Online-MegazineInterview

NITERAIN

Interview mit der Demoband des Monats 03/14

Kleine Zeitreise gefällig? NITERAIN, unsere aktuelle Demoband des Monats, entführen euch mit ihrer Platte „CrossFire“ zurück in die wilden Achtziger – Haarspray-Frisuren und Sleaze-Tracks vom Feinsten mit inbegriffen. Wieso das der jungen Combo aus Norwegen nicht nur europaweiten Zuspruch, sondern auch „Spitzen-mäßige“ Geschenke aus Deutschland und eine wilde Party mit den Anwärterinnen des Miss-Norway-Contests eingebracht hat, verrät uns Fronter/Gitarrist Sebastian Tvedtnæs gut aufgelegt und redselig im Interview.

Sebastian, euer Album „CrossFire“ wurde zum Demo des Monats in unserer aktuellen Rock-Hard-Ausgabe gekürt. Herzlichen Glückwunsch! Hast du die gute Nachricht schon an die anderen Jungs weitergegeben?

»Wow, wir danken euch vielmals! Das waren echt tolle Neuigkeiten für uns! Natürlich habe ich den anderen schon davon erzählt, und unser Drummer Morten war total aus dem Häuschen, weil Rock Hard eines seiner Lieblingsmagazine ist. Wir freuen uns sehr!«

Wie kommt es, dass vier blutjunge Musiker wie ihr sich dazu entschlossen haben, in den Fußstapfen von Hair-Metal-Bands aus den Achtzigern wie Mötley Crüe und Skid Row zu wandeln? Wurdet ihr anfangs für diese Entscheidung nicht belächelt?

»Diesen Weg einzuschlagen, war wirklich einfach. Wir haben alle den gleichen Musikgeschmack, und nachdem wir uns gefunden hatten, legten wir direkt los. Wir hatten nie das Gefühl, dass andere Bands sich über uns lustig machen. NITERAIN zeigen Respekt und bekommen Respekt zurück. Wenn sich andere Bands unsere Live-Shows anschauen, halten sie ziemlich schnell ihre Klappe.«

Habt ihr neben der Band auch Alltagsjobs?

»Manchmal, ja. Wir sind aber sehr oft auf Tour, und normale Jobs passen nicht in unser Leben.«

Wie würdest du unsere Leser auf „CrossFire“ neugierig machen?

»„CrossFire“ ist eine echte Rock 'n' Roll-Platte: brutal, roh und mit coolen Grooves. „CrossFire“ klingt so, wie sich Rock in unserer Vorstellung anhören sollte. Ich wette also, dass ihr Rock 'n' Roller die Platte auch lieben werdet.«

Habt ihr die Musik für das Album gemeinsam geschrieben, oder gibt es einen Hauptsongwriter bei NITERAIN?

»Wir schreiben die Songs alle zusammen. Normalerweise jammen wir einfach, und ich singe dazu irgendwelche Wörter und Sätze – und boom! Schon haben wir etwas, an dem wir arbeiten können. Dann bringen wir die Lyrics unter Dach und Fach, und schon ist der Song bereit, irgendwo auf Tour getestet zu werden.«

Eure Texte sind ziemlich typisch für das Sleaze-/Hair-Metal-Genre: Sex, Spaß, Partys, Mädchen und so weiter. Sind solche Lyrics serienmäßig im Genre inbegriffen?

»Man muss dazu sagen, dass diese Songs auf wahren Begebenheiten basieren. Wenn du jung bist und noch nicht so viele Erfahrungen im Leben gesammelt hast, schreibst du über das, was du kennst. Wie Partys, Sex, Mädchen und harte Zeiten. Ich schätze, das ist schon sehr typisch für das Genre, aber das ist cool.«

Lass' uns mal ein wenig über NITERAINs Geschichte reden. Wann habt ihr die Band gegründet und wie habt ihr euch kennengelernt?

»Ich habe die Band 2010 gegründet und meinen Schulfreund Morten überredet, sich hinter die Drums zu klemmen. Frank tauchte im gleichen Jahr wie aus dem Nichts auf und übernahm den Bass. Adrian ersetzte 2012 unseren ersten Gitarristen, er war das fehlende Glied in der Kette. Wir sind sehr gute Freunde, sogar fast wie Brüder. Inzwischen können wir schon einige gute Roadstorys erzählen.«

Na dann mal los! Erinnerst du dich noch an das allererste NITERAIN-Konzert?

»Oh ja. Das war im April 2010, in einer Stadt namens Notodden in Nowegen. Wir spielten so gut, wie wir es auf dem unglaublich schlechten Equipment nur konnten. Wir hatten so viel Bock auf diese Show und taten alles, um Aufmerksamkeit zu erregen – und das ist uns gelungen! Nach dem Konzert gingen wir in die coolste Bar der Stadt. Am gleichen Abend fand dieser Miss-Norway-Wettbewerb statt, und die Mädels holten uns einfach auf die Bühne, küssten uns und tanzten wie verrückt. Das war das Paradies für uns! Ich kann mich noch gut an die dreistündige Fahrt zurück nach Hause erinnern. Wir übergaben uns alle neben- und übereinander. Das war echt nicht lustig. Besonders nicht, als die Jungs im hinteren Teil des Vans sich eine Kotztüte teilten, nur um dann herauszufinden, dass in der Tüte ein Loch war, so dass unser Gitarrist alles auf den Schoß bekam. Danach wussten wir, dass uns noch Großes bevorsteht!«

In Deutschland gibt es seit einiger Zeit ein regelrechtes Hair-Metal-Revival. Viele junge Bands schlagen diese Richtung inzwischen ein. Gilt das Gleiche auch für Norwegen, oder sind NITERAIN eher Paradiesvögel in der dortigen Metalszene?

»Erst einmal: Das hört sich toll an, was für eine gute Nachricht! In Norwegen gibt es ein paar Sleaze-Bands, aber nicht allzu viele. Hier dreht sich eher alles um Metal. Das heißt zwar nicht, dass die Musik den Leuten nicht gefällt, aber ja, wir sind schon eher Paradiesvögel!«

Ihr habt bereits eine beachtliche Tourerfahrung – in Norwegen und auch im Rest von Europa. Unter anderem habt ihr bereits L.A. Guns, Crashdiet und The 69 Eyes supported. Was war bisher euer verrücktestes Erlebnis?

»Wir sind schon sehr viel getourt und haben jede Sekunde davon genossen. Ob wir ein paar Geschichten für euch auf Lager haben? Ja klar! Unser verrücktestes Erlebnis passierte nach einem Konzert in Deutschland. Wir hatten gerade unser Konzert beendet und gingen backstage, um uns ein paar Drinks zu genehmigen und fünf Minuten abzuschalten, und dann hämmerten plötzlich irgendwelche Leute gegen die Tür und wir hörten ein großes Geschrei. Unser Tourmanager Double G öffnete die Tür und draußen stand ein ganzer Haufen hübscher deutscher Mädchen, die uns kennenlernen wollten. Und sie hatten sogar Geschenke für uns dabei. Ihre Unterwäsche!«

Wie aufmerksam! Habt ihr denn für dieses Jahr auch Konzerte in Deutschland geplant?

»Im Moment haben wir noch keine Konzerte in Deutschland bestätigt, aber wenn ihr wollt, dass NITERAIN in eurem Club oder eurer Halle auftreten, kontaktiert uns bei Facebook – wir werden da sein!!!«

Was steht in den nächsten Monaten sonst auf eurem Plan?

»Wir haben gerade erst die erste Single von unserem nächsten Album veröffentlicht. Die Single heißt „The Threat“. Momentan sind wir auf Tour in Norwegen unterwegs, und im Mai geht es weiter in Schweden und Dänemark! Dann werden wir unsere zweite Platte fertigstellen und wieder auf Tour gehen, um sie zu promoten. Hoffentlich werden wir also noch dieses Jahr in Deutschland aufkreuzen!«


Viel Glück für eure Vorhaben und danke fürs Interview!

»Wir danken euch! Wir wünschen euch nur das Beste, Deutschland!«

 

 

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