Online-MegazineInterview

VINCE VOLTAGE

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 06/17

VINCE VOLTAGE

VINCE VOLTAGE, seines Zeichens Gitarrist von Pussy Sisster, hat mit seinem Solo-Debüt „Hard Rock Survivor“ einen sleazigen Knaller eingetütet. Kurzweilig und knackig auf den Punkt gebracht, überzeugt "Hard Rock Survivor" durch eine lässige aber energiegeladene Spielfreude und zeigt zudem eine tiefe Verbeugung vor den amerikanischen Vorbildern. Grund genug das Album als Tipp des Monats unter den Eigenproduktionen zu küren und dem Mann am Sechssaiter etwas genauer auf den Zahn zu fühlen.

Vince, wer ist der „Hard Rock Survivor“?

»Der Begriff „Hard Rock Survivor“ steht für ein Lebensgefühl. Es geht darum, das zu tun, was man liebt – auch wenn man der einzige ist, der daran glaubt. Jeder von uns hat schon einmal schwere Zeiten durchlebt, genauso wie der Hardrock. Aber wir sind noch da und somit ist jeder, der diese Zeilen lesen kann und die Musik lebt, sein eigener „Hard Rock Survivor“.«

Warum hast du dich dafür entschieden, ein Soloprojekt zu starten? Welche Freiheiten hast du jetzt, die du bei Pussy Sisster nicht hattest?

»Die Ideen von „Hard Rock Survivor“ passten meiner Ansicht nach nicht in den Kontext von Pussy Sisster, mussten aber dennoch raus, weil sie einfach zu toll waren, um sie in der Schublade verstauben zu lassen. Außerdem konnte ich mich mit diesem Album endlich einmal selbst verwirklichen und war somit Herr über den gesamten Schaffensprozess - ein großartiges Gefühl.«

Dein Soloalbum klingt deutlich gelöster und auch bissiger als die letzte Pussy-Sisster-Platte. Mit welchen Vorstellungen und Zielen bist du ins Studio gegangen?

»So toll die Arbeit im Team mit meiner Band ist, wollte ich doch auch mal etwas komplett eigenes machen, bei dem ich vom Booklet bis zum finalen Sound alle Entscheidungen selbst treffe. Bei „Hard Rock Survivor“ waren andere Musiker und ein anderes Team beteiligt und ich bin sehr glücklich damit. Ich wollte das beste Hardrock-Album aller Zeiten aufnehmen und hatte eine genaue Idee, wie die Scheibe am Ende klingen sollte. Jetzt stehe ich zu 100% hinter dem Ergebnis, freue mich aber auch schon auf die Aufnahmen der nächsten Pussy-Sisster-Scheibe.«

Übernimmst du alleine den Songwriting-Prozess oder haben deine Bandkollegen auch ein Wörtchen mitzureden?

»Insbesondere meine engen Freunde Bronco und Denis haben sehr viel zum Songwriting für das Album beigetragen. Ich kenne die beiden bereits sehr lange aus früheren Bands und wir haben uns hervorragend ergänzt. Aber auch die anderen Gastmusiker haben das Album alle auf ihre Art bereichert und zu etwas richtig Besonderem gemacht. Natürlich braucht auch ein Soloalbum ein großartiges Team, um richtig gut zu werden.«

Woher beziehst du deine Einflüsse und Inspirationen?

»Inspiriert haben mich sicher meine Lieblingsbands Danger Danger, Bai Bang, Mötley Crüe, Poison oder die frühen W.A.S.P. Generell ziehe ich aber auch sehr viel Kraft und Inspiration aus Reisen und meinem Hobby, der Fotografie.«

Zum Thema Fotografie: Stimmt es, dass du das Cover von „Hard Rock Survivor“ selbst gestaltet hast?

»Nicht nur das Cover, sondern das gesamte Booklet, das viele meiner Werke als Fotograf enthält. Ich hatte das Privileg, dass die Frau auf dem Cover, Dani Divine, extra aus London zur mir geflogen ist, um für das Cover zu shooten. Das hat mich sehr gefreut, da sie wie kaum ein anderes Model für Rock 'n' Roll steht. Die Fotografie ist ebenfalls eine große Leidenschaft von mir und ich arbeite derzeit viel an neuem Material für meine kommenden Ausstellungen.«



Um nochmal auf das Cover zu sprechen zu kommen: Gefällt es dir, bestimmte Klischees zu bedienen?

»Klischees und Hardrock sind ja durchaus miteinander verwoben. Ich finde es also absolut in Ordnung, Klischees zu bedienen, solange ein gewisser Grad an Authentizität erhalten bleibt. Ich trage zum Beispiel keine Perücke und würde das auch nie tun (lacht).«

Wird man dich in Zukunft auch solo auf der Bühne sehen und wie soll es mit deinem Projekt weitergehen?

»Zur Zeit ist keine Tour in Planung, da ich bis Ende des Jahres mit der „15 Jahre Pussy Sisster“-Jubiläumstour unterwegs bin, aber danach werde ich mir darüber Gedanken machen, ob und falls ja mit welcher Besetzung es eine „Hard Rock Survivor“-Tour geben wird. Generell habe ich noch sehr viel Musik in meinem Kopf, also kann es auch gut sein, dass „Hard Rock Survivor“ eines Tages eine Fortsetzung bekommt.«



Wenn du dir einen bestimmten Musiker, tot oder lebendig, aussuchen könntest, der sich deine neue Scheibe anhört und für dich bewertet, wer wäre das und warum?

»Ich glaube, ich könnte mich nicht zwischen Blackie Lawless, Bruno Ravel und Elton John entscheiden – also würde ich wohl Desmond Child nehmen, weil er einige der großartigsten Songs aller Zeiten komponiert hat. Ich denke, dass ihm 'Something To Believe In' gefallen könnte.«

 

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