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HEALER

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 01/16

HEALER

Mit HEALER meldet sich ein weiterer vielversprechender Newcomer aus Münster Rock City: Die Band, zu deren Line-up u.a. Florian Füntmann (Long Distance Calling) und Robert Kahr (ex-Zodiac, ex-Rocketchief) zählen, überzeugt auf ihrer Vier-Track-Demo-CD in der Schnittmenge zwischen AOR, Classic Rock und Stadium Rock. Grund genug, die Band zum „Tipp des Monats“ im Bereich „Demos & Eigenproduktionen“ zu küren und Robert Kahr mit Interview-Fragen zu bombardieren.



Robert, wie kam es zur Gründung von HEALER?

»Die meisten HEALER-Mitglieder kennen sich seit Jahren aus der überschaubaren aber sehr aktiven Münsteraner Musikszene. Vor allem Flo und ich teilen seit jeher die Leidenschaft für Achtziger-Hard-Rock-Bands und so kam eins zum anderen. An Songmaterial hatten wir schon einiges zusammen, fanden aber keinen Sänger, der diesen Stil stimmlich umsetzen konnte. Dann erfuhren wir, dass ein erfahrener Opern- und Musicalsänger, dessen Herz von Jugend an auch für Hard Rock schlägt, in Münster wohnt. Wir mussten Micha dann nur noch von unserem Projekt überzeugen und HEALER waren geboren.«

Was sind eure größten Einflüsse?


»Natürlich kann und wird man bei unseren Songs an Whitesnake, Foreigner, Rainbow und Survivor denken. Die großen Helden der Siebziger und Achtziger spielen bei HEALER eine wichtige Rolle, sind aber keinesfalls die einzigen Einflüsse. Neben unserem Rock- und Metal-Background sind wir generell Musikfans. Wenn ein Künstler geile Musik kreiert, sind Genregrenzen völlig egal und ihr würdet euch ziemlich wundern, was wir manchmal im Proberaum anzocken.«

Florian Füntmann ist auch bei Long Distance Calling aktiv und war vorher bei Misery Speaks tätig. Haben die anderen Mitglieder eine ähnliche musikalische Entwicklung – also vom Death Metal hin zum Classic und Progressive Rock – durchlaufen oder war der Rest von vornherein „rockiger“ veranlagt?

»Für die meisten Mitglieder ist HEALER die erste „richtige“ Rockband. Drummer Demme und Basser Jonas haben wie Flo ihre Wurzeln tief im Metal-Bereich. Ich habe mich früher eher im Blues und Stoner zuhause gefühlt. Sänger Micha wiederum kommt aus dem Klassik- und Musical-Bereich. Er musste sich erstmal ordentlich umstellen, um die härteren Vocals hinzukriegen. Nachdem wir ihn ein halbes Jahr im Proberaum eingesperrt haben, liefert der Junge mittlerweile ordentlich ab.«



Welche Bands haben die restlichen Musiker durchlaufen?


»Bei Flo wisst ihr das ja schon. Ich war damals Gründungsmitglied bei Zodiac, hab dort die ersten Bandjahre Bass und Orgel gespielt. Zudem habe ich bei den Stoner-Rock'n'Rollern Rocketchief gezockt. Drummer Demme war lange bei der Thrash-Metal-Institution Steal Death (checkt mal die YouTube-Videos!). Keyboarder Tice ist ein musikalischer Tausendsassa: Er spielt Keyboards in allen erdenklichen Genres, von Jazz über Salsa bis hin zu einer ABBA-Tribute Band. Hervorzuheben ist sein Sommerhit 2010: 'Schland, O Schland' mit dem Projekt Uwu Lena. Dafür hat er damals den Bravo Otto als bester Newcomer bekommen – und nun Demo des Monats in der Rock Hard. Das muss ihm erstmal jemand nachmachen.«

Woran liegt es, dass aus dem Long-Distance-Calling-/Zodiac-Umfeld so viel in den Plattensammlungen der Eltern gekramt wird?


»Meiner Erfahrung nach besinnen sich alle Musiker irgendwann in ihrer Vita auf die Wurzeln ihrer jeweiligen Genres. Wenn die elterliche Plattenkiste die Klassiker aus dem Rock hergibt, kommt man daran einfach nicht vorbei. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen und das hat mich als Musiker geprägt. Dass wir nun einen solchen Sound fahren, mag durchaus mit dem Alter und der einhergehenden Gelassenheit zusammenhängen. Vor zehn Jahren hätte ich so was wie HEALER noch nicht umsetzen können.«

AOR oder Stadium Rock aus deutschen Landen klingt oft peinlich auf US-Klischees gebürstet. Hattet ihr keine Angst euch da die Finger zu verbrennen?

»Natürlich besteht bei einem solchen Genre stets die Gefahr, klischeehaft zu wirken. Allerdings bietet dieser Stil ein großartiges Potential für Pathos und große Melodien. Anders als viele andere Bands, verstecken wir uns dabei nicht hinter einer Fassade aus Coolness oder Ironie. Wenn es früher hieß: "Das Riff ist jetzt aber arg kitschig", sagen wir heute: "Geil, jetzt noch Keyboards dazu!". Das hat etwas unglaublich Befreiendes. Wir haben im Studio selten so viel gelacht, wie bei dieser Produktion. Wir definieren und kultivieren unsere eigenen Klischees, zitieren unsere Vorbilder und setzen manchmal noch einen drauf. Wir lieben einfach diese Musik, haben großen Spaß am Zocken und hoffen, dass es auch so rüberkommt.«

Wo wollt ihr mit der Band hin? Soll es eher ein Spaßprojekt bleiben oder strebt ihr eine ähnliche Karriere wie LDC oder Zodiac an?


»Mit dem Sound, den wir fahren, wäre es natürlich großartig, uns in dem entsprechenden Setting zu präsentieren. Letztendlich haben wir dabei eine ganz andere Zielgruppe als LDC und Zodiac. Mal schauen, was in diesem Genre so geht. Da gibt es nicht allzu viele neue Bands, aber einige alte Helden. Braucht das Ganze nicht eine gehörige Frischzellenkur? Da fühlen wir uns zuständig. Stadien gibt es ja immer noch reichlich.«

Täusche ich mich, oder ist euer Logo tatsächlich an jenes von „He-Man And The Masters Of The Universe“ angelehnt?


»Wir haben nach einem Logo gesucht, das der Power dieser Combo gerecht wird. Dass das einzig würdige Ergebnis dieser langen Suche dezent an dieses Format erinnern könnte, mussten wir in Kauf nehmen. Nicht zuletzt gibt es allerdings einige optische Parallelen zwischen uns und den Hauptfiguren der Serie.«


 

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