Online-MegazineInterview

ACT OF DEFIANCE

Hauptsache hart

ACT OF DEFIANCE

Auch wenn man es aufgrund der Megadeth-Vergangenheit ihrer Mitglieder Chris Broderick und Shawn Drover vermuten könnte, sind ACT OF DEFIANCE keine reinrassige Thrash-Metal-Band. Auf seiner zweiten Platte „Old Scars, New Wounds“ pflügt das US-Quartett einmal mehr quer durchs Metal-Beet und liefert eine vielseitige, aber trotzdem runde Platte ab. Grund genug für uns, Schlagzeuger Shawn auf den Zahn zu fühlen.

Shawn, eure erste Platte hieß „Birth And The Burial“, euer neues Album trägt den Titel „Old Scars, New Wounds“. Steckt dahinter die Idee, musikalisch wie thematisch Alt und Neu zu verbinden?

»Überhaupt nicht. Henry (Derek Bonner, Sänger, mab) hatte die Idee für beide Titel, die aus den Texten von zwei unserer Songs stammen. Sie klangen cool, also entschieden wir uns, sie als Albumtitel zu verwenden. Viele Leute scheinen einen tieferen Sinn hinter den Titeln zu sehen, aber es steht tatsächlich kein Konzept dahinter. Bei uns entstehen die Texte immer vor dem Albumtitel. Wir entschieden uns erst, als alles fertig war und es darum ging, ein passendes Artwork zu finden.«

Viele eurer Texte haben einen sozialkritisches oder politisches Thema. Denkst du, dass Thrash-Metal-Texte diese Themen behandeln müssen?

»Nein. Für Musik gibt es keine Regeln, und im Heavy Metal sollte es nur darum gehen, dass die Musik heavy ist! Musiker sollten nicht nur über ein Thema schreiben müssen, wenn sie das nicht wollen, denn es ist viel wichtiger, originell und kreativ zu sein, anstatt sich Gedanken machen zu müssen, was andere Leute darüber denken.«

Im Song 'Broken Dialect' geht es zum Beispiel um die Vorstellung, dass Menschen nicht mehr mit ihrem Gegenüber diskutieren können, wenn sich ihre Meinungen unterscheiden. Hast du das Gefühl, dass die Gesellschaft in diese Richtung driftet? Oder ist dieser Fall schon eingetreten, gerade im Hinblick auf soziale Medien und Filterblasen?

»Im Vergleich zu den Achtzigern und Neunzigern hat sich die Kommunikation auf jeden Fall verändert. Wir hatten damals keine Laptops, Handys oder die sozialen Medien, sondern nur ein Telefon im Haus. Glaub' mir, manchmal vermisse ich diese Zeiten.«



Von den Texten zurück zu eurem Sound, in dem ihr eine breite Palette an Einflüssen verarbeitet, von klassischem Thrash Metal über Melodic Death Metal bis sogar hin zu Metalcore. Wie bestimmt ihr die Grenzen eures Sounds? Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig ist, einen Bandsound zu finden und beizubehalten, speziell wenn man wie ihr an verschiedenen Orten wohnt.

»Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, was „Metalcore“ bedeutet. Ich bin jetzt 50 Jahre alt und als ich vor 37 Jahren begann, Musik zu machen, gab es diese 100 Sub-Genres noch nicht. Wir machen Heavy Metal, was wir als sehr breiten Rahmen verstehen, da wir alle auf verschiedene Arten von Metal stehen. So lange ein Song heavy ist, ist er für uns Metal und wir scheren uns nicht darum, in welches Subgenre man uns oder einen unserer Songs steckt – entweder man mag es oder man mag es nicht. Natürlich hoffen wir, dass die Metal-Community das Album mag, aber uns ist es am Wichtigsten, dass uns das Album glücklich macht, und erst dann kommt die Hoffnung, dass auch andere es mögen. Das ist das einzige, was du als Band machen kannst.«

Vor einigen Tagen habt ihr auf eurer Facebook-Seite ein Bild gepostet, auf dem zu sehen ist, dass du und Chris in Mexiko einen Preis überreicht bekommen habt. Wofür habt ihr dort einen Preis erhalten?

»Im Frühjahr haben wir in Mexiko eine Clinic (eine Art öffentlicher Instrumentenunterricht, mab) gehalten, woraufhin wir von „Los Pinos“, quasi dem mexikanischen Weißen Haus, eingeladen wurden, um dort einen Preis für unsere musikalische Karriere zu bekommen. Es war eine großartige Erfahrung und öffnet hoffentlich die Tür, um 2018 mit ACT OF DEFIANCE in Mexiko auftreten zu können!«

Wo wir gerade vom Touren sprechen: Obwohl ihr über die USA verteilt lebt, tourt ihr recht viel. Können wir in der nahen Zukunft mit einer Europatour von euch rechnen?

»Nach der Veröffentlichung von „Old Scars, New Wounds“ ist es sogar unser Hauptziel, in Europa zu spielen. Wir möchten an so vielen Orten wie möglich spielen und wissen natürlich, dass Europa sehr wichtig ist, daher klappt es hoffentlich im nächsten Jahr!«

 

http://metalblade.com/actofdefiance

https://www.facebook.com/actofdefiancemusic

 

Pics: Stephanie Cabral (Promo)

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