Online-MegazineInterview

NIGHT'S BLOOD

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 11/17

NIGHT'S BLOOD

Das Ruhrgebiet hat wohl eine der lebendigsten Metalszenen in ganz Deutschland zu bieten und gerade der Underground brodelt im Pott – Grund genug also, mal den Gelsenkirchenern NIGHT'S BLOOD ein wenig auf den Zahn zu fühlen, die wir in Rock Hard Vol. 366 wohlverdient zum Tipp des Monats unter den Eigenproduktionen gekürt haben.

Glückwunsch zum Titel „Tipp des Monats“, Jungs. Habt ihr schon mit dem einen oder anderen Bierchen darauf angestoßen?

»Vielen Dank erst mal! Die positive Resonanz freut uns sehr. In der “Further Down The Catacombs...”-EP steckt viel Zeit und Herzblut. Daher bedeutet es uns viel, wenn das Tape gut ankommt.«

Ihr veröffentlicht eure EP als Tape – ein Format, das heutzutage nicht mehr in so gängigem Gebrauch ist wie CDs, Platten oder gar Downloads. Warum habt ihr euch dafür entschieden und wie erfolgreich oder sinnvoll ist es, sich ausschließlich auf das Tape-Format zu fokussieren?

»Wir sind große Liebhaber analoger Tonträger. Tapes und Vinyl transportieren am meisten einen Spirit, der besonders mit der Musik einhergeht und gehören daher zu unseren Favoriten. Physische Tonträger bedeuten für uns eine andere, intensivere Wertschätzung der Musik. Für unsere Demo und die EP war der Release als Tape sinnvoll, da wir alles in Eigenregie veröffentlicht haben und Kassetten für eine junge Band das beste Format sind, die sowohl von der Aufmachung als auch vom Preis unseren Vorstellungen entsprach. Für zukünftige Releases, wie ein Full-Length-Album, würden wir auch CDs und vor allem Vinyl favorisieren.«

Wo habt ihr das Tape herstellen lassen? Plant ihr weitere Formate?

»Wir arbeiten mit einer Tape-Firma in Deutschland zusammen. Von den Aufnahmen, über das Mixen bis hin zur optischen Gestaltung der Tapes und Booklets wurde alles von uns persönlich erschaffen. Die Tape-Firma hat dann nur noch die Kassetten gepresst. Ein Re-Release der bisherigen Tapes auch auf anderen Formaten ist in Zukunft sicher möglich, aber nichts, an dem wir im Moment an erster Stelle arbeiten.«

Hat eure Namenswahl etwas mit dem gleichnamigen Song von Dissection zu tun? Und wenn ja: Welche Bedeutung hat sie für euch als Band musikalisch und auch persönlich oder inhaltlich?

»Natürlich stellt unser Name einen Bezug zu Dissection her. ´Night's Blood´ ist einer der besten Songs von einer der herausragendsten Bands überhaupt. Dissection vereinigen technische und songschreiberische Perfektion mit purer Dunkelheit und Kälte - eine Atmosphäre, die man sonst nur bei wenigen Bands spürt. Jon Nödtveidts musikalische Besessenheit ist eine Inspiration für jeden Musiker.«

Ansonsten haltet ihr euch im Netz relativ bedeckt, was euch und euren Background angeht. Wollt ihr mit Absicht nicht zu viel verraten?

»Das ist bewusst so. Persönliche Hintergründe spielen keine Rolle für das, was wir als Band erschaffen wollen.«

Wann und wie habt ihr angefangen, Musik zu machen? Habt ihr euch alles selbst beigebracht?

»Bis auf unseren Drummer sind wir schon seit Schulzeiten eng befreundet. Wir teilen die gleiche Leidenschaft für dunkle und aggressive Musik und haben uns nach einigen Jahren dazu entschlossen, selbst eine Band zu gründen, um unsere eigene Musik zu machen und unsere eigenen Ideen umzusetzen. So entstand im Herbst 2014 NIGHT´S BLOOD. Ein halbes Jahr später haben wir unseren Drummer gefunden und seitdem machen wir praktisch jede Woche zusammen Musik. Die meisten von uns haben ihr Instrument nicht klassisch erlernt, sondern es sich eher selbst beigebracht. Einige von uns haben auch durch vorherige Projekte schon Erfahrung gesammelt.«

Ihr beschreibt euch selbst als „Hellish Old School Metal Command“, seid dabei aber noch ziemlich jung – was fasziniert euch so am Old-School-Metal und warum zieht ihr ihn moderneren Ausrichtungen vor?

»Die musikalische Entwicklung des Metal ist nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt relevant für uns. Der Metal der Achtziger und Neunziger hat eine besondere mystische Aura und Anziehungskraft. In den meisten modernen Strömungen können wir uns nicht wiederfinden. Wir sehen uns nicht als Eighties-Tribute-Band, sondern wollen traditionelle Elemente mit unseren eigenen Ideen verbinden, so wie es vielen jüngeren Bands auf großartige Weise gelingt.«

In ´Sorceress Slut´ hört man einige Hellhammer-Einflüsse heraus. Steht ihr auch auf die späteren Releases von Tom G. Warrior mit Celtic Frost und/oder Triptykon?

»Hellhammer und die frühen Celtic-Frost-Werke haben eine besondere und eigenständige Kraft. Die rohe und kranke Power dieser Frühwerke war ihrer Zeit voraus. Auch die aktuellen Werke von Tom G. Warrior verdienen unseren Respekt.«

Man hört außerdem auch Einflüsse der Second Wave Of Black Metal heraus (´The Catharsis´). Was sind für euch die drei wichtigsten Veröffentlichungen aus dieser Zeit bzw. die drei, die euch am meisten geprägt haben?

»Die zweite Welle des Black Metal, wie auch immer man sie definiert, hat eine große Bedeutung für uns und einige Bands und Alben für die Ewigkeit hervorgebracht. Klassiker wie “De Mysteriis Dom Sathanas” von Mayhem, die frühen Alben von Darkthrone und Burzum oder auch Immortal sind enorm wichtig für uns - auf weniger können wir uns nicht einigen.«

´Strike Of The Antichrist´ hat eine rotzige, fast schon punkige Attitüde – könnt ihr mit Metalpunk was anfangen?

»Ja, klar! Der Einfluss von Punk auf den frühen Metal ist unbestreitbar und auch für uns passt das gut zusammen. Uns fasziniert die wütende, chaotische Energie, welche wir mit unseren Songs auch erzeugen wollen.«

Apropos Antichrist, mal Hand auf's Herz: Ist das satanische Element in euren Texten mehr Image oder Ideal?

»Das Satanische in der Musik und dem Image ist ein klassischer Ausdruck von Rebellion und dient seither als ultimative Anti-Haltung. Es unterstreicht die Dunkelheit und Mystik unserer Musik.«

Auf einigen älteren Fotos seid ihr noch zu viert. Wo sind diese Fotos entstanden, wann habt ihr euch entschieden, ein fünftes Mitglied aufzunehmen und wieso?

»Die Fotos sind im Frühjahr 2015 aufgenommen worden, als wir noch auf der Suche nach dem passenden Drummer waren. Dass wir einen Schlagzeuger brauchten und daher nach einem fünften Bandmitglied gesucht haben, war schon bei unserer Gründung klar. Seitdem Prowler (dr.) dabei ist, sind wir erst komplett.«

Ist eure Heimat Gelsenkirchen bzw. das Ruhrgebiet allgemein ein geeignetes Pflaster für eure Art der Musik?

»Im Ruhrgebiet ist man als junge Band ziemlich privilegiert. Hier gibt es viele andere Bands mit ähnlichen musikalischen Ansichten und eine lebendige Szene. Der Austausch mit anderen Musikern und der nahe Kontakt zu Konzertveranstaltern sind ein großer Pluspunkt. Es besteht ein aktiver Underground, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Wir sind in Gelsenkirchen gut aufgehoben.«

Welche Ziele steuert ihr für die Zukunft an?

»Wir werden weiterhin die Art von Musik machen, die uns selbst begeistert. Da wir praktisch ununterbrochen neue Ideen entwickeln und neue Songs schreiben, haben wir jetzt auch schon wieder ein paar neue Stücke in der Hinterhand. Für das kommende Jahr planen wir einen Full-Length-Release, wofür wir auch ein Label suchen. Im Frühling können wir hoffentlich eine Promo unters Volk bringen, die einen Vorgeschmack auf das Album bietet. Wir werden also nicht untätig sein.«

Dann wünschen wir euch viel Glück dabei! Eure letzten Worte?

»Vielen Dank für das Interview und das Review im Magazin!
 Salute Hell's Victory«

www.facebook.com/NightsBloodRites 
http://nightsblood.bigcartel.com/

 
 

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