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ASPHAGOR

Interview mit der Demoband 2/14

ASPHAGOR

Einer Band, die sich in Gänze mit dem identifizieren kann, was sie darstellt, sind wir in Österreich über den Weg gelaufen: ASPHAGOR haben sich mit den schwarzmetallischen Klängen ihrer Scheibe „Anti“ im Rock Hard Vol. 321 den Titel ''Demo des Monats'' erspielt. Wir haben den Herren mal auf den Zahn gefühlt, und im Interview mit Drummer Sargoth und Gitarrist Atlas über rituelle Bemalungen, Trachtenlederhosen, Inspiration und Kreativität geplaudert.

Erstmal herzliche Gratulation: Ihr wurdet in unserer Februar-Ausgabe zur ''Demoband des Monats'' gekürt. Wie fühlt sich das an? Hättet ihr je damit gerechnet, als ihr eure Scheibe wohlverpackt an unsere Redaktion geschickt habt?

Atlas: »Es ist eine große Ehre in einem etablierten Magazin, wie es das Rock Hard ist, als Demoband des Monats gekürt zu werden. Ich habe nicht damit gerechnet, aber um ehrlich zu sein, war es auch nicht mein Ziel  irgendwo Demoband des Monats zu werden.«

Sargoth: »Es ist natürlich eine Überraschung wenn man erfährt, dass man Demoband des Monats ist, damit rechnet man ja zu keiner Sekunde.«

Beginnen wir mal ganz vorn. Was hat euch 2007 dazu getrieben ASPHAGOR zu gründen und ausgerechnet die Black-Metal-Richtung einzuschlagen?

Atlas: »Axis, Das Nichts und ich wollten in unserer Jugend schon immer eine Band gründen, haben aber nie den Arsch hochbekommen. So richtig begonnen hat es 2005. Damals haben wir die Band mit zwei anderen Kollegen gegründet. Es konnte niemand ein Instrument spielen, und so vergingen die Jahre und die Schlagzeuger, bis dann Anfang 2007 Sargoth zu uns stieß. Mit ihm kam noch Aeshma dazu und komplettierte die Band.
Black Metal war und ist eine der wenigen Musikrichtungen, von der ich richtig gefesselt werde und Gänsehaut bekomme, von daher macht es Sinn, dass wir diesen Stil spielen.«

Sargoth: »Wie Atlas schon berichtete, bin ich 2007 zur Band gestoßen. Ursprünglich als Gitarrist gedacht, da sie zu dem damaligen Zeitpunkt schon einen Schlagzeuger hatten, der dann später als Sänger Morgoth wieder zur Band kam. Grundsätzlich sind wir, was Musik angeht, sehr offen. Fakt ist, dass sich unsere Musikrichtung im Laufe der Zeit ergeben hat und wir uns in diesem Bereich stets weiterentwickeln.«

Nun ist „Anti“ nicht die erste Aufnahme, die ihr auf die Menschheit loslasst. Mit „Tyrolean Hell“ habt ihr bereits ein Demo und mit „Havoc“ euer Debüt veröffentlicht. War es ein harter Weg bis dahin? Und was ist auf „Anti“ anders?

Atlas: »Der kreative Prozess hat sich bei „Anti“ ziemlich hingezogen. Einerseits hatten wir intern immer wieder Probleme, und auf der anderen Seite mussten wir uns auch immer für Konzerte fit halten. Dazu waren die meisten von uns in dieser Zeit am Ende ihrer Ausbildung und hatten auch sonst nicht immer den Kopf zum Komponieren frei. Von daher kann man von einem harten Weg sprechen. Die offensichtlichste Veränderung gegenüber unserem Debüt ist die Stimme. Mit Morgoth haben wir eine abwechslungsreiche und gut nuancierte Stimme in die Band geholt. Ansonsten haben wir das Grundtempo reduziert, mehr Atmosphäre in den einzelnen Songs erzeugt und sind vom Songwriting her abwechslungsreicher geworden.«

Sargoth: »Durch unseren neuen Produzenten Patrick W. Engel kam dann gleich noch eine große Portion Erfahrung dazu, welche sich in der Produktion äußerst bemerkbar macht. Wir werden definitiv beim nächsten Album wieder mit ihm zusammenarbeiten.«

Musikalisch gesehen assoziiert Götz Kühnemund euch im Review mit Bands wie Emperor, Gorgoroth und Immortal. Sind das auch eure tatsächlichen Einflüsse? Gibt es da noch mehr? Und was genau macht ASPHAGOR aus?

Sargoth: »Ich für meinen Teil bin nicht wirklich von diesen drei Bands beeinflusst, sondern ziehe meine Kreativität aus einer Vielzahl von Musikarten. Noch dazu hole ich mir nicht nur Input aus der Musik, sondern lasse mich auch von Filmen, Büchern und vielem mehr beeinflussen. Was uns als Band ausmacht? Schwierige Frage. Ich glaube, einfach gesagt, unser Sound  charakterisiert sich als atmosphärisch im Wechsel mit rockigen Midtempo-Teilen und Blastbeats.«

Atlas: »Gorgoroth habe ich schon ewig nicht mehr gehört. Immortal ist nicht wirklich mein Ding und mit Emperor bin ich auch nie wirklich warm geworden. Ich lasse mich von vielem, was nicht dem Metal- und Rockbereich angehört, beeinflussen, aber natürlich auch von vielen verschiedenen Black-Metal-Subgenres, melodischen Death Metal, und vielem mehr.«

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie viel Black Metal steckt eigentlich in euch? Ist das alles nur Show, oder sind beispielsweise die Emotionen und Ansichten aus euren Lyrics auch wirklich Teil von euch?

Atlas: »Also ich für meinen Teil stehe zu 100% hinter dem, was wir machen und ich denke, der Rest der Band ebenso. Ich kann mich mit den Texten und dem Sound identifizieren, ansonsten würde ich das niemals veröffentlichen.«

Sargoth: »Natürlich gehört vor allem für die Live-Situation eine gute Portion Show dazu. Mit der Frage wie viel Black Metal in mir steckt habe ich mich, ehrlich gesagt, noch nie befasst, da dies für mich kein Maßstab ist.«

Eure Bühnenoutfits sehen teilweise schon ziemlich wild und verrottet aus. Orientiert ihr euch da an etwas Bestimmtem, oder lasst ihr eurer Kreativität freien Lauf? Und – ich muss es wissen – warum tragt ihr Latzhosen?

Atlas: »Wir lassen dabei unserer Kreativität freien Lauf. Da gibt es kein bestimmtes Muster oder sonst einen Plan dahinter. Aber es ist für die Live-Situation ein Muss. Es wirkt wie eine rituelle Bemalung und lässt einen mehr in sein Alter Ego schlüpfen, als wenn man mit seinen Privatklamotten auf der Bühne steht. Und es trägt niemand eine Latzhose! Ich trug eine traditionelle Tiroler Trachtenlederhose um meine Heimat zu repräsentieren.«

Macht ihr Musik um der Musik Willen, macht ihr sie für euch, oder wollt ihr den Leuten da draußen tatsächlich was geben? Und wenn ja: was?

Atlas: »Ich mache die Musik hauptsächlich für mich, aber eben nur hauptsächlich. Wenn ich sie voll und ganz für mich machen würde, würden wir dieses Interview nicht führen, da es keine Veröffentlichungen und sonst was von uns geben würde.«

Sargoth: »Es auf einen Nenner herunter zu brechen, wäre ziemlich schwer, daher würde ich sagen, dass wir es den Menschen überlassen, was sie aus unserer Musik ziehen wollen.«

Wie kann man sich eine Live-Show von euch vorstellen? Habt ihr viel zusätzliches Equipment, oder kreiert die Musik allein schon die gewünschte Atmosphäre? Und habt ihr für 2014 schon irgendwelche Konzerte geplant?

Atlas: »Wir haben fast kein zusätzliches Equipment, was die Instrumentierung betrifft. Bisher hat rein die Musik für die Atmosphäre gesorgt, der wir uns live vollkommen hingeben. Gestaltungstechnisch haben wir auf der Bühne ein Backdrop und zwei Seitenbanner mit unserem Logo darauf. Außerdem experimentiere ich mit Visuals und würde dies in naher Zukunft auch gerne in die Show einbauen.«

Sargoth: »Für 2014 sind schon ein paar Konzerte in Österreich und Deutschland vereinbart, und einige noch in Besprechung. Zudem werden wir Ende September eine kleine Tour in mehreren Bundesstaaten der USA spielen, aber das muss auch erst fixiert werden.«

Gibt es einen Leitspruch, den ihr bezogen auf die Musik, und vielleicht auch im Leben, immer im Hinterkopf behaltet?

Atlas: »Ich will nicht inspirationslos erscheinen, aber den gibt es für uns nicht. Danke für das Interview!«

 

 

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