höhepunkt unserer bisher achtjährigen Schaffensphase.«

„Custom“ besticht abermals durch ehrlichen, handgemachten Power-Rock. Welche Bands haben euch wohl am meisten beeinflusst?

»Anfangs waren es sowohl zeitlose Rockgrößen wie Led Zeppelin oder Thin Lizzy, aber auch aktuellere Bands wie Danko Jones oder Queens Of The Stone Age, die uns durchaus beeinflusst haben. Inzwischen haben wir unseren eigenen Stil gefunden und versuchen mit diesem zu experimentieren bzw. neue Grenzen abzustecken. Natürlich wird man immer von dem, was man gerne hört, in irgendeiner Art beeinflusst und inspiriert. Allerdings ist das Spektrum an solchen Bands und Stilrichtungen jetzt wesentlich breiter, nicht zuletzt, weil wir drei recht unterschiedliche Musik hören und dies auch in das Songwriting einfließen lassen.«

Welcher „rote Faden“ schlängelt sich durch „Custom“? Steckt ein bestimmtes Konzept hinter den insgesamt 15 Stücken?

»Ein bestimmtes Konzept steckt nicht dahinter, weder musikalisch, noch textlich. Wenn wir an den Writing-Prozess herangehen, jammen und improvisieren wir sehr viel während den Proben. Daraus entwickeln sich dann die ersten Ideen. Und ab dem Zeitpunkt schreiben wir einfach drauf los. Wir legen auch sehr viel Wert darauf, dass wir immer gemeinsam an den Songs arbeiten. Vielleicht ist das ja der „rote Faden“.«

Ihr habt eine reichhaltige Palette am Start. Von tollen Ohrwürmern ('Walk Into The Sun'), über exzellente Rocknummern ('Die Alone' und 'Things For Real') bis hin zu wohlklingenden Ruhepausen ('The Beauty Of Silence') ist alles mit von der Partie. Was sind die Grundpfeiler eurer Musik? Wie wichtig ist für euch die Abwechslung?

»Das Fundament unserer Musik bilden Einfachheit, Energie und gute Hooklines. Das war schon immer so. Wir wollen nicht denken beim Spielen, höchstens beim Schreiben. Trotzdem legen wir sehr viel Wert auf Abwechslung. Nicht unbedingt um diese dem Zuhörer zu bieten, sondern in erster Linie für uns selbst. Es macht keinen Spaß live Songs zu spielen, die sich sehr ähneln. Deshalb sind wir von Beginn des Songwriting-Prozesses sehr pingelig, was die Auswahl der Ideen angeht, an denen wir letztendlich weiterarbeiten. Es kommt natürlich auch vor, dass man einen fast fertigen Song mal in die Tonne tritt, aber eher seltener. Wir sind nicht die Band, die 50 Songs schreibt, um dann 10 auf einen Tonträger zu packen. Für „Custom“ wurden gerade einmal 16 Songs fertig geschrieben, von denen 15 auf dem Album gelandet sind.«

Was unterscheidet „Custom“ von den vorherigen Platten, die im Laufe eures Werdegangs erschienen sind? Mit knapp einer Stunde Spielzeit ist „Custom“ euer bisher längstes Werk. Hat das spezielle Gründe?

»„Custom" unterscheidet sich natürlich in erster Linie im Sound von den anderen Alben. So wie sich unser Songwriting weiterentwickelt hat, haben wir von Album zu Album natürlich jede Menge Erfahrungen im Recording hinzugewonnen. So hat jedes der fünf Alben seinen eigenen speziellen Sound, entsprechend unseren Vorstellungen, Fähigkeiten und technischen Möglichkeiten zur Entstehungszeit. Mit „Custom“ haben wir es erstmals geschafft, unsere Soundvorstellungen für diese 15 Songs nahezu 1:1 umzusetzen. Allerdings konnten wir uns auch recht viel Zeit lassen und haben diesmal sehr viel experimentiert. Unser Recording-Equipment ist zwar, verglichen mit professionellen Studios immer noch eher "Low Budget", aber mit etwas Zeit, Leidenschaft, durchgemachten Nächten und hektoliterweise Kaffee lässt sich das hervorragend wettmachen. Natürlich hat auch „Custom“ jede Menge Ecken und Kanten, aber ich denke, gerade das macht das Album irgendwie sympathisch und ehrlich! Die Länge des Albums ist eher Zufall. Wir legen vor dem Komponieren nie fest, wie lang die Scheibe werden soll. Und wir hören immer dann auf zu schreiben, wenn wir keine Lust mehr haben.«

Johnboy

Anfang des Monats habt ihr eure neue Scheibe gebührend gefeiert. Wie verlief die Sause und wie können sich Leute, die bisher noch nicht in den Genuss einer JOHNBOY-Show kamen, eure Auftritte vorstellen?

»Die "Release-Party" war echt der Hammer! Die Location (das "Devil´s Place" in Saarbrücken) war der gleiche kleine Klub, in dem wir schon den letzten Release gefeiert haben. Das Publikum war überwältigend und wir hatten jede Menge Spaß! Deshalb haben wir auch fast drei Stunden gespielt, zunächst das komplette neue Album (die Pflicht), anschließend noch jede Menge Songs der letzten vier Alben (die Kür), teilweise mit Gastsängern und -musikern. Für uns auf jeden Fall ein unvergesslicher Abend. Vielleicht sollten wir, nachdem wir sehr viel über Album und Produktion erzählt haben, an dieser Stelle mal erwähnen, dass wir uns in erster Linie als Liveband sehen. Deshalb treibt man den ganzen Aufwand ja! Ich denke mal, unsere Shows sind energiegeladen und sympathisch. Wir sind keine Band, die irgendein Image verkaufen will, sondern lediglich drei Jungs, die sich auf der Bühne den Hintern aufreißen. Die größte Herausforderung besteht für uns darin, zu dritt so viel Power und Sound wie möglich zu produzieren und die Leute mitzureißen. Dafür ackern wir auf der Bühne ohne Ende. Und so soll das ja auch sein...«

Haben die JOHNBOY-Mitglieder nebenbei noch andere Projekte am Laufen?

»Diese Frage ist recht schnell beantwortet: Nein. Wir investieren tatsächlich so viel Zeit in JOHNBOY, dass daneben kaum Zeit für andere Projekte bleibt. Das ist aber gar nicht weiter schlimm. Ich denke, wir können uns in den JOHNBOY-Proben genug austoben. Lustigerweise ist JOHNBOY damals als Projekt aus Musikern drei verschiedener Bands entstanden. Keine dieser Bands ist heute noch aktiv, nur das Projekt "JOHNBOY" ist seit acht Jahren erfolgreich unterwegs.«

2005 und 2007 wurden die beiden „Tigers, Dragons & Tanks“-Teile veröffentlicht. Beim ersten Teil handelt es sich zugleich um euer Debüt. War damals ein Doppelalbum geplant?

»Wie wichtig das erste Album für uns war, habe ich ja bereits erwähnt. Die Songs für „Tigers, Dragons and Tanks II“ entstanden etwas später und waren quasi „der zweite Streich“ von JOHNBOY. Den Titel benutzten wir damals nur deshalb noch einmal, weil wir ihn so unglaublich cool fanden. Ansonsten gibt es keine direkte Verbindung der beiden Werke zueinander, außer dass wir tatsächlich sehr viele Songs beider Alben noch immer live spielen. Und das macht nach wie vor verdammt viel Laune!«

Zu guter Letzt: Was steht in den kommenden Monaten im JOHNBOY-Lager noch so an? Gibt es Pläne für weitere Aufnahmen/Auftritte etc.?

Nach der langen Schaffensphase für "Custom" wollen wir natürlich nur noch eins: Raus auf die Bühne! Zurzeit kümmern wir uns natürlich noch um die Vermarktung des neuen Albums, außerdem haben wir uns auch mal Zeit zum Proben genommen, was ja immer etwas zu kurz kommt beim Aufnehmen. Aber jetzt sind wir bereit für die Bühnen. Die Planungsphase für Live-Shows läuft auf vollen Touren. An neue Songs werden wir frühestens Ende des Jahres herangehen. Im Moment wollen wir den Leuten erst mal die aktuellen Songs etwas um die Ohren hauen. So denn, C U Live 2013!«