Online-MegazineInterview

MONUMENT

Hund und Kater

MONUMENT

Kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Hair Of The Dog“ stehen uns Sänger Peter Ellis und Bassist Daniel Bate von der New-NWOBHM-Band MONUMENT Rede und Antwort.

Peter, Daniel, ich freue mich sehr, mit euch über das am 10. Juni erscheinende „Hair Of The Dog“-Album und einige andere Dinge zu reden. MONUMENT gibt es schon ein paar Jahre, ihr habt 2012 eine EP und 2014 euer Debüt „Renegades“ veröffentlicht. Peter, stell' uns bitte die Bandmitglieder vor und lass' uns wissen, wann und warum du die Band gegründet hast!

Peter: »Ich habe die Band gegründet, nachdem ich White Wizzard verlassen habe und von Los Angeles zurück nach England gezogen bin. Meine wahre Leidenschaft war schon immer True British Heavy Metal, und ich wollte eine Band haben, die genau das repräsentiert. Ich kann mich glücklich schätzen, einige der absolut besten Musiker dieses Genres in der Band zu haben: Lewis Stephens und Dan Baune als Leadgitarristen, Giovanni Durst an den Drums und natürlich Daniel Bate am Bass.«

Und nicht zu vergessen: Jack. Wie kamt ihr zu eurem Maskottchen?

Peter: »Ich war schon immer ein Fan von Bands mit einer starken Identität, die nicht nur ein Haufen Typen sind, welche zusammen Musik machen. Es war wieder an der Zeit, dass eine britische Band ein Maskottchen einführt. Die letzte Truppe, die das durchgezogen hat, war Iron Maiden, und ich glaube, dass die meisten Musiker heutzutage einfach keinen Mut zu so etwas haben, weil sie fürchten, dass die Leute dies als Kopie bemängeln würden. Ich finde das lächerlich. Man sollte immer das tun, was sich richtig anfühlt und einen als authentischen Künstler und Mensch repräsentiert, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was vielleicht einige Personen darüber denken werden.«

Bevor wir über „Hair Of The Dog“ reden, gibt es noch etwas, was ich unbedingt ansprechen muss: euren sensationeller Auftritt letzten September beim Rock On The Beach Festival in Griechenland. Ich bin immer noch total geflasht, wenn ich daran denke. Es war wirklich eine der besten Performances, die ich je gesehen habe. Es lag eine sehr intensive Energie in der Luft, die alle in ihren Bann gezogen hat. Sogar diejenigen, die sich nicht als MONUMENT-Fans bezeichnen, waren beeindruckt. Wie habt ihr diesen Auftritt erlebt?

Peter: »Wir haben es geliebt, ein Teil dieses Festivals zu sein. Es war für uns eine ganz wichtige Show, die eine Schneeballreaktion hervorgerufen hat, was unsere Popularität in Griechenland angeht, die immer noch wächst. MONUMENT sind eine Liveband, wir müssen auf der Bühne stehen, weil das der Ort ist, wo wir am besten sind. Meiner Meinung nach gibt es im Moment keine andere englische Band, die soviel Energie und Einsatz in ihre Performances steckt wie wir.«

Daniel: »Ich genieße es immer, in Griechenland zu spielen. Die Gastfreundschaft ist unvergleichlich und es gibt immer sehr viel Bier! Ich habe schon mit Blaze Bayley beim Chania Rock Festival auf Kreta gespielt und das war auch ein phänomenaler Auftritt, ebenso wie Rock On The Beach. Die griechischen Fans saugen die Intensität und Wildheit, welche Hauptbestandteile von MONUMENT sind, förmlich auf und machen jeden Auftritt zu einem persönlichen Highlight für mich.«

Ok, lasst uns nun über euren neuen Longplayer „Hair Of The Dog“ sprechen. Es ist ein Album, das jeden NWOBHM-Fan begeistern wird. Ihr habt den starken Einfluss der Vergangenheit perfekt in die jetzige Zeit übersetzt. Twin-Guitar-Gewitter, eine dichte Rhythmussektion und Peters prägnante Vocals lassen keine Wünsche offen. Wie läuft bei euch das Songwriting ab?

Peter: »Es fängt eigentlich immer mit meinen Ideen an und entwickelt sich dann weiter. Dan Baune hat in dem Prozess dieses Mal eine größere Rolle gespielt, was ich sehr genossen habe, da es wirklich schön ist, mit einer anderen Person Ideen auszuarbeiten und nicht für alles allein verantwortlich zu sein. Normalerweise kommt die Kernidee für den Song und die Melodien von mir, aber dann bringt sich jeder mit seinen individuellen Ideen mit ein, und genau das will ich auch. Jeder soll durch seine Performance strahlen und eine ganz persönliche Note beisteuern.«

Daniel: »Peter liefert uns das Fundament und die Richtung, was alle Aspekte von MONUMENT angeht. Es ist toll, eine klare, präzise Vision zu haben. Wir bringen uns dann alle mit unseren eigenen Einflüssen mit ein, bei mir ist das die klassische Twin-Guitar-Attack von Thin Lizzy, aber angetrieben vom Bass im Cliff-Burton-Stil. Normalerweise spiele ich allerdings ohne viel darüber nachzudenken und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.«



Für den Albumtitel gibt es ja verschiedene Bedeutungen. Warum habt ihr ihn gewählt?

Peter: »Um ehrlich zu sein, dachten wir einfach, dass „Hair Of The Dog“ am meisten Sinn macht. Ich weiss nicht mehr, wer genau mit der Idee ankam, wahrscheinlich ich selbst. Jedenfalls haben wir es besprochen und für witzig befunden, da es eine doppelte Bedeutung hat. Wir haben ja einen Hund als Maskottchen, und auch weil es unser zweites Album ist, passt der Begriff, denn er bedeutet, dass man am Tag nach einer feuchtfröhlichen Nacht einfach weitertrinkt. Unser lieber Daniel kennt sich damit besonders gut aus, deshalb darf er das etwas weiter ausführen, hahaha.«

Daniel: »Ja, aus irgendeinem Grund habe ich in der Band den Ruf weg, gerne ein oder zwei Gläschen zu trinken. Wahrscheinlich liegt der Ursprung des Titels in jenem Morgen, als Peter mich freundlich daran erinnerte, dass wir in fünf Minuten los müssen, ich aber nicht ganz in Form war und deshalb am Mittag schon ein paar Bier gezischt habe, was tatsächlich Abhilfe schuf, hahaha. Wenn wir wissen, dass am nächsten Tag kein Gig ansteht, machen Gio und ich die Nacht zum Tage und erscheinen erst wieder zum Frühstück, ganz zur Erheiterung des Hotelpersonals.«

Die Songtexte reichen von Altertum ('Imhotep') bis zum heutigen Stadtleben ('Crobar'). Woher bezieht ihr eure Inspirationen?

Peter: »Das Leben in London war schon immer eine große Inspiration für mich und das zeigt sich natürlich in den Texten. Ich bin aber auch sehr fasziniert von altertümlicher Geschichte und Mysterien, so sehr, dass dies natürlich auch den einen oder anderen Songtext ergibt.«

Daniel: »Ich bin schon ein bisschen ein Geschichts-Geek. Meine Lieblingssongs, mit denen ich aufgewachsen bin, hatten immer Texte, die alte Imperien und Helden beschrieben. Deshalb ist das auch für mich ein massiver Einfluss.«

Wie oft werdet ihr mit Iron Maiden verglichen? Geschieht dies im positiven Sinn oder müsst ihr euch auch mit den ewigen Pessimisten auseinandersetzen, deren einziges Lebensziel zu sein scheint, andere mit ihrer Negativität zu nerven?

Peter: »Für mich ist jeder Vergleich mit Iron Maiden immer positiv. Das ist, als ob man einem jungen aufstrebenden Fußballer sagt, er spiele wie Pel! Sowohl Daniel als auch ich haben eine enge Beziehung zur Maiden-Familie, deshalb wäre es eher seltsam, wenn wir uns wie Lamb of God anhören würden! Der Unterschied zwischen MONUMENT und all den anderen Bands, die aktiv Maiden kopieren, ist: Wir wollen gar keine Kopie sein. Unsere Musik – das sind einfach wir! Beim Songwriting beginnt eigentlich alles mit einem Thin-Lizzy-Ansatz, nicht Maiden. Ich denke, wir haben sehr viel mehr Groove als Maiden, aber natürlich verstehe ich den Vergleich. Meine Stimme ist der von Bruce sehr ähnlich und Daniel hat einen sehr aggressiven Bass-Sound, fast wie Steve Harris. Aber das sind nicht unsere einzigen Einflüsse. Ich bin ebenso beeinflusst von Ian Gillan wie von Bruce, und Daniel wahrscheinlich sogar mehr von Lynott als von Harris, aber es hängt wahrscheinlich auch mit unserer Bühnenpräsenz zusammen, weil unsere Leidenschaft und Energie auf der Bühne mit Maidens Blütezeit vergleichbar ist.«

Daniel: »Mich stören Vergleiche auch nicht. Es ist doch ein Kompliment. Und wie Peter schon sagte, wir haben viele Einflüsse von Blues bis Death und Thrash, also besteht kein Grund, uns in eine Schublade zu stecken.«



Ich möchte jetzt kurz abschweifen. Peter, du bist ein Mann mit vielen Talenten. Die meisten wissen nicht, dass du ein verdammt guter und aufstrebender Weltmeisterschaftsgürtel-Macher bist, der in diesem Bereich gerade für Schlagzeilen sorgt. Das ist nicht gerade ein Durchschnittsjob. Wie kam es dazu?

Peter: »Also zuerst mal vielen Dank für die netten Worte. Mein Vater war ein professioneller Ringer und ich bin quasi mit Wrestling und Gürteln aufgewachsen. Vor ein paar Jahren war ich aufgrund der täglichen Existenzkämpfe im Musikbusiness total ausgebrannt und brauchte ein Hobby. Etwas, das absolut gar nichts mit Musik zu tun hat, einfach als Ausgleich oder Therapie, um mit allem klarzukommen. Also habe ich einfach mal begonnen, einen Gürtel zu machen, da ich schon immer von diesen Gürteln fasziniert war, denn sie sind Kunstwerke, genauso wie ein Gemälde oder eine Skulptur. Es fühlte sich sofort wie das Natürlichste der Welt für mich an und aus einem wurden zwei, dann fünf und plötzlich gab es Leute, die die Gürtel kaufen wollten. Innerhalb eines Jahres wurde dann aus meinem Hobby ein lukratives Nebengeschäft. Jeder, der in einer Band spielt und die Musik macht, die er liebt und zusätzlich noch ein Geschäft hat, bei dem er auch das machen kann was er liebt, kann sich sehr glücklich schätzen. Ich bin dafür sehr dankbar.«

Zurück zur Musik. Gibt es schon Tourpläne?

Peter: »Wir planen im Moment für den Herbst und können hoffentlich im Laufe des Sommers eine Tour ankündigen!«

Daniel: »Metal lebt!«

Vielen Dank für eure Zeit, ich freue mich schon, euch wieder live zu sehen!

 

www.planetmonument.com
www.facebook.com/monumentuk

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

TRANCE + OMEN + MONUMENT + NIGHT DEMON + TEMPEST + PARAGON + GAME OVER + LUNAR SHADOW + STEEL SHOCK + ANGEL SWORD + u.v.m.12.05.2017
bis
13.05.2017
OberndorfMETALHEADZ OPEN AIRTickets
OPETH + BEHEMOTH + BLUES PILLS + FATES WARNING + D-A-D + EXODUS + CANDLEMASS + ROSS THE BOSS + DIRKSCHNEIDER + ASPHYX + u.v.m.02.06.2017
bis
04.06.2017
Gelsenkirchen, AmphitheaterROCK HARD FESTIVALTickets