Online-MegazineInterview

SURRENDER THE CROWN

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 05/16


SURRENDER THE CROWN

Die Alternative-Rocker SURRENDER THE CROWN vereinen auf ihrem Zweitwerk „Life Decides“ ruhige Balladen und klassischen Rock mit emotionalen Texten und wurden damit in unserer Mai-Ausgabe zum „Tipp des Monats“ unter den Eigenproduktionen gekürt. Frontmann Matthias Braun stand uns Rede und Antwort über die Vergangenheit und Zukunft der Band.

Hallo, Matthias. Kommen wir gleich zur Sache: Ihr habt es als „Tipp des Monats“ in Rock Hard Vol. 348 geschafft. Seid ihr überrascht?

»Klar sind wir überrascht! Wir haben das Album aufgenommen und hoffen natürlich, dass es gut ankommt. Dass es uns in Form eurer Wahl zum „Tipp des Monats“ offiziell bestätigt wird, ist natürlich total geil! Aber gerechnet haben wir mit so etwas nicht.«

In wie weit seht ihr euch im Rock verankert? Eure Mitglieder stammen aus vielen verschiedenen Musikrichtungen, habt ihr überhaupt gemeinsame Vorbilder?

»Stimmt, unsere Einflüsse stammen aus ganz unterschiedlichen Richtungen, was im Endeffekt auch gut ist und ein fruchtbares Ergebnis bringt. Ich komme aus diesem amerikanischen Refrain-Rock-Zeug wie Disturbed, Alter Bridge und Staind. Patrick, unser Gitarrist, hat teilweise auch einen Black-Metal-Hintergrund. Das hört man auf unserer Platte jetzt nicht so, aber dadurch sind natürlich immer wieder neue Ideen vorhanden. Olli, unser Bassist, hat einen Dark-Wave/Gothic-Hintergrund. Es gibt natürlich ein paar Bands, auf die wir uns einigen können, zum Beispiel Alter Bridge oder Three Days Grace. Da sind wir dann alle fünf mit an Bord und jeder bringt noch seinen Hintergrund ins Songwriting mit ein. Da entsteht etwas, was nicht unbedingt so klingt, als würde man eine andere Band kopieren.«

Einen Einfluss aus dem Jazz habt ihr ja auch, oder?

»Patrick hat eine Jazz-Ausbildung an der Gitarre, ja.«

Und wie habt ihr euch gefunden, wenn ihr alle aus unterschiedlichen Richtungen kommt?

»Im Saarland ist die Szene jetzt nicht so riesig. Unser Bundesland ist ungefähr so groß wie Köln, auch von der Einwohnerzahl her. Da kennt man sich eigentlich. Sofern man irgendwie Musik macht, hat man in der Szene miteinander zu tun. Ich habe das erste Album im Grunde alleine geschrieben, mit dem Bassisten von meiner damaligen Band, die dann irgendwann auseinandergegangen ist. Als die Songs fertig waren, bin ich dann ins Studio und wollte, dass da gute Leute mitgehen. Also hab ich rumtelefoniert und auch die Musiker, die ich für die besten an ihrem Instrument gehalten habe, angerufen und gefragt „Hey, hast du Bock mit ins Studio zu gehen, um die Platte einzuspielen?“. Daraus ist dann glücklicherweise eine Band entstanden, die bis heute eigentlich Bestand hat. Wir hatten nur einen Wechsel im Line-up und ansonsten ist die Band entstanden, wie es sie heute gibt. Das war natürlich ein riesiges Glück.«

Der Line-up-Wechsel erfolgte an den Drums. Warum eigentlich? Der vorherige Drummer wies einige Erfahrung auf und war bereits in Amerika mit Bands auf Tour. Wie trennten sich eure Wege?

»Das geschah aus beruflichen Gründen, wir haben uns nicht verkracht. Unser ehemaliger Schlagzeuger war Berufsmusiker und musste irgendwie gucken, dass er seine Brötchen bezahlen kann. Das ist bei einer Band mit eigenen Songs, die auch unbezahlt durch die Gegend fährt, nicht immer gegeben. Dadurch war es natürlich irgendwie klar, dass er gucken muss, wo er bleibt. Die Trennung erfolgte dann auch im beidseitigen Einverständnis. Wenn man Berufsmusiker wird, muss man halt auch solche Entscheidungen treffen. Die sind vielleicht manchmal unangenehm, aber du kannst ja nicht sagen „Hey, ich sag einen bezahlten Gig ab, damit ich mit meiner Rockband durch die Gegend fahren kann und vielleicht noch was drauflege.“ So ist das nun mal, aber die Band macht trotzdem weiter.«

Auf eurem neuen Album "Life Decides" sind die Songs sehr emotional gehalten. Was ist euch beim Songwriting am wichtigsten? Welche Themen wollt ihr ansprechen?

»Ich hab immer geschaut, dass die Band nicht politisch wird. Da ist mir die Musik zu schade für. Ich finde auch, dass Politik sich nicht immer auf persönliche Ansichten runterbrechen lässt. Mir ist es in den Texten eher wichtig, Sachen zu verarbeiten, die ich mit mir herumtrage. Auf der neuen Platte sind viele Beziehungsgeschichten drauf, so Schlussmach-Songs, alles was dich einfach persönlich und emotional beschäftigt. Darüber schreibe ich dann einen Text. Ob das auf das spätere Album kommt, steht zu dem Zeitpunkt noch in den Sternen. Aber ich habe immer das Bedürfnis, Sachen loszuwerden und Sorgen und Ängste aufzuschreiben. Sie damit aus mir raus zu kriegen. Das ist dieses berühmte Tagebuch-Ding. Also sind es eher emotionale Geschichten als dass ich über irgendeine politische Situation einen Text schreiben würde.«

Momentan spielt ihr viele Auftritte. Versteht ihr die Gigs als Tour oder wie werden die bei euch geplant?

»Das Wort "Tour" ist da ein bisschen übertrieben. Wir spielen regelmäßig, aber eine Tour hört sich immer nach einem riesigen Ding an, mit großen Bühnen etc., aber so ist das nicht. Wir gucken, dass wir regelmäßig spielen und unsere Musik unter die Leute kriegen. Aber vom touren sind wir noch ein bisschen entfernt. Wir würden zwar gerne mal, aber da müssen wir auch erst gucken, wie wir das geregelt kriegen.«

Hauptsächlich seid ihr bisher nur in Deutschland unterwegs. Habt ihr schon weitere Auftritte im Ausland geplant?

»Ja, wir gucken im Moment in die Schweiz, Luxemburg und in weiteren angrenzenden Ländern. Frankreich ist auch nicht sonderlich weit weg. Da bestehen schon Möglichkeiten, aber es ist nicht so, dass wir eine Europatour planen. Das ist leider momentan weit weg.«

In euer Biografie steht, dass ihr euch bezüglich eurer Zukunft noch im Unklaren seid. Wie sieht es damit mittlerweile aus? Wo seht ihr euch in zehn Jahren?


»Zehn Jahre sind natürlich echt lang, aber gerne immer noch am Musizieren und gerne auch in dieser Besetzung. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass wir es nicht darauf anlegen, „auf Teufel komm raus“ irgendwie einen Durchbruch zu schaffen. Uns geht es tatsächlich ums Musik machen und um die Kreativität, also den künstlerischen Aspekt. Patrick hat mal so einen Spruch gebracht, der es eigentlich sehr gut trifft: „Wenn wir dieses Mal wieder nicht bei Rock am Ring spielen, dann hören wir trotzdem nicht auf!“ Weil es einfach nicht darum geht, irgendwie Fame abzugreifen, sondern darum, Musik und Platten zu machen. Das liegt auch daran, dass wir alle unsere Longplayer selber finanzieren und die Songs so schreiben, wie wir uns das vorstellen und das einfach von innen heraus machen müssen. Der Antrieb ist hoffentlich in zehn Jahren noch da. Das fände ich super. Wenn zwischendurch etwas passiert und irgendeine Plattenfirma Bock darauf hat, oder wenn wir mal die Chance haben, auf großen Festivals zu spielen, dann sind wir natürlich dabei. Aber uns geht es nicht darum, uns irgendwie zu verbiegen, um Erfolg zu haben. Unser Traum ist es, Musik zu machen. Wir haben am Samstag wieder gespielt und Leute erreicht, die es geil fanden, es lief alles super und wir hatten Spaß. Genau dafür machen wir das. Wenn irgendwann mehr Leute vor der Bühne stehen, freuen wir uns. Wenn nicht, machen wir es trotzdem.«

Am 28. Mai spielt ihr mit Broach und Neverknow. Was verbindet euch mit den Bands?

»Broach sind vom Sound her relativ ähnlich wie wir. Die machen auch diesen amerikanischen, modernen Rock. Ich hab die Platte gehört und die Jungs einfach mal auf Facebook angehauen und gesagt: „Lasst uns mal was zusammen machen!“. Und sie so: „Ja, lass' uns mal was machen.“ Wie man das unter Musikern so sagt. Dann haben sie tatsächlich angerufen, und uns gefragt, ob wir auf ihrer Release-Party spielen wollen, und das wollten wir natürlich! Das ist bisher ein sehr sympathischer Kontakt. Neverknow kamen dann über Broach dazu. Das wird auf jeden Fall ein richtig geiler Abend, und wir haben sehr viel Bock darauf!«

www.surrenderthecrown.de
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