Online-MegazineInterview

ZODIAC

Interview mit der Demoband des Monats 02/12

Zodiac

Qualität vor Quantität

Mit Long-Distance-Calling-Drummer Janosch Rathmer haben ZODIAC schon fast so etwas wie einen Prominenten in ihren Reihen. Doch auch ohne Namedropping kann ihr gefühlvoll gespielter Bluesrock auf der "Zodiac"-EP vollends überzeugen. Wir sprachen mit Janosch, um näheres in Erfahrung zu bringen.

Bitte skizziere für unsere Leser kurz die wichtigsten Stationen der Bandgeschichte!

»Also im Prinzip bin ich damals mit Nick in Kontakt in gekommen, weil wir schon lange auf der Suche nach einem fähigen Sologitarristen/Sänger waren. Nachdem Stephan und ich mit Misery Speaks aufhörten, wollten wir auch unbedingt weiter zusammen Musik machen und mit Robert haben wir dann schnell auch einen geeigneten Bassisten gefunden. Wir haben sofort gemerkt, dass wir musikalisch absolut auf einer Wellenlänge liegen und so konnten wir bereits nach einem halben Jahr die genannte EP aufnehmen. Im Februar 2012 geht es dann wieder ins Studio um den ersten Longplayer einzuspielen!«

Ihr beschreibt euren Stil als Mischung aus Blues, Heavy Rock und etwas Psychedelic Rock. Was fasziniert euch an diesen Genres?

»Zunächst mal die Ehrlichkeit der Musik und die Rückbesinnung auf die Wurzeln der Mucke, die wir seit unserer Jugend hören. Uns geht es dabei auch nicht um irgendwelche Äußerlichkeiten oder Dresscodes. Es geht wirklich nur um die Musik. Ohne den Blues würde es so was wie Metal heute sicherlich nicht geben, und gerade für uns, die alle um die 30 sind, gibt es da noch viel zu entdecken. Allerdings ist es nicht so, dass wir uns modernen Genres komplett verschließen. Alles was gefällt, wird verarbeitet.«

Klassischer Rock im Stil der Siebziger scheint wieder groß im Kommen zu sein, Bands wie Graveyard, Orchid, Jex Thoth oder Blood Ceremony feiern derzeit Erfolge. Haben euch neben den großen Bands wie Black Sabbath oder Led Zeppelin auch solche Newcomer beeinflusst?

»Da hast du Recht, es gibt viele Bands, die momentan diesen Sound fahren. Allerdings auch viele, die ihre Vorbilder nahezu 1:1 kopieren. Viele Bands versuchen, einen Sänger zu finden, der wie Ozzy klingt. Es gibt aber auch wirklich Bands, die das gut machen. Orchid sind zum Beispiel die beste Black-Sabbath-Cover-Band, die ich bisher gesehen habe, he he. Wir haben auch definitiv nicht den Anspruch das Rad neu zu erfinden, dafür spielen wir die falsche Musik. Aber es ist wichtig, viele Einflüsse zuzulassen, ob das jetzt Led Zep, Kyuss oder Graveyard sind, ist egal. Nick, der die meisten Ideen in den Proberaum bringt, hört allerdings keine der neuen Bands. Er ist bei Hendrix und sämtlichen Gitarrenhelden der Sechziger, Siebziger hängen geblieben. So ergänzt sich das ganz gut. Außerdem wird es in Zukunft verstärkt Twin-Guitar-Sachen geben, die eher an Thin Lizzy oder Maiden erinnern.«

Glaubt ihr, dass die Leute nach dem technischen Overkill und klinischen Produktionen wieder bereit sind, ungeschliffene, bodenständige Rock-/Metalmusik zu hören?

»Definitiv! Die Entwicklung finde ich auch super. Gerade in der Zeit, wo alles so schnelllebig und technisch voranschreitet, ist es gut, wenn man sich in der Musik auf das Wesentliche konzentriert. Ich kann mir keine Bands mehr anhören, bei denen ich genau weiß, dass alles am Computer entstanden ist. Lieber 20 Spielfehler auf einer Platte und dafür authentisch! Es gibt doch nichts blöderes, als eine Band zum ersten Mal live zu sehen, und dann festzustellen, dass der Drummer nicht mal ansatzweise das spielen kann, was man auf der LP hört. Ich habe ein paar Jahre in einer Death-Metal-Band gespielt und weiß somit, wovon ich rede.«

Wie kann man sich als jemand, der euch noch nie auf der Bühne gesehen hat, eure Auftritte vorstellen? Variiert ihr eure Songs mit Jameinlagen?

»Wir haben ja jetzt gerade erst angefangen, live zu spielen und proben gerade sehr viel fürs Album. Es gibt aber diverse Songs, die wir live mit Sicherheit mit kleinen Jamsessions erweitern. Uns ist es aber letztendlich wichtig eine schnörkellose, authentische Liveshow zu bieten. So grob eine Mischung aus Maiden, Rammstein und AC/DC mit mehr Pyros, ha ha!«

Ihr habt auf eurer Internetseite geschrieben, dass ihr so viel wie möglich touren wollt. Wird es da nicht schwierig, die Zeitpläne mit Long Distance Calling zu koordinieren?

»Wir haben mit LDC immer darauf geachtet, dass Qualität vor Quantität steht und soll es auch bei ZODIAC sein. Natürlich muss man das koordinieren, aber das geht schon irgendwie. Das Problem wird, wenn beide Bands touren, eher die Koordination mit meiner Freundin, ha ha. Da werden dann in Zukunft wohl mehr als einmal im Jahr Blumen fällig!«

www.zodiac-rock.de