Online-MegazineInterview

BARBARIÖN

Interview mit der Demoband 10/2013

BARBARIÖN

Australien, 2013. Eine Horde wild gewordener Barbaren verlässt musikalisch die heimatlichen Gefilde und lässt ihr gefährliches, extrem männliches und außerordentlich klischeefreudiges Werk „Ram The World“ auf den Rest des Planeten los. Die Rock-Hard-Redaktion haben BARBARIÖN damit bereits erobert – ihre selbstproduzierte Scheibe wurde in unserer aktuellen Ausgabe zum Demo des Monats gekürt. Gitarrist Gus Barbarion stellt die Helden von Down Under vor und verrät, wie sie diese Auszeichnung gefeiert haben.

Gus, euer Album „Ram The World“ ist das Demo des Monats in der Oktoberausgabe des deutschen Rock Hard. Herzlichen Glückwunsch! Wie habt ihr diese Nachricht gefeiert?

»Wir haben uns sehr gefreut! Um das zu feiern, machten wir einen kleinen Ausflug in ein deutsches Restaurant hier in Melbourne und haben eine Menge Schweinefleisch gegessen, massenweise deutsches Bier getrunken und den ganzen Abend mit fiesem deutschem Akzent gesprochen. Dann waren wir richtig besoffen und unser Sänger Myles bestand darauf, oben ohne durch die Stadt zu laufen. Eine echt würdige Feier!«

BARBARIÖNs Musik erinnert stark an Bands wie Manowar, Majesty, Gwar und Konsorten. Wie würdest du euren Stil definieren? Welche Bands und Musiker haben euch wirklich beeinflusst?

»Wir haben sieben Leute in der Band und dementsprechend haben wir so einen breit gestreuten Musikgeschmack, dass es schwierig ist, einzuschränken, woher unsere Haupteinflüsse kommen. Wir haben definitiv eine Vorliebe für Achtziger-Metal, von Thrash über Speed bis zu Hair Metal - und allem, was dazwischen liegt. Wir haben außerdem riesigen Respekt für alle, die etwas Ausgefallenes tun, ganz egal, wie falsch das auch sein mag. Wie Yngwie Malmsteen und Manowar. Unser Stil ist männlicher Metal mit Eiern, Hardrock mit einer melodischen Epik. Männer wünschen sich, in unserer Haut zu stecken, und Frauen wünschen sich, über uns herzufallen! AAARGGHH!!! «

Wenn du BARBARIÖN mit fünf Wörtern beschreiben müsstest, welche wären das?

»Männlich, fett, stark, unterhaltsam, Metal!«

Seit wann gibt es die Band schon? Wie habt ihr euch kennengelernt?

»Gegründet haben wir die Band 2007, unsere erste Show spielten wir 2008. Wir kennen uns aber schon seit wir ziemlich jung waren. Myles wollte eine Band gründen, die die Unterhaltung in eine mehr und mehr „trendbewegte“ Musikszene zurückbrachte, die den Sinn für Humor verloren hatte. Er hat uns gar nicht gefragt, ob wir in der Band sein wollen, er teilte uns einfach mit, dass wir in der Band sein würden. Er nahm keine Rücksicht darauf, dass einige von uns gar nicht die Instrumente spielen konnten, die er für sie vorgesehen hatte! Als er diese Sache mit dem Verkleiden und den Kostümen erwähnte, waren wir nicht besonders überzeugt davon. Ehrlich gesagt hätten wir auch nie erwartet, dass das so gut ankommt. Kommt es aber offensichtlich, also NIMM DICH IN ACHT, WELT!!!«

Laut eurer Facebook-Seite waren die größten Inspirationen für eure Scheibe „Bier, Metal, Rock, Fell, Leder, Fleisch, Feuer“. Versteht ihr BARBARIÖN eher als Persiflage auf die gängigen True-Metal-Klischees? In welchem Maße nehmt ihr das Bandimage ernst?

»Wenn ihr uns einmal auf der Bühne seht, dann wird euch sofort auffallen, dass wir im echten Leben keine Krieger sind, aber wir sind sowohl auf als auch abseits der Bühne ziemlich unterhaltsame Persönlichkeiten, und ich glaube, dass sich das in allem, was wir tun, widerspiegelt. Wir sind keine Witz-Band, die sich über die Metal-Klischees lustig macht, wir sehen das eher als eine Hommage an die Bands, mit deren Musik wir aufgewachsen sind, die Bands, die wir wirklich gern gesehen und über die wir uns gern unterhalten haben. Wir nehmen es ernst, so gut wir können zu spielen und für die Leute, die dafür bezahlen, uns zu sehen, die besten Shows abzuliefern, die wir auf die Beine stellen können. Ich denke, diese Energie ist ansteckend, wenn man sich ein Konzert von uns anschaut oder sich das Album anhört. Wir waren so positiv überrascht davon, wie viele Menschen das lieben, was wir tun, und schon das allein bedeutet, dass wir es ihnen schuldig sind, die Sache in gewisser Weise ernst zu nehmen.«

Welcher ist denn deiner Meinung nach der stärkste Song auf „Ram The World“? 

»Puuh, gute Frage. Ich glaube, mein Lieblingssong ist 'Metal Man'. Der knallt richtig rein und packt so viele Gefühle in so eine kurze Zeitspanne.«

Ihr kommt aus Australien, das – von AC/DC und Airbourne einmal abgesehen – ja nicht unbedingt als Heavy-Metal-Paradies bekannt ist. Wie ist dein Eindruck von der australischen Metalszene? Gibt es eine große Underground-Bewegung?

»Ja, es gibt einen großen Underground. Es gibt hier einige sehr junge Bands, von denen ihr sicher in einigen Jahren noch hören werdet, aber insgesamt gibt es keinen sehr großen Zusammenhalt in der Szene, zu viel Genörgel und Politik. Unser Metal-Geschmack ist zum großen Teil in den USA und in Europa verwurzelt. Während die internationalen Bands also sehr viel Support bekommen und viele Konzertbesucher verzeichnen können, kämpfen die lokalen Bands darum, Gehör zu finden.«

Schmieden BARBARIÖN bereits Pläne, auch den Rest der Welt zu erobern? Sind für die nächste Zeit irgendwelche Touren angesagt?

»Wir hoffen, 2015 wieder nach Europa kommen zu können, und werden möglicherweise 2014 durch Asien touren. Im Moment spielen wir uns durch Australien und versuchen, für so viele Leute zu spielen, wie es überhaupt nur möglich ist. Irgendwann werden wir die ganze Welt übernehmen, aber wir machen das in kleinen Schritten!«

Ihr habt ziemlich schicke Bühnenoutfits. Wo buddelt ihr denn diese Klamotten aus?

»Meine Mama hat mein Outfit genäht! Myles und seine Frau haben die meisten Kostüme angefertigt, und dann gibt es da auch noch die anderen Ehefrauen, Mütter und Freundinnen. Auf die können wir immer zählen, sie sorgen dafür, dass ihre Männer so männlich wie möglich aussehen!«

Wie läuft es mit der Suche nach einem geeigneten Label? Schon irgendwelche guten Angebote bekommen?

»Wir haben gar nicht erst nach einer Plattenfirma gesucht. Wir haben dieses Album selbst bezahlt und direkt mit digitalen Vertrieben zusammengearbeitet, um es auf der ganzen Welt präsentieren zu können. Angesichts des Beinahe-Zusammenbruchs der Tonträger-Verkaufszahlen haben wir nicht aktiv nach Unterstützung gesucht. Wir sind allerdings immer offen für Gespräche. Also, Plattenfirmen, wir warten auf euren Anruf!«

Habt ihr ein bestimmtes Motto für euer Leben und eure Musikkarriere?

»Mehr ist niemals genug!«

 

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