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DEVIL

Interview mit der Demoband des Monats 04/11

Mit den norwegischen DEVIL haben wir in ROCK HARD # 287 eine Demoband des Monats, deren Roots schon vor der Erfindung des Heavy Metal liegen. Mit ihrer ersten EP „Magister Mundi Xum“ haben DEVIL eine gute erste Geschmacksnote hinterlassen, die Fans von Ghost, The Devil's Blood und Artverwandtem Freude aufs bald erscheinende erste DEVIL-Album macht. Wir sprachen mit Gitarrist Stian Fossum.


Stian, laut eurer Website gibt es DEVIL seit 2009. Erzähl uns etwas über die vorherigen musikalischen Karrieren der Bandmitglieder!

»Um mit dem einfachen Teil anzufangen, für unseren Sänger Joakim Trangsrud ist es eine völlig neue Erfahrung zu singen und Teil einer Band zu sein. Er hat sozusagen bislang keine Erfahrungen als Künstler. Ronny Østli (Schlagzeug) und Thomas Ljosåk (Bass) sind bei der norwegischen Thrash-Band Vesen an der Gitarre und am Gesang tätig. So weit ich weiß, gibt es Vesen schon seit 12 Jahren. Kai Wanderås (Gitarre) ist das Multitalent und es wäre einfacher aufzuzählen, was er NICHT kann, haha! Ich selbst war in einer Reihe kleinerer Bands und habe bei der norwegischen Black/Doom-Metal-Band Faustcraven live Gitarre gespielt.«

Wie seid ihr auf den - sehr einfachen, aber direkten - Bandnamen gekommen?

»Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich erinnere mich, dass ich auf dem Heimweg von der Arbeit über den Namen nachgedacht hatte. Ich habe im Internet nach Gleichnamigen gesucht, aber weil bis dahin noch keine größere Band den Namen DEVIL trug, rief ich Ronny an und sagte ihm: „Ich habe den geilsten Namen für unsere neue Band gefunden!“ Aber ich muss dazu sagen, dass es in den Staaten auch eine Band namens Devil gibt. Wir haben sie kontaktiert, um herauszufinden, ob sie aktiv sind und als sie das bestätigten, haben wir uns aus Respekt vor den amerikanischen Devil legal DEVIL NORWAY genannt. Aber im alltäglichen Gebrauch sagen wir natürlich einfach DEVIL.«

Passt das Satans-Image nur gut zu eurer Musik, oder steckt eine tiefere Überzeugung dahinter?

»Bei uns ist keine tiefere Überzeugung in religiöser Art und Weise vorhanden. Aber ein Gleichgewicht ist nötig. Weder ist Satan eine Person, noch sind es Götter. Aber beide sind in unseren Entscheidungen präsent und beide sind nötig um diesen alten Ball (er meint die Erde) zu einem interessanten Ort zu machen. Ich erinnere mich, als Candlemass mal die gleiche Frage gestellt wurde und sie antworteten: „Es geht uns um Gut und Böse“. Das fasst es für uns auch ganz gut zusammen.«

Wie hältst du davon, wie beispielsweise im Black Metal mit satanischen Gedankengut umgegangen wird?

»Oh Mann. Es gibt inzwischen so viele Richtungen und Variationen, so dass ich keine Ahnung habe. Die Leute wollen einfach mit jedwedem Aberglauben flirten dürfen, der ihr Boot schwimmen lässt. Wir sind zu einfach gestrickt, um eine Meinung zur Chaostheorie oder irgendwelchem „orthodox-schmorthodox“-Zeugs zu haben. Uns geht es um Mythen, Geschichte, Horror und Frauen. Wir fühlen uns eher mit Venom, als mit neuen Black-Metal-Bands verbunden, also ich weiß es wirklich nicht.«

Geht es in den Texten auch darum? Songtitel wie 'I Made A Pact' oder 'Welcome The Devil' lassen dies vermuten.

»Einige unserer Texte und Songs handeln von der dunklen Seite der Mythologie und des Menschen. Irgendwie versuchen wir die Themen im Gleichgewicht zu halten. Wir haben auch songs wie 'Crazy Woman' oder 'Noble Savage', die sich um konkrete Aspekte unserer Welt drehen. Aber wie ihr bereits wisst, hat der Teufel die besten Melodien. Also halten wir uns an den alten Beelzebub, wann immer er uns aushelfen kann.«

Derzeit sieht es so aus, als gäbe es eine Art Revival für klassische Hard/Blues-Rock-Bands, die in okkultem Gewand erscheinen. Fühlt ihr euch mit The Devil's Blood oder Ghost verbunden?

»Was DEVIL, The Devil's Blood, Blood Ceremony, Graveyard und andere betrifft, fühlen wir uns gewissermaßen verbunden, was aber nur daran liegt, dass wie den selben Ur-Ur-Ur-Großvater haben. Wie verbunden fühlt man sich mit seinem fünften oder sechsten Cousin? Das weiß ich genauso wenig wie du. Ghost sind eine total andere Sache. Ich denke nicht, dass sie in die gleiche Blues-Kategorie gesteckt werden sollten, sie klingen eher wie Styx, die Mercyful Fate spielen. Sie sind wirklich die Eigenartigsten in unserer kleinen, aber wachsenden Szene und wie ich mitbekommen habe, auch die Erfolgreichsten. Aber in keinster Weise mit DEVIL verwandt. Wenn ich eine neuartige Band nennen sollte, mit der ich mich verbunden fühle, dann wären das Wolfmother. Aber das ist vielleicht nicht besonders glaubwürdig, haha!«

Das Riff in 'Spirit Of The Cult' erinnert mich ein wenig an Steppenwolfs 'Born To Be Wild' oder sogar an die Rolling Stones. Liege ich falsch, oder gehen eure Einflüsse tatsächlich so weit zurück?

»Ich müsste dir dafür danken, das sind große Namen die du aus dem Ärmel ziehst, wenn wir über DEVIL sprechen, haha! Diese beiden waren im Besonderen bei der Entwicklung von DEVIL nicht zentral, aber einige Bands aus der selben Ära haben natürlich viel Zeit in unseren Stereoanlagen verbracht. Aber dann würde ich eher Buffalo, Cactus, Sir Lord Baltimore, Creedence Clearwater Revival (die beste Non-Metal-Band aller Zeiten) und Geronimo als Beispiele nennen. Die Zeit zwischen '65 und '75 ist eine große Inspiration für mich, wenn es um DEVIL geht und die uns so klingen lässt, als wären wir von '79 oder so. Wenn wir nur die Bands von '79 gehört hätten, klängen wir wie '85. Das ist, was viele Bands falsch machen. Wenn du wie Darkthrone klingen willst, musst du dieselben Einflüsse haben. Du musst Celtic Frost und Bathory hören, nicht Darkthrone. Wenn du deine Idole hörst, fügst du nur einen weiteren Zweig zu diesem Baum hinzu und stärkst nicht den Zweig, den du magst. Natürlich würdest du von Zeit zu Zeit den Fortschritt suchen, aber was ich sagen will, ist dass du immer moderner als Black Sabbath klingen wirst, wenn du nur Black Sabbath hörst.«

Ihr habt bei Soulseller Records unterschrieben, bei denen bald eurer erstes Album erscheint. Kannst du schon einige Details verraten?

»Im Moment nehmen wir für Soulseller eine Single auf. Das Artwork ist schon fertig und es ist so brillant, dass die Leute es allein wegen des Covers kaufen sollten. Die Single wird zwei Songs enthalten. 'Noble Savage' und 'Blood Is Boiling'.'Blood Is Boiling' wird exklusiv für die 7'' sein, aber „Noble savage“ wird auch auf dem Album erscheinen. Ebenso wie die zwei Demosongs 'At The Blacksmiths' und 'Time To Repent', wobei letzterer der Titeltrack sein wird.
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