Online-MegazineInterview

THE ERKONAUTS

Interview mit der Demoband 12/14

THE ERKONAUTS

Die Schweizer von THE ERKONAUTS wurden mit ihrem Album „I Did Something Bad” in Rock Hard Vol. 331 zur Demoband des Monats gekürt. Frontmann Ales Campanelli spricht im Interview über die erste US-Tour der Band, ihren kompromisslosen Sound und Außerirdische.

Was gibt es über die kurze Bandgeschichte von THE ERKONAUTS zu erzählen?

»THE ERKONAUTS gibt es erst seit Anfang 2014 und alle Mitglieder haben vorher in anderen Bands in Genf gespielt, bis wir uns getroffen haben, um THE ERKONAUTS zu gründen. Das lief alles sehr organisch ab.«

Welches Bandkonzept hattet ihr für THE ERKONAUTS und wie spiegelt sich das im Bandnamen wider?

»Die Idee war, Musik zu erschaffen, die man sich gut anhören kann, die Spaß macht, auch beim Spielen. Kein Bullshit, keine Heuchelei, einfach Musik, die eine positive Energie ausstrahlt. Der Name ERKONAUTS evoziert die Möglichkeit, auf Reisen zu gehen und genau das ist es, was die Band für uns ausmacht.«

Im Sommer/Herbst hattet ihr das Glück, in den Staaten touren zu können und mit Bands wie Prong aufzutreten. Wie kam es dazu und wie war es?

»Während meiner Touren mit einem früheren Projekt, habe ich einige Leute kennengelernt, die sich sehr für THE ERKONAUTS interessierten, als ich davon erzählte. Als wir ein paar Songs aufgenommen hatten, habe ich ihnen ein Demo geschickt und sie fanden es klasse. So kam es dazu, dass wir die ersten THE ERKONAUTS-Shows in den USA spielten – einen besseren Start hätte man sich nicht wünschen können. Die Tour war zwar kurz, aber sehr intensiv – eine wunderbare Erfahrung. Prong zu supporten war sicher eins der Highlights. Wir haben ein super Feedback von den Zuschauern bekommen und hoffen, dass wir darauf aufbauen können.«

Hattet ihr ein spezielles Konzept vor Augen, als ihr „I Did Something Bad” geschrieben habt?

»Die Grundidee des Albums war, dass es komplett kompromisslos sein musste. Es war ein sehr egoistischer und arroganter Prozess – und es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich finde, genau das kann man auch hören. Wir wollten außerdem alle Möglichkeiten unserer großen Einflüsse, wie zum Beispiel Punk und Classic Rock, ausschöpfen und uns nicht auf eine Stilrichtung festlegen.«

Wie funktioniert der Songwriting-Prozess bei THE ERKONAUTS? Schreibt ihr für euch oder als Band?

»Zwar habe ich das Album dieses Mal allein geschrieben, das muss aber nicht immer so sein. Ich war schon dabei, an den Songs zu arbeiten, als THE ERKONAUTS damals zusammenkamen. Später haben wir dann gemeinsam die Arrangements besprochen und die Tracks verbessert, im Laufe der Zeit wurde daraus also eine Gemeinschaftsarbeit. Vor allem unser Schlagzeuger Vinch hatte viel Arbeit mit den Demoaufnahmen und ist zu jeder Tages- und Nachtzeit erschienen, um seine Drumparts einzuspielen.«

In dem Rock-Hard-Review wurde die Produktion von “I Did Something Bad” gelobt. Habt ihr das Album selbst produziert?

»Oh mein Gott, nein! Das Album wurde von Drop (Thomas Betrisey -nh), meinem Bandkollegen bei Sybreed, in den Downtone Studios in Genf produziert. Er war wirklich mit Herzblut dabei und hat uns sehr unterstützt. Das Album unter diesen Umständen aufzunehmen, hat viel Spaß gemacht.«

Das „I Did Something Bad”-Cover sieht sehr mystisch und mysteriös aus; gibt es dazu eine Geschichte?

»Der Name ERKONAUTS setzt sich zusammen aus dem Bandlogo “Erkonos”, das im Grunde ein Alien darstellt, und den Seefahrerhelden der griechischen Sage, den Argonauten. Also lag die Idee sehr nahe, Bezüge auf Außerirdisches oder die griechische Mythologie zu nutzen. Deswegen haben wir das auch genau so gemacht: Man sieht auf dem Cover die Ruinen einer antiken Zivilisation im Weltall. Da kommt man schon ins Grübeln...«

Wenn du einen einzigen Song von „I Did Something Bad” auswählen müsstest, um die Band zu repräsentieren, welcher wäre das und warum gerade dieser?

»Tatsächlich sind wir gerade über die Diversität des Tracks glücklich, aber für mich persönlich wäre es der Opener 'The Great Ass Poopery', der den Geist der Band am besten widerspiegelt. Es ist ein kurzer, fröhlicher und aggressiver Song mit ein paar Punk- und Progressive Rock-Einschlägen. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass die anderen Jungs aus der Band andere Songs auswählen würden.«

Zur Veröffentlichung von „I Did Something Bad” habt ihr euch eine tolle Promo-Aktion ausgedacht. Kannst du etwas mehr darüber erzählen?

»Das war die Idee unseres Gitarristen Bakdosh. Zu dieser Zeit haben wir uns gerade gefragt, ob wir wirklich einen Song 'All The Girls Should Die' nennen sollen und Bakdosh meldete sich zu Wort: “Na klar, lass uns das auf Girlie-Shirts drucken!”. Das haben wir dann auch gemacht und einige der Shirts an Fans verschenkt. Es haben schon einige Mädchen Bilder geschickt, auf denen sie das Shirt tragen – es hat sich also gelohnt und alle sind glücklich.«

'All The Girls Should Die' ist ja ein äußerst auffälliger Slogan, was steckt dahinter?

»Ganz einfach: Wir brauchen doch alle etwas, das wir in unseren Bart murmeln können, wenn unsere gemeinen Freundinnen uns mal wieder zum Staubsaugen oder Putzen zwingen. Kindisch und harmlos, aber ich kann darüber lachen.«

Sind euch die Lyrics wichtig oder sind sie für euch nur Worte, die die Musik begleiten?

»Mir sind Songtexte sehr wichtig. Das soll aber nicht heißen, dass sie kompliziert sein müssen, mit seltenen Wörtern versehen und einer Bedeutung, die man schwer nachvollziehen kann. Wenn Menschen mich nicht verstehen, dann habe ich mich, meiner Meinung nach, falsch ausgedrückt. Es ist nicht beeindruckend, wenn sich jemand geschwollen ausdrückt, es aber eigentlich auch in einfachen Worten hätte sagen können. Manche Dinge sind ernst, andere nicht so sehr, und dann gibt es noch diese, die so absurd sind, das sie schon wieder witzig werden. Die Geschichte, die erzählt wird, sollte den Ton bestimmen. Und manchmal ist die Geschichte eben eine seichtere und verlangt nach einfacheren Worten. Was aber nicht heißen muss, dass die Texte auf die leichte Schulter genommen werden.«

Ich finde, das Video zu 'Dominium Mundi' ist wirklich gelungen, gerade vor dem Hintergrund, dass sich der Beginn des ersten Weltkriegs 2014 zum hundertsten Mal jährt. Wie kam der Clip zustande?

»Wow, vielen Dank! 'Dominium Mundi' ist offensichtlich ein Lied, in dem es um Krieg geht. Die Firma GOTO Mediadesign fand den Song sofort klasse und hat sich angeboten, das Video zu produzieren. Die GOTO-Mediadesign-Mitarbeiter haben sich also auch das Videokonzept ausgedacht. Wir fanden die Idee großartig und nach ein paar Tagen war das Video schon fertig.«

Wie sieht denn die Zukunft der Erkonauten aus? Werdet ihr an einem neuen Album arbeiten oder Shows spielen?

»Auf jeden Fall wollen wir mehr Shows spielen, das hat für uns 2015 höchste Priorität. Wir werden versuchen, so viele Shows zu spielen, wie nur möglich, und dann noch mehr. Wir haben schon einige neue Songs in der Mache, aber ich glaube nicht, dass wir es schaffen werden, sie vor Ende nächsten Jahres aufzunehmen. Aber man weiß ja nie, was noch passieren wird. Mit dieser Band ist alles neu und anders, da gibt es noch viel zu tun.«

Habt ihr denn auch vor, einen Abstecher nach Deutschland zu machen?

»Wenn man Metal macht und nicht vorhat, in Deutschland zu spielen – das wäre ja verrückt! Es ist definitiv eines unserer Hauptziele. Wer weiß, vielleicht kommen wir ja bald schon!«

Gibt es etwas, dass ihr den Rock-Hard-Lesern noch mitteilen möchtet?

»Ihr kennt uns nicht, aber wir lieben euch!«

 

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