Online-MegazineInterview

SAVAGE MACHINE

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 06/15

SAVAGE MACHINE

Wer sagt eigentlich, dass der NWOBHM-Nachwuchs unbedingt aus dem Vereinigten Königreich kommen muss? SAVAGE MACHINE aus Dänemark geben auf ihrer EP „Through The Iron Forest“ dermaßen Vollgas, dass der Titel „Tipp des Monats“ ihnen sicher war. Frontmann Troels Rasmussen nimmt uns mit auf die wilde Reise, die seine Truppe in den letzten Jahren gemacht hat.

Troels, herzlichen Glückwunsch! Eure EP „Through The Iron Forest“ wurde im aktuellen Rock Hard Vol. 337 zum „Tipp des Monats“ gekürt. Wie habt ihr die News aufgenommen? Seid ihr überrascht, dass eure Musik in Deutschland so gut ankommt?

»Wow, wir wussten das noch gar nicht – zumindest bis gerade. Wahnsinn! Klar, ein bisschen überrascht sind wir natürlich, und sehr glücklich. Deutschland hat eine tolle Metalszene, und die meisten CD-Bestellungen, die bei uns eingehen, kommen auch aus Deutschland. Daher wissen wir, dass zumindest einige Leute südlich unserer Landesgrenze mögen, was wir machen.«

SAVAGE MACHINE wurden ursprünglich unter dem Namen Momentum gegründet und haben seitdem eine interessante Entwicklung durchgemacht. Kannst du den Weg der Band für unsere Leser kurz umreißen?

»Es begann alles 2011. Jacob (g.) und Martin (dr.) trennten sich von ihrer damaligen Band um eine neue Truppe zu gründen, die sich auf Old-School-Metal konzentriert. Wir entschieden uns erst Ende 2011 für den Bandnamen Momentum, als wir unsere erste EP „Seize The Night” aufnahmen. Es war eine spontane Entscheidung, und rückblickend hätten wir vielleicht etwas besser recherchieren sollen (lacht). Wir wurden ständig mit anderen Momentums verwechselt und andersherum. Außerdem waren wir auf den Social-Media-Kanälen fast unsichtbar. Wenn du „Momentum” suchst, dann kommen dabei unglaublich viele verschiedene Ergebnisse heraus. Wir nahmen eine weitere EP auf („A World In Ruins”, 2012), bevor uns klar wurde, dass wir etwas unternehmen mussten. Als wir für „Through The Iron Forest” ins Studio gingen, beschlossen wir, den Reset-Knopf zu drücken und unseren Namen zu SAVAGE MACHINE zu ändern – eine Entscheidung, die wir bisher noch keine Minute bereut haben. Seitdem ist viel passiert. Es gab viele tolle Reviews, wir wurden in verschiedenen Radiosendungen überall auf der Welt gespielt und haben einen Haufen großartiger Konzerte gezockt.«

Sind nach der Veröffentlichung der neuen EP einige Plattenfirmen an euch herangetreten? Oder ist das nicht so euer Ding und ihr wollt weiterhin unabhängig und bei Eigenproduktionen bleiben?

»Wir hatten Kontakt mit einigen Labels, aber leider passte keins davon so richtig zu uns. Wir wollen nicht einfach die erstbeste Möglichkeit ergreifen und irgendeinen Plattenvertrag unterschreiben, nur damit wir einen Deal haben. Es muss von beiden Seiten aus passen. Aber wenn die richtige Plattenfirma dabei ist, dann sind wir absolut im Boot!«

Auch wenn „Through The Iron Forest” eine Eigenproduktion ist, klingt die Scheibe ziemlich professionell. Wo habt ihr sie aufgenommen und welcher Produzent steckt dahinter? Ging im Studio alles glatt, oder traten bei den Aufnahmen Probleme auf?

»Vielen Dank erst einmal! Sowohl „A World In Ruins“ als auch „Through The Iron Forest“ wurden von unserem guten Freund Jacob Bredahl in seinem Dead Rat Studio in Aarhus, Dänemark produziert. Wir haben immer jede Menge Spaß, wenn wir ins Studio gehen. Es ist fantastisch, wenn etwas, an dem du so lang gearbeitet hast, endlich zum Leben erweckt wird. Wenn da mal Schwierigkeiten auftreten, dann zählt das eigentlich gar nicht.«

Ist „Through The Iron Forest“ eine Konzept-EP? Was hat die Texte inspiriert?

»Die Texte sind inspiriert von der Welt um uns herum. Es ist eine sehr düstere Art, auf die wir betrachten, wie unsere Zukunft aussehen könnte. All unsere Elektronik, der Beton und das Eisen fressen langsam unsere Erde auf und zerstören dabei alles. Der Eisenwald wächst. Das ist definitiv eine Konzept-EP. Ich fand es schon immer interessanter, eine lange Geschichte zu schreiben, statt mehrerer kleiner Episoden.«

Eure Musik wird offensichtlich von klassischen Metal-Bands wie Judas Priest oder Iron Maiden beeinflusst, aber trotzdem habt ihr euren ganz eigenen Stil entwickelt. Was sind die Markenzeichen von SAVAGE MACHINE?

»Judas Priest und Iron Maiden gehören (unter anderem) absolut zu unseren größten musikalischen Einflüssen. Ich denke, wir werfen alle unsere eigene Mischung und unseren persönlichen Stil in den Topf, und wenn du alles verrührst, bekommst du SAVAGE MACHINE. Wir haben immer großen Wert auf unseren Sound gelegt. Wir wollten Old-School-Metal machen, aber dabei trotzdem modern klingen. Double-Bass-Drums, hoher Gesang, reißende Gitarren und eine harte Bass-Linie sind unsere besten Markenzeichen. Außerdem müsst ihr uns unbedingt live sehen, um das volle SAVAGE MACHINE-Erlebnis genießen zu können.«

Ihr habt 2014 mit Nils Petersen einen neuen Bassisten ins Boot geholt, der aber nur wenige Monate später von Benjamin Andreassen ersetzt wurde. Was führte zum Besetzungswechsel?

»Ja, das ist eine ziemlich verwirrende Geschichte (lacht). Benjamin war in der Originalbesetzung, aber Anfang 2014 verließ er uns, weil er vier Monate lang in Südafrika studierte, und nach seiner Rückkehr wollten er uns seine Freundin, die beide ursprünglich aus Norwegen kommen, wieder nach Hause ziehen und ihre Studien weiterverfolgen. Nils kam dann für eine Weile in die Band, aber es passte einfach nicht richtig. Er verließ uns aus eigener Entscheidung und ist immer noch ein guter Freund der Truppe. In der Zwischenzeit liefen die Dinge für Benjamin und seine Freundin nicht so wie geplant, und sie beschlossen, in Dänemark zu bleiben und hier zu studieren. Also ist Ben wieder da! Und es passt einfach perfekt. Er war immer ein sehr wichtiger Faktor, wenn es darum ging, unsere Songs zu schreiben, also sind wir natürlich total froh, dass er wieder dabei ist!«

Ihr spielt in ein paar Tagen im dänischen Finale des Wacken Metal Battle. Macht euch das nervös? Habt ihr euch für für den Auftritt speziell vorbereitet?

»Ich glaube, das beste Wort, um unsere aktuelle Stimmungslage zu beschreiben, ist aufgeregt im positive Sinne. Es wird der absolute Hammer. Wir haben schon zwei Shows hinter uns, die fantastisch liefen! Und wir sind bereit fürs Finale! Es geht um eine Menge, und wir sind unser Set etliche Male durchgegangen, so dass wir jede Sekunde genau kennen. Wir hoffen sehr, dass wir 2015 bei Wacken Open Air dabei sind.«

Ihr spielt in eurer Heimat Dänemark eine Menge Live-Shows. Welche Konzerte sind euch am lebhaftesten in Erinnerung geblieben?

»Ich würde sagen, die denkwürdigsten Auftritte waren unsere Support-Shows mit Artillery und Dragonforce, das war echt verdammt lustig!«

Was steht als nächstes an für SAVAGE MACHINE? Plant ihr in absehbarer Zukunft die Veröffentlichung eures Debütalbums?

»Wenn wir nicht gerade auf der Bühne stehen, sind wir schwer damit beschäftigt, neues Material für unser erstes Album zu schreiben. Wir hoffen, Ende des Jahres oder Anfang 2016 ins Studio gehen zu können. Haltet eure Augen und Ohren offen, Rock-Hard-Leser! Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ihr von SAVAGE MACHINE gehört habt!«

www.facebook.com/savagemachineband
www.savage-machine.com/

 

Pic: Christian Brandt (Promo)